Rohstoffe

Historischer Ausverkauf bei Edelmetallen

Energie: Stimmungsschwankungen am Ölmarkt

Nervöser Handel am Ölmarkt: Nach einem starken Auftakt, als sich die Preise für Brent und WTI zunächst um jeweils rund 2% auf 43 USD bzw. 46 USD je Barrel verteuert hatten, gerieten sie am Nachmittag spürbar unter Druck und schlossen jeweils 1% im Minus. Daran konnte auch der Lagerbericht des API nichts ändern. Demnach sind die US-Rohölbestände in der Vorwoche um 4 Mio. Barrel gefallen und damit schon die dritte Woche in Folge deutlich. Bei Benzin hat das API einen Abbau um 1,3 Mio. Barrel berichtet, bei den Destillaten um fast 3 Mio. Barrel. Bei den heutigen Lagerdaten des US-Energieministeriums rechnet der Bloomberg-Konsens mit einem Rückgang der Rohölvorräte um 2,2 Mio. Barrel, einem geringeren Lagerabbau bei Benzin und einem Lageraufbau bei Destillaten. Auch der gestrige Monatsbericht der US-Energiebehörde deutet auf eine weiterhin angespannte Situation am Ölmarkt hin. So hat die EIA die Prognose für die US-Rohölproduktion für das Gesamtjahr 2020 im Vergleich zum Vormonatsbericht deutlich gesenkt. Sie rechnet nun damit, dass die Ölproduktion in diesem Jahr durchschnittlich 11,3 Mio. Barrel täglich betragen wird, knapp 1 Mio. Barrel pro Tag weniger als 2019. Bislang wurde ein Rückgang um 620 Tsd. Barrel täglich erwartet. Kürzlich veröffentlichte EIA-Daten zeigen, dass die Produktion im Mai um ganze 1,2 Millionen Barrel täglich unter der Prognose vom Juli lag, was auf stärkere Produktionseinschnitte hinweist als zuvor unterstellt. 2021 soll die Produktion um weitere 120 Tsd. Barrel täglich zurückgehen. Die EIA geht noch davon aus, dass die Dakota Access Pipeline in Betrieb bleiben wird. Sollten die gerichtlichen Auseinandersetzungen doch noch zur Schließung der Pipeline führen, könnte dies die Ölproduktion weiter bremsen. Dass die Ölpreise trotz der stützenden Nachrichten doch noch in die Knie gingen, zeigt, dass die Luft in der Nähe der jeweiligen 5-Monatshochs für die Ölpreise zunehmend dünn wurde, zumal sich die Stimmung an den Finanzmärkten vorerst wieder abgekühlt hat. Das fundamentale Bild am Ölmarkt bleibt dagegen vorerst preisunterstützend.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold mit größtem Rückgang seit 2013

Die imposante Sommer-Rally bei Gold und Silber ist gestern mit einem großen Knall zu Ende gegangen. Beide Edelmetalle stürzten regelrecht ab. Gold verlor knapp 6% und verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit dem historischen Ausverkauf im April 2013. Noch ärger traf es Silber, das um fast 15% einbrach, was dem stärksten Rückgang an einem Handelstag seit Oktober 2008 entsprach. Der Preisrückgang setzte sich heute zunächst fort. Gold rutschte unter die Marke von 1.900 USD je Feinunze, Silber unter 24 USD je Feinunze. Von den am Freitag verzeichneten Hochs bedeutet das ein Rückgang um rund 200 USD bei Gold und von gut 6 USD bei Silber. Vom Ausmaß entspricht dies dem historischen 2-Tages-Ausverkauf im April 2013. Damals dauerte es fast sieben Jahre, bis das vorherige Preisniveau wieder erreicht wurde. Mit so einer langen Durststrecke ist diesmal nicht zu rechnen. Denn das fundamentale Umfeld bleibt für Gold und Silber dank negativer Realzinsen, einer beispiellosen Geldmengenausweitung und einer ausufernden Verschuldung ausgesprochen positiv. Eine Debatte über Zinserhöhungen, die den Ausverkauf vor mehr als sieben Jahren mit ausgelöst hatte, ist für sehr lange Zeit nicht zu erwarten, wie Fed-Chef Powell bei der letzten Pressekonferenz deutlich gemacht hat. Eine schnelle Rückkehr zu den Hochs von Ende letzter Woche dürfte es dennoch nicht geben. Dafür hat der gestrige Ausverkauf charttechnisch zu viel Schaden angerichtet und Anleger verschreckt. Indizien dafür liefern die von Bloomberg gemeldeten Abflüsse aus den ETFs. Bei Gold erstrecken sich diese inzwischen auf drei Tage, bei Silber gab es gestern den stärksten Tagesabfluss in diesem Jahr. Wir rechnen daher mit einer Konsolidierung, die durchaus einige Wochen andauern kann. Das wäre nach dem zu starken Preisanstieg auch gesund. Platin und Palladium konnten sich dem Abwärtssog gestern nicht entziehen und gaben ebenfalls kräftig nach. Platin verlor 5,6% auf 931 USD je Feinunze, Palladium fiel um gut 6% unter 2.100 USD je Feinunze.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T60LongSilver Future Faktor: 6
SB3T6JShortSilver Future Faktor: -6
SB3T5QLongPalladium FutureFaktor: 3
SB3T9RShortPalladium FutureFaktor: -3
SB3T5GLongPlatin FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatin FutureFaktor: -3
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Industriemetalle: Eisenerzpreis auf höchstem Niveau seit über einem Jahr

Der meistgehandelte Eisenerz-Kontrakt an der SGX in Singapur ist in den letzten Tagen mehrfach über 115 USD je Tonne und damit auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr gestiegen. Mit umgerechnet über 130 USD je Tonne hat sein Pendant an der DCE im chinesischen Dalian ebenfalls den höchsten Wert seit über zwölf Monaten erreicht. Seit Ende April hat sich Eisenerz in Singapur um 43% verteuert. Viele Marktteilnehmer führen dies zum einen auf die Erholung der chinesischen Wirtschaft nach den Corona-bedingten Lockdown-Maßnahmen zurück. Diese hat zu einer wieder steigenden Nachfrage nach Rohstoffen geführt, so auch nach Stahl. Nicht zuletzt deshalb haben die chinesischen Stahlhütten viel Stahl produziert. Auf das Jahr hochgerechnet liegt die chinesische Stahlproduktion auf Rekordkurs. Neue Daten hierzu werden vom Nationalen Statistikbüro am Freitag veröffentlicht. Eisenerz ist das wichtigste Rohmaterial für Stahl, entsprechend groß ist dessen Nachfrage. Diese hat sich zum Beispiel in rekordhohen Importen Chinas im Juli widergespiegelt. Zum anderen haben Angebotssorgen den Eisenerzpreis in den letzten Monaten unterstützt. Dabei stand Brasilien im Fokus, wo das Coronavirus besonders stark wütet. Die befürchteten Angebotsausfälle von dort sind bislang aber ausgeblieben. Im Juli hat Brasilien gemäß Daten des Industrie- und Außenhandelsministeriums rund 34 Mio. Tonnen Eisenerz exportiert, die größte Menge seit letztem Oktober. In der ersten August-Woche wurden bereits 8,2 Mio. Tonnen ausgeführt. Die Eisenerzexporte aus Australien liegen hochgerechnet auf das Gesamtjahr sogar auf Rekordkurs. Trotz der robusten Nachfrage halten wir den starken Preisanstieg von Eisenerz der letzten Monate für übertrieben.