Rohstoffe

Herbstblues bei Gold und Silber

Energie: Reichlich Gegenwind am Ölmarkt

Die Ölpreise halten sich angesichts des massiven Gegenwinds – fester USD, Nachfragesorgen, steigendes Angebot – heute noch vergleichsweise gut. Brent handelt bei 41,5 USD je Barrel, WTI nach dem Kontraktwechsel bei 39,5 USD. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Europa wachsen auch die Risiken für die Nachfrage. Sichtbar wird dies am Gasöl/Brent-Crackspread, der auf ein 17-Jahrestief von gut 2 USD je Barrel gefallen ist. Da kommt die Rückkehr der Ölproduktion in Libyen zur Unzeit. Laut staatlicher Ölgesellschaft NOC soll die Produktion in der nächsten Woche auf 260 Tsd. Barrel pro Tag steigen. Gestern wurde zudem ein weiterer Hafen für den Export freigegeben. Das API berichtete gestern einen Anstieg der US-Rohölvorräte in der Vorwoche um 691 Tsd. Barrel. Dem stand ein Lagerabbau bei Benzin um 7,7 Mio. Barrel gegenüber. Die heutigen DOE-Lagerdaten bergen Überraschungspotenzial, weil der Bloomberg-Konsens mit einem Abbau der Rohölvorräte um 3,3 Mio. Barrel und einem deutlich geringeren Abbau bei Benzin rechnet.

Energie: US-Gaspreis – wie gewonnen, so zerronnen?

Der US-Gaspreis hat die August-Gewinne fast komplett wieder abgegeben: Am Montag rutschte der nächstfällige Future für Henry Hub wieder unter 2 USD je mmBtu. Aktuell notiert er mit 1,8 USD je mmBtu rund 80 US-Cents bzw. 30% niedriger als Ende August. Hohe Temperaturen im Sommer und ein entsprechend stärkerer Gasbedarf zur Klimatisierung bei gleichzeitig fallender Produktion hatten dazu geführt, dass der saisonübliche Lageraufbau unterproportional war und der vorherige extreme Überhang deutlich abgebaut wurde. Aber auch Anleger dürften zum Preisanstieg beigetragen haben. Mit den nun fallenden Temperaturen scheinen sich einige von ihnen aus dem Markt zu verabschieden. Die am vorderen Ende extrem stark steigende Terminkurve zeigt aber auch, dass der Markt zwar aktuell überversorgt ist, doch das niedrige Preisniveau nicht nachhaltig ist. Vor allem die Perspektive einer noch bis ins nächste Frühjahr fallenden Produktion stützt die Preise, während sich die Nachfrage nach LNG mittelfristig stabilisieren sollte.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
SB3T5YLongNatural Gas Future Faktor: 4
SB3T76ShortNatural Gas Future Faktor: -4
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Fester US-Dollar drückt Gold auf 6-Wochentief, Silber massiv unter Druck

Der feste US-Dollar hängt wie ein Mühlstein an den Edelmetallpreisen und führt dazu, dass Gold trotz steigender Risikoaversion unter Druck steht. Der EUR-USD-Wechselkurs rutschte in der Nacht erstmals seit zwei Monaten unter 1,17 und Gold daraufhin unter die Marke von 1.900 USD je Feinunze. Am Morgen fällt Gold weiter auf ein 6-Wochentief von 1.875 USD. Über die Gründe der momentanen USD-Stärke kann man nur spekulieren: Seien es steigende Corona-Infektionszahlen und die Sorge vor neuen Lockdowns in Europa, jüngste Äußerungen von verschiedenen Zentralbanken zum Wechselkurs oder die gestrige Äußerung eines regionalen Fed-Präsidenten, wonach die Zinsen schon vor dem Erreichen des durchschnittlichen Inflationszieles von 2% angehoben werden könnten. An der auf sehr lange Sicht extrem expansiven Ausrichtung der US-Geldpolitik ändert dies nichts, weshalb die USD-Stärke kaum von Dauer sein dürfte. Hinzu kommt das drohende politische Chaos in den USA, sollte es im Anschluss an die Wahlen in sechs Wochen zu einem langwierigen juristischen Tauziehen kommen, wer der nächste US-Präsident ist. Wir erachten daher die aktuelle Schwäche beim Goldpreis nur als eine kurze Episode und rechnen in den kommenden Wochen mit deutlich höheren Notierungen. Noch stärker als Gold traf es zuletzt Silber. Das weiße Schwestermetall ist seit Wochenbeginn um 14% auf 23,1 USD je Feinunze abgestürzt. Allein heute geht es um weitere 5% nach unten. Das Gold/Silber-Verhältnis steigt daraufhin erstmals seit Anfang August über 80. Divergierende Entwicklungen gibt es auch bei den ETFs beider Edelmetalle. Während Gold vor zwei Tagen den stärksten Tageszufluss seit mehr als vier Jahren verzeichnete, ziehen sich die Anleger seit drei Wochen aus den Silber-ETFs zurück. Die Abflüsse in diesem Zeitraum belaufen sich auf fast 750 Tonnen, womit alle Zuflüsse seit Anfang August wieder rückgängig gemacht wurden. Ohne eine Trendumkehr bei den ETFs dürfte es Silber schwer fallen, den Abwärtstrend gegenüber Gold zu stoppen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T6ELongSilver FutureFaktor: 5
SB3T90ShortSilver FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Trendwende bei Aluminium?

Die höhere Risikoaversion an den Märkten und der stärkere US-Dollar drücken den Aluminiumpreis an der LME heute erstmals seit über einem Monat unter 1.770 USD je Tonne. Bis dahin hatte sich der Preis gestützt durch niedrige Lagerbestände an der LME und SHFE und den Optimismus der Anleger recht gut gehalten. Letztere waren gemessen an ihren Netto-Long-Positionen an der LME zuletzt fast so optimistisch wie seit Anfang 2018 nicht mehr. Doch der physische Markt ist aktuell stark überversorgt. Laut IAI war die August-Produktion außerhalb Chinas zwar nahezu unverändert. Sie sank damit im Jahresvergleich um rund 3% bzw. um 65 Tsd. auf 2,165 Mio. Tonnen. In Asien (wiederum ohne China) fiel sie im Jahresvergleich dabei sogar um über 7% auf 347 Tsd. Tonnen zurück. Doch in China selbst ist die Produktion weiter gestiegen, weshalb die gesamte Weltproduktion im August sogar um rund 2,5% bzw. über 130 Tsd. gegenüber Vorjahr auf 5,485 Mio. Tonnen gestiegen ist. Den IAI-Schätzungen zufolge, die diesmal mit den Zahlen des Nationalen Statistikbüros China übereinstimmen, hat China im August 6,6% mehr Aluminium als im Vorjahr produziert bzw. mit 3,17 Mio. Tonnen so viel wie seit Juni 2017 nicht mehr. Die chinesischen Aluminiumhütten bauen ihre Produktionskapazitäten, insbesondere im Süd- und Nordwesten, weiter aus. Gerade letzte Woche wurde ein weiteres Projekt mit einer jährlichen Produktionskapazität von über 1 Mio. Tonnen in Betrieb genommen. Per Ende August sind die Produktionskapazitäten Chinas bereits auf einen neuen Rekord von 37,9 Mio. Tonnen Aluminium jährlich angewachsen. Kein Wunder, denn die Aluminiumproduktion in China lohnt sich bei den aktuellen Preisen allemal. Laut SMM lagen die durchschnittlichen Profite der Aluminiumschmelzen in China letzte Woche wieder bei über 1700 Yuan bzw. 250 USD pro Tonne. Kurzfristig werden die Preise wohl noch durch die Aufstockung der Bestände im Vorfeld der chinesischen Feiertagswoche unterstützt, die am 1. Oktober beginnt. Wir rechnen mittelfristig aber mit einer Preiskorrektur bei Aluminium.