Währung

Handelskriege sind leicht zu verlieren

USD: Was ändert das Einlenken der USA im Handelsstreit? Meiner Meinung nach nicht viel – auch wenn es am Devisenmarkt heute Morgen erst einmal anders aussieht. Die Verluste der sicheren Währungshäfen JPY und CHF sind ein guter Maßstab für die deutliche Erholungsrally, die die Ankündigung der USA, die für September angedrohten Strafzölle auf chinesische Importe zumindest teilweise auszusetzen bzw. auf Mitte Dezember zu verschieben. Gut ein Drittel der Zölle sollen wie geplant zum ersten September in Kraft treten.

Während die Gnadenfrist die Jubelstimmung am Aktienmarkt rechtfertigen mag, wäre ich für die Devisenmärkte vorsichtiger. Es liegt nahe, dass die Ankündigung weiterer telefonischer Handelsgespräche in zwei Wochen eine direkte Konsequenz des Zollaufschubs ist. Die gestrigen Entwicklungen können in unseren Augen daher nur als ein Einknicken der USA gewertet werden. Auf chinesischer Seite bleibt das heutige CNY-Fixing – das den CNY zum USD bei 7,03 deutlich stärker festlegte, als es die Marktbewegungen bei 7,04 impliziert hätten – bisher zumindest das einzige Zeichen eines Entgegenkommens. Gerüchten von heute Morgen soll China zwar auch an persönlichen Handelsgesprächen in Washington im September festhalten – aber auch wenig optimistisch hinsichtlich möglicher Fortschritte sein.

Während US Präsident Donald Trump sich positiv über das gestrige Gespräch äußerte und “etwas Dramatisches” aus Peking erwartet, um die festgefahrenen Gespräche wieder in Gang zu bringen, bleiben wir deutlich skeptischer. China hat klar signalisiert, dass sie sich nun auf einen lange anhaltenden Konflikt vorbereitet haben und bereit sind, damit verbundene wirtschaftliche Kosten zu tragen. Gleichzeitig haben die chinesischen Verhandlungsführer inzwischen schmerzlich gelernt, dass Trump sich jederzeit um entscheiden kann und aus dem Nichts neue Strafmaßnahmen verkünden könnte. Nichts schützt die Handelsgespräche vor dieser Willkür und macht Zugeständnisse kaum politisch opportun. Insbesondere vor dem 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik am 1. Oktober sind daher kaum große Zugeständnisse Chinas zu erwarten. Und bis dahin kann Trumps Geduld leicht schon wieder aufgebraucht sein. Wir setzen daher nicht darauf, dass die aktuelle Erleichterungsrally lange anhalten wird.

Der gestrige Tag hat den Euro erstaunlich kalt gelassen. Die überraschend schwachen ZEW Konjunkturerwartungen haben jedenfalls keinen deutlichen Einfluss auf die EUR-Wechselkurse gehabt – obwohl für die heutigen deutschen BIP-Daten für das zweite Quartal sicherlich ein besseres Vorzeichen wünschenswert gewesen wäre. Entsprechend hätte man doch erwarten können, dass insbesondere der sowohl für Deutschland als auch für die Eurozone wirklich desaströse ZEW-Indikator die Markterwartung hinsichtlich einer signifikanten Lockerung der EZB-Geldpolitik stärkt und EUR-Bären Oberwasser gewinnen.

Offensichtlich war das aber nicht der Fall. Eine mögliche Erklärung liefert der Blick auf die Markterwartungen für die Euroraum-Zinsen – auf Jahressicht sind bereits Zinssenkungen in den Bereich von -0,75% eingepreist. Das ist genau der Bereich, in dem für uns so langsam das Ende der Fahnenstange erreicht ist – viel mehr kann auch der taubenhafteste Marktteilnehmer nicht erwarten, da dann zunehmend Maßnahmen ergriffen werden dürften – entweder von Sparern (Bargeldhaltung) oder den Zentralbanken selbst (Ausnahmeregelungen), die weitere Zinssenkungen ökonomisch irrelevant werden lassen. Und auch eine Wiederaufnahme der Anleihekäufe lässt bei den aktuellen Renditeniveaus nur noch eine begrenzte Wirkung auf den Euro erwarten. Natürlich dürfte der Signaleffekt eines umfangreichen Lockerungspaketes der EZB im September den Euro durchaus noch einmal abwerten lassen. Wir bezweifeln nur, dass es der EZB gelingen wird, den Euro dauerhaft nachhaltig zu schwächen. Vor diesem Hintergrund könnte der gestrige Tag eine erste Warnung für hartgesottene EUR-Bären gewesen sein.

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CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
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SEK: Die Riksbank bestätigte im Juli ihre restriktive Haltung: Ende 2019 oder Anfang 2020 rechne sie mit einer weiteren Zinserhöhung. Daheim liefe alles rund, der Ausblick für Wachstum und Inflation bliebe gut. Allerdings erforderten die Risiken, die sich aus dem Handelskonflikt ergeben, eine vorsichtige Gangart bei der Geldpolitik. Sollten sich die Bedingungen für den Inflationsausblick ändern, müsse die Geldpolitik angepasst werden, so die Riskbank im Juli.

Jetzt kommt es also in den kommenden Wochen bis zur nächsten Zinssitzung im September in erster Linie auf zwei Dinge an: den Handelskonflikt und die Inflationsentwicklung. Der Handelsstreit zwischen den USA und China drohte Anfang des Monats zu eskalieren, scheint nun aber an Brisanz wieder etwas eingebüßt zu haben (siehe oben), weshalb auch die SEK gestern Nachmittag dank sinkender Risikoaversion kurzfristig ordentlich zulegen konnte. Eskaliert der Handelskonflikt nicht, wird die Riksbank im September ihre Einschätzung zu den globalen Risiken vermutlich nicht abändern und damit auch keinen stichhaltigen Grund für eine Abkehr von ihrer restriktiven Haltung sehen.

Damit gewinnen die schwedischen Inflationszahlen für Juli an Bedeutung, die heute veröffentlicht werden. Denn der Inflationstrend zeigte zuletzt nach unten. Setzt sich dieser Trend im Juli fort, dürfte die Riksbank noch einmal ernsthaft darüber nachdenken, ob sie wirklich bei ihrer restriktiven Haltung bleiben möchte. Vor allem vor dem Hintergrund der weltweiten Tendenz zu niedrigeren Zinsen und einem schockierend schwachen Wachstum im zweiten Quartal (-0,1% ggü. Vq.). Wir gehen davon aus, dass sich die Riskbank nicht vom globalen Trend zu einer expansiveren Geldpolitik wird abkoppeln können. Da die EZB aber früher und stärker als die Riksbank agieren wird, dürfte die Krone gegenüber dem Euro mittelfristig zulegen können – vorausgesetzt, die Risikoaversion macht ihr keinen Strich durch die Rechnung.

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CU2XMM Long EUR/SEK Faktor: 5
CV0V4F Short EUR/SEK Faktor: -5
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