Rohstoffe

Gute Stimmung treibt die Rohstoffpreise weiter nach oben

Energie: Ein Schritt vor, einer zurück am Ölmarkt

Die Ölpreise treten weiterhin auf der Stelle, wobei sich negative und positive Faktoren nahezu ausgleichen. Saudi-Arabien hat erneut die Verkaufspreise für seine Lieferungen angehoben. Im August müssen die Kunden in Asien für Arab Light oder Medium einen Aufschlag von 1,2 USD ggü. Oman/Dubai bezahlen, statt 0,2 USD je Barrel im Juli. Die Preiserhöhung ist zwar ein weiterer Hinweis auf eine wieder erstarkte Nachfrage. Doch dürften auch die Importe Chinas angesichts deutlich höherer Preise und hoher Lagerbestände stark zurückgehen. Denn während des Preiskriegs innerhalb der OPEC+ haben China und andere asiatische Kunden für Lieferungen im Mai einen Preisabschlag von 7,3 USD je Barrel seitens Saudi-Arabiens zu einem dazu noch niedrigeren Ölpreis genossen und deshalb wohl weit über Bedarf importiert. Noch kann die Konkurrenz aus dem US-Ölsektor nicht mitziehen und von höheren Ölpreisen profitieren. Neben der teilweise schwachen finanziellen Situation der Unternehmen spricht auch eine oft unzureichende Transportinfrastruktur gegen einen weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten. Denn Öl wird meist nicht dort gebraucht, wo es gefördert wird. Deshalb kam es immer wieder zu lokalen Angebotsüberschüssen oder -engpässen. Ein schwerer Schlag für die bereits schwer gebeutelte Ölindustrie ist daher die gestrige Entscheidung des US-Bezirksgerichts, das aus Umweltschutzgründen den Stopp der Dakota Access-Pipeline verordnet hat. Die Pipeline mit einer Länge von rund 1.900 km und einer täglichen Transportkapazität von bis zu 570 (derzeit 470) Tsd. Barrel verbindet die Ölfelder in der Bakken-Formation in Nord-Dakota mit dem Transportknoten in Illinois, von wo Rohöl zur Ost- oder Golfküste umgeleitet werden kann. Der Oberste Gerichtshof hat gestern außerdem vorerst gegen den Bau der Keystone XL-Pipeline entschieden, die hauptsächlich zusätzliches Rohöl aus Alberta in Kanada in die USA bringen sollte. Erst am Freitag hatte der Ministerpräsident Albertas den Baustart des Projekts auf der kanadischen Seite eingeleitet.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB9B6RCallOil Brent FutureHebel: 7,6
CL450TPutOil Brent FutureHebel: 7,2
SB9B6KCallOil WTI Light FutureHebel: 7,9
CL9FZRPutOil WTI Light FutureHebel: 6,7
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold bleibt in Schlagdistanz zum 8-Jahreshoch

Der Goldpreis stieg am Morgen bis auf 1.787 USD je Feinunze und näherte sich dem vor einer Woche verzeichneten 8-Jahreshoch bis auf 3 USD. Der Gold-Future in New York erreichte fast wieder die Marke von 1.800 USD, die er letzte Woche kurzzeitig überschritten hatte. Gold widersetzt sich damit der positiven Marktstimmung, die sich in deutlich gestiegenen Aktienmärkten widerspiegelt. So markierte der Technologieindex Nasdaq gestern ein neues Allzeithoch. Der S&P 500 nähert sich wieder seinem Post-Corona-Hoch von vor vier Wochen. Die Hoffnung auf eine V-förmige Konjunkturerholung wurde durch die Veröffentlichung des Dienstleistungs-ISM-Index in den USA weiter geschürt. Dieser stieg um knapp 12 Punkte auf 57,1, den höchsten Stand seit Februar. Wenige Tage zuvor war der chinesische Dienstleistungsindex sogar auf den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt gestiegen. Dass gleichzeitig die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA weiter steigt – gestern markierte sie in 16 Bundesstaaten neue Rekordwerte – scheint dagegen am Markt (noch) keine große Rolle zu spielen. Anlass zur Sorge gibt auch die Entwicklung der Corona-Pandemie in Indien, das mittlerweile das Land mit den drittmeisten Infektionen weltweit ist. Dies dürfte gegen eine baldige Erholung der dortigen Goldnachfrage sprechen. Wegen der strikten Ausgangsbeschränkungen wird in Indien seit Monaten kaum Gold verkauft und importiert. Die Nachfrage ist damit stark abhängig von der Kauflaune der Investoren. Diese ist bislang ungebrochen. Die Gold-ETFs verzeichnen bis zuletzt Zuflüsse und auch die spekulativen Finanzanleger setzen in den vergangenen Wochen wieder verstärkt auf steigende Preise. Die Netto-Long-Positionen verzeichneten in der letzten Juni-Woche den dritten Wochenanstieg in Folge. Das aktuelle Niveau ist mit 138,6 Tsd. Kontrakten allerdings noch nicht besorgniserregend hoch, da der Anstieg von einem niedrigen Niveau einsetzte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Nickelpreis steigt auf 5½-Monatshoch

Nickel ist an der LME auf 13.400 USD je Tonne und damit den höchsten Stand seit Ende Januar gestiegen. Auch an der SHFE hat der Preis merklich angezogen. Dies ist zum einen der guten Marktstimmung geschuldet. Zum anderen wird dies von einigen Marktbeobachtern auf den Anstieg der Edelstahlpreise in China auf ein 6-Wochenhoch zurückgeführt. Dort führen viele Edelstahlhersteller gerade turnusmäßige Wartungsarbeiten durch, so dass weniger Edelstahl produziert wird. Gleichzeitig soll die Edelstahlnachfrage in China robust sein. Allerdings wird weiter angeführt, dass der chinesische Edelstahlmarkt nach wie vor im Angebotsüberschuss ist. Der jüngste Anstieg der Edelstahlpreise und damit auch der Nickelpreise könnte daher nicht nachhaltig sein, zumal sich der Markt in Europa nur langsam erholt. Laut Einschätzung des Stahlanalysehauses MEPS haben sich hier Hoffnungen auf eine schnelle Erholung zerschlagen. Die Unternehmen seien über die gesamte Wertschöpfungskette verteilt weiterhin nur sehr niedrig ausgelastet. Und daran soll sich in den Sommermonaten auch nichts ändern. Die Edelstahlkonsumenten kaufen derzeit nur das Material, das sie unmittelbar benötigen. Großhändler halten ihre Lagerbestände klein. Gestiegene Rohmaterialkosten – selbst nur moderate – können nicht an die Endabnehmer weitergegeben werden. Die Edelstahlindustrie hofft, dass sich die Lage ab September, d.h. nach dem Ende der Sommersaison, verbessert. MEPS geht jedoch davon aus, dass es noch zwei Jahre dauern könnte, bis die Edelstahlnachfrage in Europa wieder das Niveau von 2019 erreicht hat. Dies spricht unseres Erachtens zunächst für eine gedämpfte Nachfrage nach Nickel, auch wenn die Nickelnachfrage zur Produktion von Batterien mehr und mehr Fahrt aufnimmt. Letztere wird sich aber erst in den kommenden Jahren so richtig entfalten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.