Rohstoffe

Große Preisschwankungen bei Gold wegen der EZB

Energie: Dass die IEA die Prognose für das globale Ölnachfragewachstum in ihrem Monatsbericht für dieses und das nächste Jahr beibehielt, hat uns etwas überrascht. Schließlich hatte ihr Chef Birol erst kürzlich wegen des anhaltenden Handelskonflikts ein niedrigeres Wachstum in Aussicht gestellt. Tatsächlich hat die IEA die 2019er-Prognose auf 1,064 Mio. Barrel täglich gesenkt, wegen der Aufrundung jedoch einen gleichbleibenden Zuwachs um 1,1 Mio. Barrel täglich kommuniziert. Ob diese Nachfragezunahme und der Anstieg um weitere 1,3 Mio. Barrel täglich im nächsten Jahr ausreichen, um den gleichzeitigen Produktionsanstieg außerhalb der OPEC auszugleichen, ist mehr als fraglich. Laut IEA wird das Nicht-OPEC-Angebot im nächsten Jahr um weitere 2,3 Mio. Barrel täglich steigen, nach einem Zuwachs um 1,3 Mio. Barrel täglich allein in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Deshalb dürfte der Bedarf an OPEC-Öl in der ersten Hälfte 2020 ca. 1,4 Mio. Barrel täglich niedriger liegen als die OPEC im August produziert hat. Die IEA spricht in diesem Zusammenhang von einem „gewaltigen Überschuss“. Um einen Preisrutsch und einen massiven Aufbau der Lagerbestände zu vermeiden, müsste die OPEC+ weitere freiwillige Produktionskürzungen vornehmen. Darüber soll aber erst bei der nächsten offiziellen Sitzung im Dezember entschieden werden. Der Brentölpreis kam auch deshalb gestern erneut unter Druck und fiel zeitweise bis auf 59 USD je Barrel. Saudi-Arabien hat zwar seine Produktion deutlich stärker gesenkt als laut Vereinbarung vorgesehen. Doch andere Mitgliedsländer wie Nigeria oder der Irak sowie Russland, das Teil der OPEC+ ist, haben zuletzt deutlich mehr produziert. Immerhin haben Nigeria und der Irak zugesagt, ihre Produktion bis Oktober auf das vereinbarte Niveau zurückzufahren. Die Maßnahmen Saudi-Arabiens, das angesichts der geplanten Platzierung von Saudi-Aramco im Alleingang versuchen könnte den Ölpreis steigen zu lassen, könnten mittelfristig sogar einen negativen Effekt auf die Ölpreise haben. Die Herausforderung für die OPEC+ dürfte im nächsten Jahr also größer werden und der Druck auf die Ölpreise bestehen bleiben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Die EZB hat gestern geliefert. Sie war jedoch nicht ganz so aggressiv wie wir erwartet hatten. So hat sie den Einlagesatz um 10 Basispunkte auf -0,5% gesenkt und behält sich eine weitere Reduktion vor. Um die Banken teilweise von den Strafzinsen zu befreien, hat die EZB ein Staffelzinssystem beschlossen. Ferner wird sie ab November wieder Anleihen kaufen (QE), und zwar im Umfang von monatlich 20 Mrd. Euro. Die Anleihekäufe sind zeitlich unbegrenzt und sollen erst kurz vor einer Zinserhöhung eingestellt werden, zu der es unseres Erachtens aber auf Jahre nicht kommen wird. Die Wiederaufnahme der Anleihekäufe hat EZB-Präsident Draghi gegen einen ungewöhnlich starken Widerstand im EZB-Rat durchgesetzt. Nach der Veröffentlichung des EZB-Statements ist der Euro zunächst deutlich gefallen, was Gold aber nicht belastet hat. Im Gegenteil, Gold ist relativ deutlich auf 1.525 USD je Feinunze gestiegen. Gold in Euro gerechnet legte wegen der Währungsentwicklung sogar noch stärker zu und verteuerte sich auf gut 1.390 EUR je Feinunze. Später allerdings kehrte sich die Situation komplett um: Der Euro holte sämtliche Verluste wieder auf und wertete darüber hinaus sogar weiter auf. Denn im Markt setzte sich die Meinung durch, dass die EZB weniger expansiv wird als zunächst gedacht. Zudem deutete Draghi in der Pressekonferenz an, dass die EZB so langsam in die Nähe des Endes ihrer geldpolitischen Möglichkeiten kommt. So wie der Euro seine Verluste aufgeholt hat, hat Gold sämtliche Gewinne wieder abgegeben. Heute Morgen handelt es knapp unter 1.500 USD bzw. bei rund 1.350 EUR je Feinunze. Ungeachtet der kräftigen Preisschwankungen gestern gehen wir davon aus, dass Gold mittel- bis langfristig steigen wird. Einer der Gründe dafür ist unseres Erachtens die lockere Geldpolitik der Zentralbanken. Die US-Notenbank Fed dürfte der EZB nächste Woche folgen und ebenfalls die Zinsen senken.

Palladium ist gestern auf ein neues Allzeithoch von 1.624 USD je Feinunze gestiegen. Angesichts der EZB-Sitzung und der damit verbundenen Preisbewegungen bei Gold war dies gestern jedoch nur eine Randnotiz.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold Future Faktor: -10
CJ7RMS Long Palladium Future Faktor: 5
CU3THB Short Palladium Future Faktor: -5
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Industriemetalle: An den Metallmärkten könnte es heute etwas ruhiger zugehen, da in China Feiertag ist. Gestern wurden die Metalle durch die Dollar-Bewegung (siehe Edelmetalle oben) durchgeschüttelt. Insbesondere Kupfer fuhr Achterbahn. Es beendete den Handel allerdings mit einem Plus von 1,1%. Heute Morgen legt Kupfer weiter auf 5.900 USD je Tonne zu. Im Handelsstreit zwischen den USA und China gibt es weitere Entspannungssignale. Laut Medienberichten möchte China in den Handelsgesprächen einige der schwierigeren Themen ausklammern und über ein Teil- bzw. vorläufiges Abkommen verhandeln. US-Präsident Trump scheint dem nicht völlig ablehnend gegenüberzustehen.

Nickel pendelt seit einigen Tagen um die Marke von 18.000 USD je Tonne. Im Rahmen einer Konferenz der Nickelindustrie im indonesischen Jakarta hat einer der weltweit größten Nickelproduzenten seine Defizitschätzung für den globalen Nickelmarkt im nächsten Jahr deutlich auf 30-40 Tsd. Tonnen reduziert (von zuvor 60-70 Tsd. Tonnen). Der Produzent sieht den vorgezogenen Exportstopp von Erzen in Indonesien nicht als große Gefahr für den Markt, da das Angebotswachstum das Nachfragewachstum übertreffen würde. Zudem gebe es genügend Lagerbestände, die das Defizit teilweise auffangen könnten. Ebenfalls im Rahmen dieser Konferenz hat der Vorsitzende des Verbands der philippinischen Nickelindustrie bekannt gegeben, dass die Philippinen wahrscheinlich mehr Nickelerz fördern werden. Die Produktion sei aber zum Beispiel durch Restriktionen der Regierung limitiert.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7L Long Copper Future Faktor: 8
CJ3D7T Short Copper Future Faktor: -8
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