Rohstoffe

Gold gerät nach Fed-Sitzungsprotokoll unter Druck

Energie: Die Ölpreise bekamen gestern einen weiteren Schub, nachdem der nigerianische Präsident die Bereitschaft seines Landes zu Produktionskürzungen signalisierte. Brent verteuerte sich daraufhin auf 67,4 USD je Barrel. WTI steigt nach dem Kontraktwechsel in der Nacht auf 57,5 USD. Höher notierten beide Ölsorten zuletzt im November 2018. Seit Jahresbeginn hat sich Brent bereits um 25% verteuert. Die Strategie der OPEC+, mit Produktionskürzungen das Überangebot vom Markt zu nehmen und zu höheren Ölpreisen zu kommen, ist damit aufgegangen. Diese Einsicht scheint auf Druck von Saudi-Arabien nun auch Nigeria erlangt zu haben, das sich bislang nur unzureichend an die vereinbarten Produktionsziele gehalten hat. Laut OPEC-Monatsbericht hatte Nigeria seine Ölproduktion im Januar sogar erhöht, anstatt sie zu reduzieren. Präsident Buhari sagte einem saudi-arabischen Gesandten gestern zu, dass sich Nigeria an die Vorgaben des Kürzungsabkommens halten wolle. Der saudi-arabische Energieminister al-Falih hat laut eigener Aussage mit allen Ländern gesprochen, die die Kürzungen bislang nur langsam umgesetzt hätten, und entsprechende Zusicherungen erhalten. Al-Falih zufolge könnte das Ziel eines ausgeglichenen Marktes bis April erreicht sein. Einen maßgeblichen Beitrag dazu leistet Saudi-Arabien, das seine Produktion deutlich stärker reduziert als eigentlich vorgesehen. Ein gemeinsames Komitee der OPEC+ stellte gestern fest, dass die Umsetzung aller an den Produktionskürzungen beteiligten Länder im Januar bei 83% lag. Laut IEA lag die Umsetzung bei der OPEC bei 86%, bei den Nicht-OPEC-Ländern dagegen nur bei 25%.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold hat gestern Abend nach der Veröffentlichung des letzten Fed-Sitzungsprotokolls etwas nachgegeben, da das Protokoll weniger taubenhaft war als der Fed-Vorsitzende Powell auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung klang. Demnach steht die US-Notenbank nicht vor einem radikalen Kurswechsel, über die Möglichkeit von Zinssenkungen wurde überhaupt nicht gesprochen. An den Zinserwartungen des Marktes hat sich nach dem Protokoll nichts geändert. Für dieses Jahr wird keine Zinserhöhung der Fed erwartet. Nachdem die chinesische Zentralbank im Januar weiter Gold gekauft hatte (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 12. Februar), haben im letzten Monat auch andere Zentralbanken ihre Goldreserven aufgestockt. So zum Beispiel die russische (gut 6 Tonnen) und die kasachische Zentralbank (knapp 3 Tonnen). Der Internationale Währungsfonds meldet zudem Goldkäufe von weiteren Zentralbanken im Dezember.
Der Anlauf und das Überschreiten der 1.500 USD-Marke bei Palladium gingen mit einem sehr hohen Handelsvolumen einher. Vorgestern und gestern wurden an der Nymex in New York 12,3 Tsd. bzw. 11,2 Tsd. Futures-Kontrakte gehandelt, mehr als doppelt so viele pro Tag wie bislang in diesem Jahr. Generell hat das Handelsvolumen dort seit Jahresbeginn deutlich zugenommen (in der ersten Januarhälfte lag der Tagesumsatz noch bei durchschnittlich 4,2 Tsd. Kontrakten), was ein Problem für den kleinen und oftmals illiquiden Palladiummarkt ist. Denn hohe Umsätze können starke Verzerrungen im Markt auslösen, unterstellt man, dass zuletzt große Kaufaufträge dabei waren.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4
CJ7RMR Long Palladium-Future Faktor: 4
CJ7RMJ Short Palladium-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Kupfer ist gestern weiter deutlich gestiegen und handelte erstmals seit Juli wieder über der Marke von 6.400 USD je Tonne. Ein allgemein freundliches Marktumfeld und technische Käufe trugen u.E. zum Preisanstieg bei. Heute Morgen gibt es moderate Gewinnmitnahmen, obwohl gemeldet wird, dass die USA und China an mehreren Absichtserklärungen arbeiten, die die Basis für ein Handelsabkommen sein könnten. Einen Durchbruch bei den aktuell laufenden Gesprächen in Washington erwarten wir aber nach wie vor nicht.
Die globale Aluminiumproduktion ist im Januar gemäß Daten des International Aluminium Institute (IAI) im Vergleich zum Vorjahr um 1,1% auf 5,3 Mio. Tonnen bzw. 171,1 Tsd. Tonnen pro Tag gesunken. Im Vergleich zum Vormonat war der Rückgang etwas ausgeprägter. Dieser ist fast ausschließlich auf China zurückzuführen. Offenbar haben dort die Schmelzen ihre Produktion gedrosselt, nachdem diese im Dezember noch auf Rekordniveau lag. Laut Einschätzung des chinesischen Datenanbieters SMM machen die chinesischen Schmelzen schon seit Monaten Verluste (in der letzten Woche demnach umgerechnet 118 USD je Tonne). Daher hatten sich schon kurz vor Weihnachten chinesische Aluminiumproduzenten getroffen und laut Angaben des Verbands der chinesischen Buntmetallindustrie gemeinsame Kapazitätsschließungen von über 800 Tsd. Tonnen p.a. beschlossen. Diese wurden nun offenbar teilweise umgesetzt. Auf den Aluminiumpreis hatten die IAI-Daten kaum Auswirkungen. Dieser beendete den Handel gestern leicht fester mit knapp 1.870 USD je Tonne.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7H Long Kupfer-Future Faktor: 4
CJ3D7Q Short Kupfer-Future Faktor: -4

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