Rohstoffe

Goldpreis im Sinkflug

Es stehen keine größeren Veröffentlichungen für die Öl- und die Industriemetallmärkte an. Nachfragesorgen werden wohl die Oberhand behalten. Am Goldmarkt dürfte der Rückblick auf das zweite Quartal zeigen, dass auch die physische Nachfrage in Asien geschwächelt hat. Für einen Umschwung am Markt sind aber vor allem die Investoren gefragt: Die Zinsanhebung der Fed wird dabei wohl kaum helfen.

Umschwung am Goldmarkt noch nicht in Sicht

Wegen der besseren Stimmung an den Finanzmärkten hatten sich die Ölpreise genau wie die Preise der Industriemetalle etwas erholt. Aber die Erleichterung darüber, dass nun wieder Gas durch die Nord Stream 1 fließt, währte wohl auch deshalb nicht lange, weil Putin bereits erneut mit einer Drosselung der Lieferungen gedroht hat (siehe unten). Auch die Zinserhöhung der Fed dürfte – wenngleich erwartet – zementieren, dass wirtschaftlich nun erstmal eine langsamere Gangart in den USA angezeigt ist. Die US-Ölnachfrage stottert jedenfalls jetzt schon empfindlich: Sollte der wöchentliche US-Lagerbericht eine Fortsetzung der zuletzt enttäuschenden Benzinnachfrage im mit Abstand wichtigsten Absatzland bestätigen, dürfte dies die Stimmung drücken.

An den Industriemetallmärkten schaut man vor allem nach China: Nach den enttäuschenden BIP-Quartalszahlen, die primär den Null-Covid-Maßnahmen anzulasten waren, dürfte das Wachstum im dritten Quartal zwar wieder anziehen. Viel Schwung ist aber nicht zu erwarten. Wir erwarten nach dem starken Einbruch eher eine Stabilisierung der Preise.

Im Fokus steht nächste Woche der Goldmarkt. Über weite Strecken war die Gold-Schwäche der Stärke des Dollars anzulasten. Zuletzt hat der Preis aber sogar in EUR nachgegeben (Chart 2). Vor allem die spekulativen Investoren scheinen wenig Interesse zu haben. Denn sie sind erstmals seit mehr als drei Jahren mehrheitlich auf der Short-Seite zu finden. Auch die Gold ETFs verbuchen seit Mitte April Mittelabflüsse. Der World Gold Council bezifferte sie für das zweite Quartal auf fast 40 Tonnen, übrigens nach einem Zufluss von rund 275 Tonnen im ersten Quartal. Nächsten Donnerstag präsentiert der WGC weitere Zahlen für die anderen Nachfragekomponenten. Die verhaltenen Goldimporte deuten auf eine schwache chinesische Nachfrage hin, die sich in einer niedrigen Nachfrage nach Barren und Münzen bzw. Schmuck niederschlagen dürfte. Auch hier machen sich die Corona-Lockdowns bemerkbar. Die niedrigen Preise sprechen zwar für ein Anziehen der Nachfrage im asiatischen Raum. Entscheidend ist aber, wann das Sentiment der Investoren dreht: Ein von uns mittelfristig erwarteter schwächerer Dollar dürfte in der zweiten Jahreshälfte helfen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Energie

Nach dem Ende der 10-tägigen Wartungsarbeiten fließt seit gestern wieder Gas durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland. Die gemeldeten Gasflüsse erreichten mit 700 GWh pro Tag bzw. 40% der Leitungskapazität wieder das Niveau von vor Beginn der Unterbrechung. Russlands Präsident Putin hat allerdings gedroht, dass die Lieferungen in der kommenden Woche auf 20% absinken könnten, falls bis dahin die fehlende Gasturbine nicht eingebaut ist. Dann muss Putin zufolge eine weitere Turbine zur Überholung ausgebaut werden, was die Leistung der Pipeline entsprechend verringern würde. Die EU-Kommission hat als Reaktion auf die drohende Gasmangellage vorgeschlagen, den Gasverbrauch in der EU zwischen August und März um bis zu 15 Prozent im Vergleich zum Durchschnittsverbrauch der Jahre 2016-2021 zu reduzieren. Dies soll zunächst auf freiwilliger Basis geschehen. Konkrete Maßnahmen, wie dies erreicht werden soll, gibt es bislang nicht. Einige EU-Länder lehnen diese Pläne allerdings ab.

Russland hat angekündigt, bei einer Preisobergrenze unterhalb der Produktionskosten kein Öl mehr zu exportieren. Dann würden die Ölunternehmen Verluste machen, was laut dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Nowak unakzeptabel wäre. Hintergrund sind von US-Finanzministerin Yellen vorangetriebene Pläne, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Öl durch einen festgelegten Maximalpreis zu begrenzen. Darauf hatten sich die G7 bei ihrem Treffen im Juni grundsätzlich verständigt. Allerdings kaufen die meisten westlichen Länder ohnehin kaum noch russisches Öl. Die EU als bislang größter Abnehmer will die Ölimporte aus Russland bis zum Jahresende nahezu vollständig einstellen. Daher müssten sich auch China und Indien daran beteiligen, die ihre Käufe in den letzten Monaten deutlich ausgeweitet haben. Dafür müsste die Preisobergrenze noch unterhalb des Preisabschlags für russisches Öl liegen. Dieses wird gut 30 USD je Barrel unter Brent gehandelt.

Die Preise im EU-Emisisonshandel haben diese Woche deutlich nachgegeben und sind unter 80 EUR je Tonne gerutscht. Maßgeblich war die Befürchtung, dass der Gas-Sparplan der EU-Kommission (siehe oben) vor allem die erfassten energieintensiven Industriesektoren in die Pflicht nehmen könnte und der Bedarf an Emissionsrechten entsprechend sinkt.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7ULongOil Brent FutureFaktor: 5
SH310NShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD1XJFLongOil WTI Light Crude Future Faktor: 5
SH3QBCShortOil WTI Light Crude Future Faktor: -5
SH2SLDLongNatural Gas Future Faktor: 5
SN0WY8ShortNatural Gas Future Faktor: -5
SH3P8QLongICE EUA Future Dec 2022 (CO2)Faktor: 5
SH7A0MShortICE EUA Future Dec 2022 (CO2)Faktor: -5
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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle

Der Goldpreis setzte seine Talfahrt in den vergangenen Tage fort und fiel gestern auf ein 16-Monatstief von 1.680 USD je Feinunze. Der Preisrutsch erfolgte trotz eines stabilen EUR/USD-Wechselkurses, weshalb auch der Goldpreis in Euro ein 5-Monatstief von 1.650 EUR je Feinunze markierte. Preisdruck geht vor allem durch anhaltende Verkäufe seitens von ETF-Anlegern aus. Diese haben innerhalb der letzten vier Wochen mehr als 100 Tonnen aus den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs abgezogen. Zuletzt gab es an 17 aufeinanderfolgenden Tagen Mittelabflüsse. Noch deutlich stärker sind die ETF-Abflüsse bei Silber. Seit Anfang Juli sind die von Bloomberg erfassten Silber-ETF-Bestände um fast 1.300 Tonnen gesunken. Das ist bereits fast so viel wie im gesamten zweiten Quartal, als die stärksten Abflüsse seit 11 Jahren verzeichnet wurden. Der Silberpreis näherte sich daraufhin wieder dem Mitte Juli bei gut 18 USD je Feinunze verzeichneten 2-Jahrestief. Im gestrigen Handelsverlauf drehten die Preise nach oben. Gold stieg nach der stärker als erwartet ausgefallenen EZB-Zinserhöhung wieder über die Marke von 1.700 USD je Feinunze, da der Euro zwischenzeitlich aufwertete. Auch als der Euro die Gewinne wieder abgab, blieb Gold auf dem höheren Niveau.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD3APGLongGold FutureFaktor: 5
SF5DDDShortGold FutureFaktor: -5
SN4ZYHLongSilver FutureFaktor: 5
SF5DDEShortSilver FutureFaktor: -5
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Industriemetalle

Der Zink- und der Bleimarkt waren laut der jüngsten Zahlen der International Lead and Zinc Study Group in den ersten fünf Monaten nahezu ausgeglichen. An beiden Märkten lagen sowohl Angebot als auch Nachfrage unter den Vorjahreswerten. Beide Preise hatten sich in den letzten Tagen von ihrem massiven Preisrückgang etwas erholt, waren aber mit zunehmender allgemeiner Skepsis schon wieder unter Druck geraten. Zink notiert nur 3% über dem 13-Monatstief von Mitte Juli, Blei immerhin noch fast 10% über dem vorige Woche verzeichneten 20-Monatstief. Unseres Erachtens ist es angesichts der vielen Unsicherheitsfaktoren noch zu früh für eine Trendwende.

Der Aluminiumpreis war verglichen mit dem Hoch Mitte März bis Ende letzter Woche um fast 40% eingebrochen. Sorgen vor Angebotsknappheit wichen dem Gefühl einer Überversorgung: Laut Daten des World Bureau of Metal Statistics war in den ersten fünf Monaten wohl ein kleiner Überschuss von knapp 320 Tsd. Tonnen zu verbuchen. Für China ist die Researchgruppe SMM optimistisch, dass die Produktion in der zweiten Jahreshälfte zulegt. Andernorts beißen die hohen Energiekosten und drohende Rationierungen. Der europäische Verband für Nichteisen-Metalle Eurometaux warnt vor weiteren deutlichen Kürzungen in Europas Aluminiumindustrie.

Technologie-Sektor: Kurzfristig anfällig, längerfristig aussichtsreich?
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