Rohstoffe

Goldnachfrage in Asien liegt am Boden

Energie: Probleme des US-Schieferölsektors unterstützen den Ölpreis
Die Ölpreise setzen ihren Höhenflug nach dem kurzen Rücksetzer am Freitag wieder fort. Der WTI-Ölpreis handelt dabei heute Morgen mit 34,5 USD je Barrel nahe eines Zehnwochenhochs. Wir haben zuletzt mehrmals darauf hingewiesen, dass sich bei den aktuellen Preisen einige neue Schieferölprojekte schon wieder rentieren dürfte. Doch ob der jüngste Preisanstieg dem US-Schieferölsektor schon kurzfristig entscheidend helfen wird, ist fraglich. Zu groß scheinen dessen Finanzierungsschwierigkeiten, wobei nach Einschätzung des Researchunternehmens Rystad Energy der Abschreibungsbedarf bei führenden Unternehmen aktuell knapp 40 Mrd. USD betragen dürfte. Bis zu 250 Unternehmen aus dem Sektor könnten daher laut Rystad bis Ende 2021 in Insolvenz getrieben werden, wenn sich die Ölpreise nicht weiter erholen. Nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch ist das Volumen von Bonds der US-Energiefirmen mit Ramsch-Status zuletzt auf 108 Mrd. USD gestiegen (von 68 Mrd. USD im Vorjahr). Daher dürfte die Reaktion der Schieferölunternehmen auf den jüngsten Preisanstieg kurzfristig nur verhalten ausfallen denn die Exploration, die Erschließung und die Inbetriebnahme von Ölvorkommen erfordern Anlauffinanzierung. Und ohne neue Exploration, keine Schieferölproduktion! Denn die hohen Erschöpfungsraten der Schieferölvorkommen führen dazu, dass laut IHS Markit lediglich 20% des für dieses Jahr erwarteten Produktionsrückgangs in den USA wegen der freiwilligen Schließung bestehender Projekte kommt, während der Rest aus den Stornierungen geplanter Erschließungen stammt. Der spezialisierte Analysedienst ShareProfile Analytics erwartet, dass die US-Schieferölproduktion um mehr als ein Drittel auf unter 5 Mio. Barrel täglich fallen könnte, wenn sich die Exploration nicht in Kürze erholt. Die Kollateralschäden des Preiskriegs der OPEC und Russlands sowie des massiven coronabedingten Preisrutsches im April in der US-Schieferölindustrie scheinen also groß und nachhaltig. Das dürfte insbesondere den WTI-Ölpreis weiter unterstützen.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CX1CallOil Brent FutureHebel: 5,3
SR9QNXPutOil Brent FutureHebel: 4,8
CL956BCallOil WTI Light FutureHebel: 4,3
CL725WPutOil WTI Light FutureHebel: 4,9
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: China exportiert erstmals auf Nettobasis Gold (nach Hongkong)
Die Daten der Statistikbehörde Hongkong zum Goldhandel mit China warteten gestern mit einer großen Überraschung auf. China hat im letzten Monat mehr Gold nach Hongkong exportiert (14,5 Tonnen) als von dort importiert (4,2 Tonnen). Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2007 waren die Netto-Goldimporte Chinas aus Hongkong im April also negativ. Die Goldimporte waren so niedrig wie zuletzt im Februar 2011. Für gewöhnlich dient Hongkong als wichtigster Importort für Gold nach China, da die chinesische Goldnachfrage deutlich höher ist als das einheimische Goldangebot. Die Coronakrise und rekordhohe lokale Preise führten allerdings dazu, dass die chinesischen Haushalte kaum Gold erwerben. Schon in den Monaten zuvor waren die Netto-Importe aus Hongkong aus diesem Grund sehr niedrig. In den ersten vier Monaten des Jahres summieren sich diese auf lediglich 17,1 Tonnen. Das sind 89% weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im letzten Monat bestand in China offensichtlich ein Überangebot an Gold. Chinesische Händler haben ihr Gold zu Abschlägen von 50-70 USD auf den Marktpreis verkaufen müssen. Das überschüssige Gold hat den umgekehrten Weg zurück nach Hongkong genommen. Auch in Indien war die Goldnachfrage zuletzt sehr schwach. Im April waren die indischen Goldimporte vollständig zum Erliegen gekommen. Dies unterstreicht die derzeit hohe Abhängigkeit der Goldnachfrage und des Goldpreises von der Nachfrage nach Gold-ETFs. Diese blieb bis zuletzt sehr robust. Allein in diesem Monat sind mehr als 120 Tonnen Gold in die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs geflossen. Das ist deutlich mehr als China und Indien zusammen für gewöhnlich importieren.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Stahlproduktion in China steigt, anderswo fällt sie
Der Weltstahlverband WSA schätzt, dass die Weltstahlproduktion im April trotz einer Stabilisierung beim größten Produzenten China im Jahresvergleich um 13% auf 137,1 Mio. Tonnen gefallen ist, der stärkste Rückgang seit dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise 2008/09 im April 2009. Die Stahlhütten in der EU haben laut WSA ihre Produktion im April um 23%, die in den USA um ein Drittel und in Indien sogar um fast zwei Drittel gegenüber dem Vorjahr reduziert, während die chinesische Produktion stabil war. Das Auseinanderdriften zwischen China und dem Rest der Welt setzt sich im Mai fort. Während die Corona-bedingten Einschränkungen außerhalb Chinas erst allmählich gelockert werden, steigt die Stahlproduktion in China weiter an. Laut SMM haben die Unternehmen des chinesischen Eisenerz- und Stahlverbandes CISA in der Zeit von 11. bis 20. Mai bereits 2,08 Mio. Tonnen Stahl täglich hergestellt. Dies ist der zweithöchste Wert für eine Zehntagesperiode überhaupt und ein Zuwachs von 1,9% gg. Vorjahr. Die Sorge des japanischen Verbandes ist daher nachvollziehbar, dass die aktuell starke Ausweitung der Produktion in China höhere Exporte zur Folge haben wird, insbesondere mit dem Blick auf eine verhaltene Produktion anderswo. Japan hat zwar gestern und damit eine Woche früher als erwartet den landesweiten Ausnahmezustand beendet. Doch die verhaltene Nachfrage und längere Anlaufzeiten dürften die Stahlproduktion im Lande noch bremsen. Die chinesische Regierung prescht mit der Konjunkturunterstützung vor. So sollen die dortigen Lokalregierungen in diesem Jahr Anleihen im Wert von 3,75 Billionen Yuan bzw. über 525 Mrd. USD zum Zwecke der Finanzierung von Infrastrukturprogrammen emittieren. Das dürfte das Wachstum der Infrastrukturinvestitionen und die Metall- und Stahlnachfrage stark steigern. Die Anlageinvestitionen ohne ländliche Haushalte waren in den ersten vier Monaten besonders schwach und sind im Jahresvergleich zweistellig gefallen.