Rohstoffe

Gold vor ereignisreicher Woche

Energie: Irak sorgt mit zusätzlichen Kürzungen für mehr Vertrauen in OPEC+

Die Ölpreise starten wieder freundlicher in die Woche und erholen sich vom am Freitag durch Nachfragesorgen verursachten Preisrückgang auf über 55,5 USD (Brent) bzw. 52,5 USD je Barrel (WTI). Der Anlegeroptimismus an den Finanzmärkten und ein schwächerer US-Dollar wirken unterstützend. Auch sind die am Freitag veröffentlichten offiziellen US-Lagerdaten nicht so negativ wie es auf den ersten Blick scheint. Laut DOE sind die US-Rohölvorräte in der Woche zum 15. Januar zwar überraschend um 4,35 Mio. Barrel gestiegen und liegen mit 486,6 Mio. Barrel rund 9% höher als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Man muss jedoch berücksichtigen, dass die Daten um die Jahreswende häufig unzuverlässig sind. Denn einige US-Bundesstaaten erheben die sog. Ad-Valorem-Steuer bzw. Wertsteuer auf die Lagerbestände zum Jahresende, weshalb sie gegen Jahresende teilweise ab- und dann wieder aufgebaut werden. Die Rohölbestände in Cushing sind in der Berichtswoche dagegen deutlich gefallen und die Vorräte von Ölprodukten weniger stark gestiegen als vom Analystenkonsens erwartet (Destillate) bzw. sogar überraschend gefallen (Benzin). Auch von der Angebotsseite gibt es eher Unterstützung: Laut vorläufigen EIA-Daten blieb die US-Ölproduktion in den letzten zwei Monaten stabil bei 11 Mio. Barrel täglich, reagiert also (noch) nicht auf den starken Preisanstieg. Gemäß Baker Hughes ist die Zahl neuer Ölbohrungen in den USA zuletzt weiter gestiegen, wenn auch nur geringfügig. Die OPEC scheint sich trotz deutlich höherer Preise ebenfalls diszipliniert zu verhalten. Zudem will der Irak, der im Sommer mehr produziert hatte als vereinbart, im Januar und Februar kompensierende Produktionskürzungen vornehmen. Das Land wird laut Bloomberg demnach in diesen beiden Monaten täglich “lediglich” etwa 3,6 Mio. Barrel produzieren, so wenig wie seit Anfang 2015 nicht mehr. Im Dezember hat der Irak noch etwa 3,85 Mio. Barrel täglich produziert. Das Angebotsdefizit könnte damit im 1. Quartal noch etwas größer ausfallen. Die Umsetzung der Kompensationskürzungen dürfte zudem das Vertrauen in die Vereinbarung der OPEC und ihrer Alliierten (OPEC+) und die Ölpreise selbst unterstützen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD1CNHShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold vor ereignisreicher Woche

Gold handelt zum Wochenauftakt bei 1.850 USD je Feinunze knapp über der 200-Tage-Linie. Am Freitag war der Preis kurzzeitig unter diese Marke gerutscht, bevor er sich am Nachmittag im Zuge der allgemeinen Erholung der Rohstoffpreise wieder darüber schieben konnte. Das Anlegerinteresse ist derzeit nur gering ausgeprägt. Die Gold-ETFs verzeichneten am Freitag keine Zuflüsse, wie auch im Verlauf der gesamten letzten Woche nicht. Die CFTC-Daten zeigten am Freitag keine Veränderung der Marktpositionierung. Die Netto-Long-Positionen der spekulativen Anleger verharrten in der Woche zum 19. Dezember bei 78 Tsd. Kontrakten. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass weder die letzte Phase des Anstiegs auf 1.875 USD noch der darauffolgende Absturz des Goldpreises auf 1.835 USD in diesen Zahlen enthalten sind. Momentan scheint es an Impulsen zu fehlen, den Goldpreis aus dieser Spanne zu katapultieren. Ob Fed-Chef Powell dazu in seiner Pressekonferenz im Anschluss an die FOMC-Sitzung am Mittwoch in der Lage sein wird, bleibt abzuwarten. Die Notwendigkeit für die Fed, nochmals nachzulegen, ist durch die Ende letzten Jahres vom Kongress verabschiedeten Hilfszahlungen sowie das vom neuen US-Präsidenten Biden angekündigte noch viel größere Konjunkturpaket nicht mehr gegeben. Zudem werden in dieser Woche Zahlen zu den Goldlieferungen im Dezember aus der Schweiz und aus Hongkong veröffentlicht. Diese werden zeigen, wie stark bzw. schwach die Goldnachfrage in Asien zum Jahresende gewesen ist. Am schwachen Gesamtjahr werden sie ohnehin nichts mehr ändern können. Die Schwäche der klassischen Goldnachfrage dürfte auch der World Gold Council in seinem Quartalsbericht zu den Nachfragetrends bestätigen. Dem stand 2020 eine rekordhohe Investmentnachfrage gegenüber, die vor allem von der ETF-Nachfrage getrieben wurde. Diese belief sich laut WGC trotz der Abfüsse im 4. Quartal noch immer auf beispiellose 877 Tonnen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
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Industriemetalle: Starke Nachfrage treibt Zinnpreis auf 6,5-Jahreshoch

Nachdem die Metallpreise am Freitagnachmittag ihre zwischenzeitlichen Verluste aufgeholt hatten, steigen sie zum Wochenauftakt weiter. Ein Metall sticht dabei heraus: Zinn. Mit über 22.500 USD je Tonne markiert es heute Morgen ein 6½-Jahreshoch. Es hat sich mittlerweile zwölf Wochen in Folge verteuert und kämpft mit Nickel um Platz 1 bei den Industriemetallen (beide +11% seit Jahresbeginn). Der Zinnpreis wird derzeit sowohl von einer starken Nachfrage als auch von einem nicht ausreichenden Angebot nach oben getrieben. Gemäß Daten bzw. Einschätzungen des World Bureau of Metal Statistics und der International Tin Association wies der globale Zinnmarkt im letzten Jahr ein Angebotsdefizit auf und wird auch in diesem Jahr unterversorgt bleiben. Die starke Nachfrage kommt aktuell vor allem aus der Elektronikindustrie, in der Zinn als Lötmittel eingesetzt wird. Die Elektronikindustrie ist ein Profiteur der Corona-Krise – Home Office macht sich hier besonders bemerkbar. Die Nachfrage zum Löten steht wiederum für rund die Hälfte der gesamten Zinnnachfrage. Die starke Zinnnachfrage spiegelt sich auch in den Lagerbeständen wider: Die LME-Vorräte sind mittlerweile auf nur noch 1.020 Tonnen abgeschmolzen und liegen aktuell auf dem niedrigsten Niveau seit Mai 2019. Sie sind damit nicht mehr weit von einem 30-Jahrestief entfernt. 390 Tonnen Zinn sind zudem noch zur Auslieferung aus den LME-Lagerhäusern abgerufen. In den Lagerhäusern der SHFE sieht es dagegen noch etwas entspannter aus: Dort lagern aktuell rund 5.150 Tonnen Zinn. Langfristig dürfte die Zinnnachfrage von einigen Zukunftstrends wie den Elektroautos und der 5G-Technologie profitieren. Um diese Nachfrage zu befriedigen, bedarf es aber mehr Angebot. Indonesien, der weltgrößte Zinnexporteur, hat im letzten Jahr „nur“ 65,6 Tsd. Tonnen Zinn ausgeführt, die geringste Menge seit vier Jahren. Allerdings sollte der hohe Zinnpreis den Produzenten und Exporteuren dort Anreiz bieten, jetzt wieder mehr zu produzieren und zu exportieren.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Jahresausblick: 20 Trends für 2021

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