Rohstoffe

Gold von guten US-Arbeitsmarktdaten nur kurz beeindruckt

Energie: Licht und Schatten am Ölmarkt

Positive wie negative Einflussfaktoren halten sich am Ölmarkt weiterhin die Waage. Man kann dabei keinen eindeutigen Trend erkennen, weil Indikatoren nicht nachhaltig und nicht zuverlässig sind und unterschiedlich interpretiert werden können. So ist die Zahl der Ölbohrungen in den USA laut Baker Hughes erneut gefallen und liegt mit 185 auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2009. Doch hat sich der Rückgang in den letzten Wochen merklich verlangsamt und es gibt Anzeichen zumindest für eine Stabilisierung der US-Ölproduktion, wenngleich auf einem relativ niedrigen Niveau um 11 Mio. Barrel täglich. Das Gleiche gilt für das OPEC-Angebot, das vor allem dank der OPEC und ihren Verbündeten seit Mai massiv gefallen ist, wobei die OPEC-Produktion mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit 1991 liegt. Doch wird sich die OPEC nicht ewig zurückhalten und ihre Produktion ab August wieder hochfahren. Auch sollten die libyschen Ölexporte in Kürze auf den Markt zurückkehren. Die anderweitige Konkurrenz “schläft” ebenfalls nicht. Nach den freiwilligen Produktionskürzungen im Juni wird die norwegische Ölproduktion demnächst wieder stark steigen. So sollen die Ölexporte aus dem großen Ölfeld Johan Sverdrup von umgerechnet 429 Tsd. Barrel im Juli auf einen Rekordwert von 465 Tsd. Barrel täglich im August steigen. Deshalb bleiben wir gegenüber den Ölpreisen skeptisch gestimmt. Zwar haben sowohl Brent als auch WTI das letzte Quartal mit den höchsten Zugewinnen seit 1990 beendet und befinden sich derzeit in einem Aufwärtstrend. Doch ist der jüngste Anstieg auch dem beispiellosen Rückgang davor geschuldet und auf Hoffnung gebaut. Ob die Preise für Brent und WTI insbesondere im Hinblick auf die Rekordzahlen an Covid-19-Neuinfektionen in den USA diese Niveaus verteidigen können, ist aktuell fraglich.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB9B7QCallOil Brent FutureHebel: 4,7
SB9C29PutOil Brent FutureHebel: 4,7
SB9BCGCallOil WTI Light FutureHebel: 4,7
CL9HSPPutOil WTI Light FutureHebel: 4,8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold von guten US-Arbeitsmarktdaten nur kurz beeindruckt

Morgen wird in den USA der Unabhängigkeitstag gefeiert. Deshalb gibt es heute einen vorgezogenen Feiertag und die Märkte sind dort geschlossen. Das US-Arbeitsministerium hat daher schon gestern seine monatlichen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Demnach wurden in den USA im Juni 4,8 Mio. neue Stellen geschaffen, deutlich mehr als erwartet. Trotz zuletzt zwei guter Arbeitsmarktberichte in Folge wurde bislang aber nur ein Drittel des vorangegangenen Stellenabbaus wieder aufgeholt. Zudem wurden in der letzten Woche mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet, was mit der stärkeren Ausbreitung des Virus und den damit verbundenen neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in Zusammenhang stehen dürfte. Der Goldpreis hat auf die Daten nur mit moderaten Abschlägen reagiert und ist kurzzeitig unter 1.760 USD je Feinunze gefallen. Bis zum Handelsende hat er alle Verluste wieder aufgeholt und leicht im Plus bei 1.775 USD geschlossen.

Wie wir in den letzten Monaten schon mehrfach geschrieben haben, liegt die physische Goldnachfrage in Asien am Boden. Im Falle von Indien wurde dies gestern erneut bestätigt: Vorläufigen Regierungsdaten zufolge sind die indischen Goldimporte im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 86% auf nur noch rund 11 Tonnen eingebrochen. Im April und Mai waren sie allerdings noch tiefer bzw. fast nicht existent. Im Juni waren noch viele Juweliergeschäfte wegen des landesweiten Lockdowns zur Bekämpfung des Coronavirus geschlossen. Auch war der internationale Flugverkehr stark beeinträchtigt. Hinzu kamen die rekordhohen lokalen Preise, so dass Gold ohnehin weniger nachgefragt war. Wann die Goldnachfrage in Asien wieder anspringt, lässt sich aus heutiger Sicht noch nicht sagen. In den letzten Monaten wurde die schwache physische Goldnachfrage zumindest teilweise durch eine starke Investmentnachfrage aufgefangen. Letztere hat dem Goldpreis zu seinem Anstieg auf fast 1.800 USD je Feinunze verholfen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Corona beeinträchtigt Welthandel mit Eisenerz

Das australische Ministerium für Industrie, Wissenschaft, Energie und Rohstoffe hat kürzlich seinen Quartalsbericht zur Lage und zu den Aussichten für die für Australien wichtigen Rohstoffe veröffentlicht. Wie immer wird darin auch Eisenerz besprochen, das bedeutendste Exportgut des Landes. Im Vergleich zum Bericht von Ende März erwartet das Ministerium für 2020 jetzt einen um rund 200 Mio. Tonnen geringeren Welthandel mit Eisenerz (1,58 Mrd. Tonnen). Die Abwärtsrevision ist dem Coronavirus geschuldet. Während die Abstriche für Australien moderat ausfallen, sieht das Ministerium vor allem Brasilien von der Corona-Krise stark betroffen. Zudem wirkt dort immer noch der Dammbruch im letzten Jahr nach. Für den weltweit zweitgrößten Eisenerzexporteur hat es daher seine Prognose um fast 20% reduziert. Demnach wird es auch Jahre dauern, bis die brasilianischen Exporte wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht haben. Australien selbst soll seine Exporte in den kommenden Jahren merklich ausweiten und dürfte 2021 erstmals mehr als 900 Mio. Tonnen p.a. ausführen. Für die größere Menge Eisenerz gibt es dem Ministerium zufolge auch entsprechenden Bedarf, nämlich in China. Dort läuft die Stahlproduktion auf Hochtouren, was sich in einer hohen Nachfrage nach Eisenerz niederschlägt. So dürfte China auch weiterhin Jahr für Jahr mehr als 1 Mrd. Tonnen Eisenerz jährlich importieren. Wegen der angespannten Angebotslage hat das australische Ministerium seine Prognose für den Eisenerzpreis deutlich angehoben. Im Durchschnitt für 2020 erwartet es jetzt einen Preis, der nicht allzu weit unter dem aktuellen Niveau liegt. In den kommenden Jahren soll der Preis sinken, da dann wieder mehr Angebot zur Verfügung steht. Wir teilen diese Einschätzung und erwarten ebenfalls fallende Eisenerzpreise.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.