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Klöckner berät mit Verbänden über Nothilfen für den Wald

BERLIN (dpa-AFX) - Die deutschen Wälder sollen nach massiven Schäden durch Dürre und Borkenkäfer besser für den Klimawandel gewappnet werden. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will dazu am Donnerstag (10.00 Uhr) in Berlin mit mehreren Verbänden über Nothilfen und eine große Wiederaufforstung beraten. Teilnehmen sollen unter anderem Vertreter von Waldbesitzern und Forstwirtschaft, Naturschutz- und Jagdverbänden, Holzverarbeitern und Kommunen. Das Treffen soll einen "Waldgipfel" von Bund und Ländern am 25. September vorbereiten, bei dem dann auch konkrete Beschlüsse gefasst werden sollen.

Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte das Gespräch. Auf lange Sicht widerstandsfähig werde der Wald nur, wenn er sich regenerieren und in längeren Ruhepausen an neue Bedingungen in der Klimakrise anpassen könne, sagte Greenpeace-Expertin Gesche Jürgens der Deutschen Presse-Agentur. Gebraucht würden mehr Gebiete mit natürlicher Waldentwicklung und weniger Holzeinschlag. "Vor allem alte Laubwälder müssen von der Motorsäge verschont werden."

Der FDP-Forstpolitiker Karlheinz Busen sagte der dpa, beim Waldumbau dürfe es keine ideologisch motivierten Denkverbote mehr geben. Statt beschränkt weiter auf heimische Arten zu setzen, sollten auch schnellstmöglich Baumarten angepflanzt werden können, die etwa in Osteuropa vorkommen und an Trockenheit und Hitze angepasst seien. Die Bundesregierung solle sich in der EU für ein modernes Züchtungsrecht und gelockerte Aufforstungsbedingungen einsetzen.

Stürme, Schädlinge und die extreme Dürre des vergangenen Jahres haben im Wald drastische Schäden angerichtet - auch in diesem Jahr ist es vielerorts zu trocken. Klöckner und mehrere Verbände machen sich für ein großes Wiederaufforstungsprogramm mit Millionen Bäumen stark, um den Verlust von 110 000 Hektar Wald auszugleichen. Beschädigtes Holz muss rasch aus den Wäldern herausgebracht werden. Die Forstwirtschaft fordert daher einen umfassenden "Pakt für den Wald". Insgesamt sei von Kosten von rund zwei Milliarden Euro auszugehen, hatte der Verband der privaten Waldeigentümer (AGDW) am Mittwoch erläutert.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter mahnte, das Zeitalter der Nadelholz-Forstplantagen müsse ein Ende haben. Gebraucht würden mehr Öko-Wälder, sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag). "Dafür fordern wir einen Waldzukunftsfonds von einer Milliarde Euro für die nächsten Jahre als erste Finanzspritze für den kranken Wald."/sam/DP/zb