Rohstoffe

Gold trotzt Gegenwind

Energie: Die Ölpreise stiegen am Freitagnachmittag, nachdem starke US-Arbeitsmarktdaten die Nachfragesorgen etwas linderten. Zum Wochenauftakt legen die Preise weiter moderat zu. Brent steigt auf 64,5 USD je Barrel, WTI auf knapp 58 USD.

Der Iran hat gestern wie im Vorfeld angekündigt die Urananreicherung wieder hochgefahren und damit die im internationalen Atomabkommen von 2015 festgelegte Obergrenze überschritten. Der Iran hatte Anfang Mai den verbliebenen Unterzeichnern des Atomabkommens eine 60-Tage-Frist gesetzt, u.a. den Verkauf von iranischem Öl sicherzustellen. Die Frist endete gestern, ohne dass es aus Sicht des Iran zu einer Besserung der Lage gekommen ist. Im Juni waren die iranischen Ölexporte wegen der US-Sanktionen laut Daten von Bloomberg auf knapp 300 Tsd. Barrel pro Tag gesunken. Durch die Vertragsverletzung des Iran könnten sich nun auch die Europäer veranlasst sehen, Sanktionen gegen den Iran zu erheben. Bspw. könnte die EU wie zwischen 2012 und 2015 ein Ölembargo gegen den Iran verhängen. Unmittelbaren Einfluss auf die iranischen Ölexporte würde dies nicht haben, schließlich haben die Europäer seit Ende 2018 wegen der US-Sanktionen kein iranisches Öl mehr gekauft, was ein Grund für die Unzufriedenheit des Iran und die erwähnte Frist gewesen sein dürfte. Mittelbar könnten die iranischen Öllieferungen durch neue EU-Sanktionen sehr wohl beeinträchtigt werden, da die Sanktionen auch den Banken- und Versicherungssektor betreffen dürften. In diesem Falle würde es den verbliebenen Käufern von iranischem Öl noch schwerer fallen, die Käufe abzuwickeln und zu versichern, da die meisten der im Schifffahrtsbereich tätigen Versicherungen in London ansässig sind.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold erobert heute Morgen die psychologisch wichtige Marke von 1.400 USD je Feinunze zurück, nachdem ein starker US-Arbeitsmarktbericht es am Freitag deutlich unter Druck brachte. In den USA wurden im Juni 224 Tsd. neue Stellen geschaffen, mehr als erwartet. In Folge dessen hat der US-Dollar spürbar aufgewertet und die Anleiherenditen sind merklich gestiegen. Die guten Arbeitsmarktdaten nehmen den Druck von der Fed, die Zinsen schon auf ihrer nächsten Sitzung Ende des Monats zu senken. Entsprechend wurden einige Zinssenkungserwartungen ausgepreist. Der Preisrückgang von Gold am Freitag ging mit ETF-Abflüssen einher, wobei es sich wohl um Gewinnmitnahmen gehandelt hat. Wegen der Währungsentwicklung gab Gold in Euro gerechnet nur halb so stark nach und erholt sich heute Morgen leicht auf 1.250 EUR je Feinunze. Die chinesische Zentralbank hat heute bekannt gegeben, dass sie auch im Juni Gold gekauft hat (10,3 Tonnen). Damit hat sie seit Dezember jeden Monat ihre Goldreserven aufgestockt. Die Goldkäufe beliefen sich in diesem Zeitraum auf gut 85 Tonnen. Ein Motiv dabei dürften die Handelsstreitigkeiten mit den USA sein, weswegen China sich zuletzt auch von Dollar-Beständen und US-Staatsanleihen getrennt hat. Mit einer Überraschung wartete Indien am Freitag auf: Entgegen den Erwartungen hat die Finanzministerin die Importsteuer auf Gold von 10% auf 12,5% angehoben. Dies dürfte die wegen der hohen Preise derzeit ohnehin nur verhaltene Goldnachfrage im Land noch weiter bremsen und könnte auch zu mehr Schmuggel führen. Der Verband der indischen Schmuckhändler schätzt, dass wegen der Steuererhöhung die Goldnachfrage in diesem Jahr um 10% sinken könnte. Aufgrund der zu erwartenden Zinssenkungen der Fed sowie zahlreicher (geo)politischer Risiken erwarten wir einen Anstieg des Goldpreises auf 1.500 USD je Feinunze bis zum Jahresende.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10

Industriemetalle: An den Industriemetallmärkten geht es zum Wochenauftakt noch relativ beschaulich zu. Die Preise widersetzen sich heute Morgen den schwachen asiatischen Aktienmärkten. Sie hatten sich schon am Freitag relativ gut gegen den deutlich festeren US-Dollar behauptet. Kupfer handelt weitgehend unverändert bei 5.900 USD je Tonne, Zink kostet etwas weniger als 2.400 USD. Damit notiert Zink allerdings auf einem 6-Monatstief. In den letzten Wochen hat sich die Terminkurve bei Zink deutlich abgeflacht – sie war zuvor am vorderen Ende stark in Backwardation. Das heißt Sorgen über unmittelbare Angebotsengpässe wurden ausgepreist. Wo neues Angebot herkommen soll, ist uns aber nicht klar. Zwar werden derzeit zwei neue große Zinkminen hochgefahren, wodurch dem Markt mehr Zinkkonzentrat zur Verfügung steht. Bis dies aber auch zu einem höheren Angebot an Zinkraffinade führt, dürfte noch etwas Zeit vergehen. Zudem gehen wir nicht davon aus, dass vormals stillgelegte Schmelzen, insbesondere in China, bei den aktuell niedrigen Preisen wieder an den Markt zurückkommen. Vielmehr sehen wir die Möglichkeit, dass weitere Schmelzen geschlossen werden könnten, um das Angebot zu reduzieren und so den Preis zu stützen. Die Lagerbestände sind mit knapp 90 Tsd. Tonnen (LME) und gut 80 Tsd. Tonnen (SHFE) relativ niedrig und deuten unseres Erachtens auf einen weiterhin angespannten Zinkmarkt hin. Dies sieht bislang auch die International Lead and Zinc Study Group so, die von Januar bis April ein Angebotsdefizit in Höhe von fast 100 Tsd. Tonnen berichtet hatte. Wir halten den Zinkpreis für zu niedrig und erwarten steigende Preise im weiteren Jahresverlauf.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7K Long Kupfer-Future Faktor: 6
CJ3D7S Short Kupfer-Future Faktor: -6

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise


Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.