Rohstoffe

Gold steigt nach US-Arbeitsmarktdaten, Fokus richtet sich nun auf die Inflation

Energie: Ölpreise trotz Korrektur mit Rückenwind

Der Brentölpreis stieg am Freitag erstmals seit mehr als zwei Jahren über 72 USD je Barrel, der WTI-Ölpreis hat erstmals seit Oktober 2018 die Marke von 70 USD erreicht. Heute Morgen korrigieren die Ölpreise zwar um rund 1%, was jedoch angesichts der Zugewinne der letzten zwei Wochen nicht überrascht. Der Rückenwind, den die Ölpreise aktuell von nahezu allen Seiten erhalten, bleibt weiter stark. Während sich die Nachfrage kräftig erholt, fällt die Angebotsreaktion der Nicht-OPEC-Länder eher enttäuschend aus. Wohl deshalb hat Saudi-Arabien die Verkaufspreise für seine Juli-Öllieferungen teilweise stark angehoben. An asiatische Kunden wird das Land sein Arab Light im Juli mit einem Aufschlag von 1,9 USD je Barrel ggü. der Benchmark Oman/Dubai liefern, ein Anstieg um 0,2 USD ggü. dem Vormonat und der höchste Wert seit März 2020. Für europäische Kunden wurde der Abschlag für Arab Light ggü. Brent von 2,9 USD für Juni-Lieferungen auf nun 1,9 USD je Barrel reduziert. Dies ist u.E. ein klares Zeichen für eine starke Nachfrage und ein unzureichendes Alternativangebot. Die Anzahl der Ölbohrungen in den USA hat sich in der Woche zum 4. Juni nicht verändert. Insgesamt verlief die Erholung der Bohraktivität in den letzten vier Monaten angesichts eines Preisanstiegs um rund 30% eher enttäuschend, was u.E. allerdings weniger technisch oder wirtschaftlich bedingt war. Vielmehr sehen wir darin umwelt- und unternehmenspolitische Entscheidungen als ausschlaggebend. Zum einen müssen die Schieferölunternehmen in der Zukunft sorgfältiger mit Investitionen umgehen. Zum anderen ist aus umweltpolitischen Gründen mit insgesamt weniger Investitionen in den Ölsektor in der Zukunft zu rechnen. Zumindest auf mittelfristige Sicht spricht dies u.E. für höhere Ölpreise. Eine Einschätzung, die offenbar viele Investoren teilen. Die spekulativen Finanzinvestoren haben in der letzten CFTC-Berichtswoche ihre Netto-Long-Positionen bei Brent um knapp 10 Tsd. und bei WTI um fast 20 Tsd. Kontrakte erhöht.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7ULongOil Brent FutureFaktor: 5
SD3353ShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD2S7VLongOil WTI Light FutureFaktor: 5
SD2TAPShortOil WTI Light FutureFaktor: -5

Edelmetalle: Gold steigt nach US-Arbeitsmarktdaten, Fokus richtet sich nun auf die Inflation

Gold fällt zum Wochenauftakt auf rund 1.885 USD je Feinunze zurück. Grund hierfür sind ein etwas festerer US-Dollar und ein leichter Anstieg der Anleiherenditen. Beide hatten am Freitag spürbar nachgegeben und damit Gold fast wieder auf 1.900 USD verholfen. Dies passierte in Reaktion auf enttäuschend aufgenommene US-Arbeitsmarktdaten. Der vom US-Arbeitsministerium für Mai gemeldete Stellenaufbau lag deutlich unter dem ADP-Bericht vom Vortag. Die Fed dürfte sich daher in ihrer vorsichtigen Haltung in Bezug auf eine baldige Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik bestätigt sehen. Der heutige Preisrückgang bei Gold dürfte nur eine Verschnaufpause vor dem nächsten Anlauf auf 1.900 USD sein. Denn das Umfeld spricht für weiter steigende Preise. Im Laufe der Woche werden in den USA die Inflationsdaten für Mai veröffentlicht. Diese dürften einen nochmaligen starken Anstieg zeigen, da viele zu Beginn der Pandemie gesunkenen Preise insbesondere im Dienstleistungsbereich mit den Öffnungen nun wieder angehoben werden. Zudem berichten Unternehmen von steigenden Inputkosten und gestörten Lieferketten. Unsere Volkswirte rechnen daher damit, dass die Inflationsrate zunächst noch weiter steigt und bis in das dritte Quartal hinein auf einem sehr hohen Niveau verharren wird, ehe sie danach zu sinken beginnt. Dies könnte die Fed dazu veranlassen, die Anleihekäufe früher zu reduzieren. Wir rechnen damit ab dem 4. Quartal. Eine frühere erste Zinserhöhung ist damit aber nicht verbunden. Diese wird weiterhin noch lange auf sich warten lassen. Die Nominalrenditen werden somit noch für lange Zeit deutlich unterhalb der Inflationsrate liegen, die Realzinsen also signifikant negativ bleiben. Dies ist ein schlagendes Argument für einen steigenden Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger haben ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 1. Juni nochmals leicht auf 110 Tsd. Kontrakte ausgeweitet, was zum Preisanstieg auf ein 5-Monatshoch von 1.915 USD in der Berichtswoche beigetragen haben dürfte. Ein Teil dieser Long-Positionen dürfte angesichts des Preisrückgangs seither inzwischen wieder aufgelöst worden sein.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6GLongGold FutureFaktor: 5
SB3UAAShortGold FutureFaktor: -5

Industriemetalle: Hohe Preise dämpfen chinesische Kupfer- und Eisenerzimporte

Die Metallpreise starten verhalten und mit einem negativen Unterton in die neue Handelswoche, nachdem sie am Freitag im Zuge des US-Arbeitsmarktberichtes und des daraufhin schwachen US-Dollar merklich zugelegt hatten. Kupfer handelt heute Morgen bei rund 9.900 USD je Tonne, Aluminium notiert bei rund 2.450 USD je Tonne und Nickel kostet etwas weniger als 18.000 USD je Tonne. Eisenerz fällt um 3% auf 193 USD je Tonne. Chinas Handelsbilanzüberschuss ist im Mai gemäß Daten der Zollbehörde leicht geschrumpft, da die Dynamik der Exporte etwas nachgelassen hat, gleichzeitig aber noch viele Güter ins Land eingeführt wurden. In den Importen der Metalle spiegelt sich dies allerdings nicht wider: Die Einfuhren von unverarbeitetem Kupfer lagen mit 446 Tsd. Tonnen zwar marginal über dem Vorjahreswert, aber 8% unter dem April-Niveau. Im März wurden noch über 100 Tsd. Tonnen mehr unverarbeitetes Kupfer importiert. Hier machen sich offensichtlich die (rekord-)hohen Preise bemerkbar, die die chinesischen Händler von übermäßigen Käufen abhalten. Die Importe von Kupferkonzentrat sind dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 15% auf 1,95 Mio. Tonnen gestiegen und lagen auf ihrem Vormonatsniveau. Offenbar entspannt sich der Markt für Kupferkonzentrat etwas, worauf auch die steigenden Schmelz- und Verarbeitungslöhne hindeuten (siehe TagesInfo Rohstoffe von Freitag). Für Eisenerz zeigt sich das gleiche Bild wie für Kupfer: Die Importe Chinas lagen mit 89,8 Mio. Tonnen zwar leicht über dem Vorjahres-, aber 9% unter dem Vormonatsniveau. Dies war zugleich die geringste Importmenge seit einem Jahr. Auch hier haben die (rekord-)hohen Preise die Nachfrage gebremst. Wir gehen davon aus, dass die Importdynamik von Kupfer und Eisenerz in den nächsten Monaten weiter nachlässt, da die Preise noch auf hohen Niveaus notieren und im Sommer die Bauaktivitäten wegen des heißen Wetters reduziert werden.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SD5RM9ShortCopper FutureFaktor: -5

Sponsoren der Fußball-EM: Welche Aktien profitieren vom Megaevent?

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