Rohstoffe

Gold, Silber und Co: Preissprung bei Edelmetallen

Energie: IEA sieht Ölmarkt weiterhin reichlich versorgt

Die Internationale Energieagentur erhöhte ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage im laufenden Quartal entgegen der Aussage ihres Chefs von letzter Woche nicht. Das Nachfragewachstum in diesem Jahr sieht die IEA unverändert bei 3,3 Millionen Barrel pro Tag. Zwar spricht die IEA von einer angespannteren Marktbilanz, sie prognostiziert für 2022 aber weiterhin einen beträchtlichen Angebotsüberschuss am Ölmarkt. Dieser dürfte sich auf Basis der neuen Prognosen auf durchschnittlich 1,7 Millionen Barrel pro Tag belaufen, wenn die OPEC+ die Produktion wie geplant bis September jeden Monat um 400 Tausend Barrel pro Tag erhöht. Allerdings erwartet die IEA ohne zusätzliche Produktion in Saudi-Arabien und den Vereinigen Arabischen Emiraten nur einen monatlichen Anstieg des OPEC+-Angebots um 270 Tausend Barrel pro Tag. Grund dafür ist, dass die Produktion in zahlreichen Ländern der Allianz nicht weiter erhöht werden kann. Im Dezember blieb die Ölproduktion der OPEC+ mit einem Anstieg um 260 Tausend Barrel pro Tag erneut deutlich hinter der geplanten Ausweitung zurück. Das Produktionsniveau der OPEC+ liegt inzwischen 790 Tausend Barrel pro Tag unter dem vereinbarten Niveau. Man könnte also sagen, die OPEC+ liegt mittlerweile zwei Monate hinter ihrem Zeitplan. Dennoch soll der Ölmarkt im laufenden Quartal einen Angebotsüberschuss von 1,4 Millionen Barrel pro Tag aufweisen. Selbst ohne Produktionsausweitung der OPEC+ würde dieser fast 1 Millionen Barrel pro Tag betragen. Eine Angebotsknappheit ist daher anhand der IEA-Zahlen nicht auszumachen. Die IEA stellt sich damit gegen die Meinung des Marktes, der den Ölmarkt aktuell deutlich unterversorgt sieht. Das signalisieren zumindest die stark gestiegenen Preise, die ausgeprägte Backwardation in der Terminkurve und steigende Preisaufschläge für physische Lieferungen. Der Markt ließ sich von den IEA-Zahlen allerdings nicht beeindrucken. Brent handelt am Morgen bei rund 88 USD je Barrel weiterhin in der Nähe des gestern verzeichneten 7-Jahreshochs.

Am Kohlemarkt kehrt keine Ruhe ein

Am Kohlemarkt hatten die Preise zwar zwischenzeitlich wieder etwas nachgegeben, weil Indonesien als weltgrößter Exporteur das Anfang des Jahres verhängte Exportverbot gelockert hatte und einige Kohlefrachter die Häfen verlassen konnten. Seit gut einer Woche ziehen sie aber wieder an. Gestern notierte der nächstfällige Kohlefuture an der ICE über 160 USD je Tonne. Für zusätzliche Anspannung sorgte die Meldung, dass der größte Elektrizitätserzeuger Indiens wohl einen Tender zum Kauf von Kohle am internationalen Markt ausgeschrieben hat. Das schürt die Sorge, dass das ohnehin schon zweitgrößte Importland wieder verstärkt im Ausland kauft, weil die heimische Produktion zurückbleibt. Derweil sind die jüngsten Nachrichten des weltgrößten Importeurs, China, eigentlich positiv. Im Dezember war die heimische Kohleförderung mit einem Plus von 7,2% gegenüber Vorjahr rekordhoch. Aufs Jahr gesehen lag der Zuwachs 2021 bei 4,7%. Entsprechend waren auch die Kohleimporte im Dezember vom 11-Monatshoch im November um knapp 12% zurückgekommen. Sie waren im Gesamtjahr allerdings so hoch wie zuletzt 2013. Auch die Kohlevorräte der großen Stromproduzenten sind für diese Jahreszeit rekordhoch. China hat zudem angeordnet, während der Neujahrsfeierlichkeiten die Kohleförderung nicht abreißen zu lassen. Skeptiker fürchten aber, dass dies nur für die größeren Minen gilt. Das Angebot des größten Kohleproduzenten bleibt neben der Entwicklung in Indonesien ein wesentlicher Faktor für die weiteren Preistendenzen. Der Verband der deutschen Kohleimporteure meldete derweil für Deutschland ein Plus bei den Steinkohleimporten von fast 25% im letzten Jahr. Im laufenden Jahr erwartet der VDKi wegen der guten Konjunktur, der hohen Gaspreise und der Abschaltung von Atomkraft nochmal einen Zuwachs um bis zu 7,7%.

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Edelmetalle: Preise legen deutlich zu, Angebotssorgen treiben Palladium

Gold ist gestern Nachmittag deutlich auf ein 2-Monatshoch von 1.840 USD je Feinunze gestiegen. Heute Morgen handelt es weiterhin auf diesem Niveau. Den gestrigen Preisanstieg führen wir nicht auf den US-Dollar und die Anleiherenditen zurück – der US-Dollar hat nur minimal abgewertet und die Anleiherenditen sind fast unverändert auf ihrem hohen Niveau geblieben. Vielmehr gab es gestern ein starkes Kaufinteresse seitens der ETF-Investoren: Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten Zuflüsse von knapp 9 Tonnen, die höchsten an einem Tag seit Mitte November. Die industriellen Edelmetalle sind deutlich stärker gestiegen als Gold. Sie haben gleich von zwei Seiten Auftrieb erhalten: vom festen Goldpreis und den stark gestiegenen Industriemetallpreisen (siehe Industriemetalle unten). Silber legte um knapp 3% zu und handelt heute Morgen mit über 24 USD je Feinunze ebenfalls auf einem 2-Monatshoch. Platin und Palladium verzeichneten noch größere Gewinne: Für Platin ging es um über 4% nach oben, für Palladium um mehr als 5%. Platin hat im Zuge dessen die Marke von 1.000 USD je Feinunze übersprungen, Palladium hat die Marke von 2.000 USD je Feinunze zurückerobert. Palladium war gestern zwischenzeitlich sogar um gut 7% gestiegen. Dies könnte mit Angebotssorgen im Rahmen des Russland-Ukraine-Konflikts zusammenhängen. So rechnet US-Präsident Biden mit einer Invasion Russlands in die Ukraine. Daraufhin würde der Westen wohl Sanktionen gegen Russland verhängen. Als Gegenmaßnahme könnte Russland unserer Meinung nach den Export von Rohstoffen wie zum Beispiel Palladium beschränken oder sogar stoppen. Russland ist gemäß Daten von Johnson Matthey knapp hinter Südafrika der weltweit zweitgrößte Palladiumproduzent und steht für 38% des Angebots. Ein Exportstopp des für die Automobilindustrie so wichtigen Rohstoffes könnte wohl nicht aufgefangen werden und der Palladiummarkt wäre in einem solchen Fall wohl hochgradig unterversorgt.

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SF5DDULongGold Future Faktor: 5
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SF5DDSLongSilver FutureFaktor: 3
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SF4YAPLongPalladium FutureFaktor: 5
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Industriemetalle: Nickel führt starken Preisanstieg an

Nach einem verhaltenen Start haben die LME-Industriemetallpreise gestern im Tagesverlauf allesamt ins Plus gedreht und deutlich zugelegt. Sie haben unseres Erachtens von Zinssenkungserwartungen in China profitiert. Die chinesische Zentralbank hat heute auch tatsächlich die Kreditzinsen für 1- und 5-jährige Laufzeiten leicht gesenkt, um so wohl der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Größter Gewinner war gestern Nickel, das um fast 5% gestiegen ist. Heute Morgen springt es zeitweise nochmals um 5% auf über 24.000 USD je Tonne nach oben. Dies ist der höchste Stand seit 11½ Jahren. An der SHFE in Shanghai erreicht der Nickelpreis seinen höchstmöglichen Tagesanstieg („limit-up“). Er notiert dort auf einem Rekordhoch von umgerechnet fast 28.000 USD, wobei es den Kontrakt erst seit 2015 gibt. Robuste Nachfrageaussichten und Angebotssorgen haben die Preisrally von Nickel wohl noch verstärkt. Gemäß Daten des World Bureau of Metal Statistics (WBMS) war der globale Nickelmarkt im letzten Jahr von Januar bis November nicht ausreichend versorgt. Das WBMS weist ein Angebotsdefizit von rund 136 Tausend Tonnen auf. Dieses folgt auf einen Überschuss im gesamten vorletzten Jahr. Die International Nickel Study Group veröffentlicht ihre Daten in Kürze. Wie das WBMS weiter berichtete, waren auch die anderen Metallmärkte im Beobachtungszeitraum unterversorgt. Einzige Ausnahme ist der Zinnmarkt, für den ein moderater Überschuss ausgewiesen wird. Treffen die Daten des WBMS zu, hätte sich der Zinnpreis von der fundamentalen Lage abgekoppelt. Denn viele Marktteilnehmer erachten den Zinnmarkt als chronisch unterversorgt. Heute Morgen markiert der Zinnpreis mit über 44.000 USD je Tonne abermals ein neues Rekordhoch. Und es hat für uns nicht den Anschein, als würde die Preisrally ein schnelles Ende finden Zinn weist mit einem Plus von gut 12% in diesem Jahr die bislang zweitbeste Preisentwicklung im Industriemetallsektor hinter Nickel auf.

Jahresausblick: 20 Trends für 2022

Nach dem ereignisreichen Jahr 2021 blicken Investoren erwartungsvoll auf 2022. Die Sorgen über die Corona-Variante Omikron, der Kurswechsel der US-Notenbank und die Unruhe am chinesischen Immobilienmarkt dürften weiter für Spannung sorgen. Starten Sie gut informiert ins neue Börsenjahr und erfahren Sie, welche 20 Trends die Märkte weltweit bewegen werden. Jetzt lesen!