Rohstoffe

Gold rutscht wegen Sorgen vor strafferer US-Geldpolitik ab

Energie: Brentölpreis erreicht 2-Jahreshoch

Die Korrektur an den Rohstoffmärkten ging an den Ölpreisen nahezu spurlos vorbei. Brent handelt bei 71,5 USD je Barrel und damit nur knapp unter dem gestern früh bei 72 USD verzeichneten 2-Jahreshoch. WTI erreichte mit 69,5 USD je Barrel das höchste Niveau seit Herbst 2018. Rückenwind erhalten die Ölpreise von den deutlichen Anzeichen einer kräftigen Nachfrageerholung. Neben der OPEC+ äußerte sich in dieser Woche auch die IEA entsprechend. Deren Chef Birol sieht die Ölnachfrage bereits “in einem Jahr” wieder auf dem Vorkrisenniveau. Bislang rechnete die IEA damit erst 2023. Sollte die OPEC+ ihr Angebot nach Juli nicht weiter erhöhen, droht dem Ölmarkt im zweiten Halbjahr eine spürbare Markteinengung. Die US-Rohöllagerbestände fielen in der letzten Berichtswoche laut US-Energieministerium um gut 5 Mio. Barrel. Das war doppelt so viel wie erwartet, entsprach aber weitgehend dem vom API am Vortag berichteten Lagerabbau. Begünstigt wurde dieser durch die auf das höchste Niveau seit März 2020 gestiegene Rohölverarbeitung und einen überraschenden Rückgang der Rohölproduktion. Letzteres zeigt, dass die Schieferölproduzenten im Gegensatz zu früher ihre Produktion als Reaktion auf gestiegene Ölpreise nicht mehr wahllos erhöhen. Das Zepter liegt damit bei der OPEC+. Solange diese keine Signale gibt, dass sie zu einer nochmaligen Angebotsausweitung bereit ist, dürften die Ölpreise weiter steigen.

Der Preis im EU-Emissionshandel ist am Morgen unter 50 EUR je Tonne gefallen. Der perfekte Sturm ist abgeflaut, und die Investmentfonds haben ihr Engagement bereits spürbar zurückgefahren. Wir denken, dass das Preispotenzial zwar vorerst nach oben ausgereizt ist, aber die ambitionierte EU-Klimapolitik und die erforderlichen Anpassungen im EU-ETS die Preise bis zu deren Präsentation im Juli von unten abstützen. Wir haben entsprechend unsere Preisprognose angepasst.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5MLongOil Brent FutureFaktor: 3
SD2TARShortOil Brent FutureFaktor: -3
SD2S7RLongOil WTI Light FutureFaktor: 3
SD2TASShortOil WTI Light FutureFaktor: -3
SB37KXLongICE ECX EUA FutureFaktor: 3
SB37KWShortICE ECX EUA FutureFaktor: -3

Edelmetalle: Gold rutscht wegen Sorgen vor strafferer US-Geldpolitik ab

Gold ist gestern um 2% gefallen und handelt heute Morgen unter 1.870 USD je Feinunze. Hauptgrund für den Absturz war der starke US-Dollar, der auf handelsgewichteter Basis im Zuge guter US-Konjunkturdaten auf ein 3-Wochenhoch aufwertete. Auch die Anleiherenditen sind (leicht) gestiegen. In den USA ist der ISM-Index für den Dienstleistungssektor im Mai stärker gestiegen als erwartet. Noch größeren Einfluss hatten die ADP-Arbeitsmarktdaten für Mai, die deutlich über den Erwartungen lagen. Konträr zu den Prognosen wurden in den USA im letzten Monat deutlich mehr neue Stellen geschaffen. Dies lässt auf einen guten offiziellen US-Arbeitsmarktbericht schließen, der heute Nachmittag veröffentlicht wird. Nach den ADP-Daten sind unter den Marktteilnehmern Sorgen aufgekommen, dass die US-Notenbank Fed die Geldpolitik schneller straffen könnte. Die ETF-Anleger sind wohl unter anderem deshalb etwas vorsichtiger geworden und haben gestern den zweiten Tag in Folge Anteile verkauft. Silber und Platin wurden von Gold mit nach unten gezogen und haben überproportional nachgegeben (-2,6% bzw. -2,7%). Silber handelt heute Morgen bei 27,3 USD je Feinunze, Platin notiert bei gut 1.150 USD je Feinunze. Dies ist der niedrigste Platinpreis seit Ende März. Einzig Palladium hat sich relativ gut gehalten und ist nur um 0,5% gefallen, obwohl die Industriemetalle abgerutscht sind.

Gestern gab es eine interessante Meldung, die allerdings keinen Einfluss auf den Goldpreis hatte: Laut Aussagen des russischen Finanzministeriums will der staatliche Ölfonds seine Dollar-Bestände abstoßen, um weniger anfällig für westliche Sanktionen zu sein. Stattdessen sollen andere Währungen wie Euro oder Chinesischer Yuan und auch Gold gekauft werden. Damit könnte der Staatsfonds quasi die russische Zentralbank als Goldkäufer ersetzen, die schon seit über einem Jahr ihre Goldreserven nicht mehr aufgestockt hat. Einige Marktbeobachter sehen allerdings keinen großen Effekt der angekündigten Umschichtung auf den Goldpreis.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T54LongGold FutureFaktor: 4
SB42W8ShortGold FutureFaktor: -4
SB3T53LongSilver FutureFaktor: 4
SB37KJShortSilver FutureFaktor: -4
SB42XALongPalladium Future Faktor: 4
SB3T8BShortPalladium Future Faktor: -4
SB42W9LongPlatinum FutureFaktor: 4
SB3T8AShortPlatinum FutureFaktor: -4

Industriemetalle: Geringere chilenische Kupferproduktion, aber steigende TC/RCs

Die Industriemetalle sind gestern im Zuge des starken US-Dollar (siehe Edelmetalle oben) abgesackt. Kupfer und Zink verloren jeweils über 3%. Heute Morgen handelt Kupfer etwas über 9.800 USD je Tonne, Zink kostet knapp 3.000 USD je Tonne. Die chilenische Kupferproduktion ist gemäß Daten des nationalen Statistikinstituts im April im Vergleich zum Vorjahr um 1,5% auf knapp 468 Tsd. Tonnen gefallen. Dies lag an niedrigeren Metallgehalten in den Erzen und der Corona-bedingten Einschränkungen. So wurden auch im April die Minen mit weniger Arbeitskräften betrieben, um die Abstands- und sonstigen Regeln einzuhalten. In den ersten vier Monaten des Jahres lag die Kupferproduktion mit 1,85 Mio. Tonnen 2% unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Es besteht also noch Luft nach oben. Sobald sich die Corona-Lage auch in Chile verbessert, dürfte dort unseres Erachtens wieder mehr Kupfer produziert werden. Der seit gut einer Woche andauernde Streik einer kleineren Gewerkschaft, der zwei große Minen („Escondida“ und „Spence“) des weltgrößten Bergbaukonzerns betrifft, hat laut Unternehmensaussagen bislang keinen Einfluss auf die Produktion. Allerdings drohen weitere Gewerkschaften, die deutlich mehr Mitglieder zählen, ebenfalls mit Streiks in den nächsten Wochen. Dies könnte die Produktion in Chile dann doch beeinträchtigen. Aktuell scheint sich aber die Lage am Markt für Kupferkonzentrat etwas zu entspannen. Darauf deuten zumindest die gestiegenen Schmelz- und Verarbeitungslöhne (TC/RCs) hin. Diese lagen in China Ende Mai gemäß Angaben von S&P Global Platts bei 35,7 USD je Tonne bzw. 3,57 US-Cent je Pfund – rund 5 USD über dem Tief von Ende April. Einige Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die TC/RCs weiter in Richtung 40 USD je Tonne steigen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5NLongCopper FutureFaktor: 3
SB3T9GShortCopper FutureFaktor: -3

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