Rohstoffe

Gold rutscht nach Trump-Tweet ab

Energie: Ölpreis profitiert vom Risikoappetit und einem schwachen US-Dollar

Der Risikoappetit der Finanzanleger dürfte nun dank dem Deal zwischen den USA und China (siehe Industriemetalle unten) und dem nahen Ende der Hängepartie um den Brexit (siehe Edelmetalle unten) weiter hoch bleiben. Davon wird auch der Ölpreis profitieren. Nicht nur die Erwartungen der Investoren und ein schwächerer US-Dollar sprechen dafür, sondern auch eine Verbesserung der Stimmung in der Wirtschaft und dadurch mittelfristig auch eine höhere physische Nachfrage. Nach Einschätzung der IEA dürfte drei Viertel des Ölnachfragewachstums in diesem Jahr allein auf China entfallen, während die OECD-Nachfrage erstmals seit 2014 um 75 Tsd. Barrel täglich ggü. Vorjahr gefallen sein sollte. Im nächsten Jahr rechnet die IEA mit einem höheren Welt-Nachfragewachstum von 1,2 Mio. Barrel täglich ggü. 1 Mio. Barrel in diesem Jahr. Heute Morgen handelt der Brentölpreis in der Nähe von 65 USD je Barrel auf dem höchsten Stand seit Mitte September als der Ölpreis in Folge der Anschläge auf die saudische Ölinfrastruktur hochschnellte. Doch der Markt scheint dabei erneut auf einem Ohr taub zu sein und zu ignorieren, dass der entscheidende Faktor in der mittelfristigen Perspektive die Angebotsentwicklung bleiben wird. Und hier dürfte das Nicht-OPEC-Angebot im kommenden Jahr um 2,1 Mio. Barrel steigen, auch wenn sich Brasilien der OPEC+ anschließen und sein Angebot drosseln sollte. Daher droht dem Ölmarkt zumindest in der ersten Jahreshälfte ein massives Überangebot und ein starker Lageraufbau. Angesichts des jüngsten Preisanstiegs könnte das Nicht-OPEC-Angebot sogar noch stärker steigen und die Förderdisziplin innerhalb der OPEC+ tendenziell bröckeln. Die norwegische Ölproduktion ist im November dank der Erschließung des neuen Ölfeldes “Johan Sverdrup” mit 1,71 Mio. Barrel pro Tag auf den höchsten Stand seit Frühjahr 2017 gestiegen. Noch im Juni war sie unter 1,1 Mio. Barrel täglich gefallen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU3THV Long Brent Oil Future Faktor: 5
CU54XX Short Brent Oil Future Faktor: -5
CU3THU Long WTI Oil Future Faktor: 5
CU54X3 Short WTI Oil Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold rutscht nach Trump-Tweet ab

Gold wird vom Handelsabkommen zwischen den USA und China (siehe Industriemetalle unten) heute Morgen nicht weiter belastet und holt seine gestrigen Verluste sogar etwas auf. Es erhält durch den US-Dollar Unterstützung, der in Reaktion auf das Handelsabkommen abwertet. Gold kostet heute Morgen 1.470 USD je Feinunze. Gestern ist der Preis von seinem Hoch zeitweise um über 20 USD gefallen, nachdem US-Präsident Trump twitterte, dass die USA und China einem Handelsabkommen sehr nahe seien. Daraufhin zogen die Aktienmärkte deutlich an und die US-Anleiherenditen stiegen spürbar, was Gold belastete. Der überraschend deutliche Sieg der konservativen Partei von Premierminister Johnson bei den Parlamentswahlen in Großbritannien hat interessanterweise keine Auswirkungen auf Gold. Johnsons Sieg ebnet wohl den Weg für einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU Ende Januar. Für die danach beginnenden Verhandlungen über eine Freihandelszone ist die Zeit von elf Monaten zwar wahrscheinlich zu knapp bemessen, Johnson könnte aber wegen seiner deutlichen Mehrheit pragmatischer regieren und die EU um eine Verlängerung der Übergangsfrist bitten. Wegen der Wahl in Großbritannien und dem Handelsabkommen zwischen den USA und China ist fast in Vergessenheit geraten, dass gestern die erste EZB-Sitzung unter der Leitung der neuen Präsidentin Lagarde stattfand. Es gibt aber auch nicht viel Neues darüber zu berichten. Lagarde betonte lediglich, dass die EZB mittlerweile Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung und einer leicht ansteigenden Inflation sehe. Wir halten daher eine weitere Lockerung der Geldpolitik in den nächsten Monaten für sehr unwahrscheinlich.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CU3THG Short Gold Future Faktor: -10
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Industriemetalle: Handelsabkommen bei den Metallen bereits zum Großteil eingepreist

Es hatte sich gestern Nachmittag bereits mit einem Tweet von US-Präsident Trump angekündigt: Die USA und China haben sich letzte Nacht auf ein „Phase-1-Abkommen“ im Handelsstreit geeinigt. Details sind offiziell zwar noch nicht bekannt, verschiedene Medien berichten aber, dass die bestehenden Zölle reduziert werden und die geplante Erhöhung der US-Zölle auf chinesische Güter am Sonntag nicht umgesetzt wird. Im Gegenzug habe sich China verpflichtet, US-Agrarprodukte zu kaufen. Der Deal soll angeblich heute noch unterzeichnet werden. Dies gibt der ohnehin schon guten Stimmung an den Finanzmärkten weitere Nahrung. So sind bereits gestern die US-Aktienmärkte auf neue Rekordhochs gestiegen und heute legen die Märkte in Asien deutlich zu. Kupfer hat sich in dieser Gemengelage zwar auf ein 7-Monatshoch von 6.200 USD je Tonne verteuert, insgesamt betrachtet fällt der Anstieg der Industriemetallpreise auf die Nachricht aber verhalten aus. Wir denken, dass ein Handelsabkommen bereits zum Großteil eingepreist war. Und die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt. Denn bislang wurden viele kritische Themen ausgeklammert. Die nächste Phase auf dem Weg zu einem umfangreichen Handelsabkommen zwischen den USA und China dürfte sich unseres Erachtens wesentlich schwieriger gestalten. Die aktuelle Euphorie sollte sich also bald legen. Und dann dürften die Marktteilnehmer auch wieder auf Fundamentaldaten schauen. Und die deuten an fast allen Metallmärkten auf Angebotsüberschüsse hin. Gepaart mit der schwachen Wirtschaft erwarten wir daher im nächsten Jahr zumeist niedrigere Metallpreise.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7K Long Copper Future Faktor: 6
CJ3D7S Short Copper Future Faktor: -6
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