Rohstoffe

Gold kurzfristig weniger gefragt, langfristig dagegen wohl umso mehr

Energie: Noch keine Trendwende bei der US-Ölnachfrage?
Wir haben zuletzt häufig darauf hingewiesen, dass der Ölmarkt zu schnell die positiven Entwicklungen und die kommende Wiederherstellung des Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage einpreist. Meldungen über eine recht schwache Nachfrage in den USA über das lange Wochenende und die gestrigen API-Zahlen deuten eher auf eine schwächere Nachfragedynamik hin als erwartet. Nachrichten zufolge ist die Benzinnachfrage über das Memorial Day-Wochenende, das normalerweise einen Höhepunkt und den Beginn der Sommerfahrsaison markiert, gefallen, da die Leute im Gegensatz zur Vergangenheit offensichtlich keine langen Reisen unternommen haben. Das API schätzt zugleich, dass die US-Rohöllagerbestände in der Woche zum 22. Mai um 8,7 Mio. Barrel gestiegen sind. Die Rohölvorräte in Cushing sind jedoch weiter um rund 3,4 Mio. Barrel gefallen. Bei der heutigen offiziellen DOE-Veröffentlichung erwartet der Bloomberg-Konsens einen weiteren Rückgang der Gesamtbestände von Rohöl um 1,9 Mio. Barrel. Der Markt war zuletzt von einer Trendwende bei den US-Rohölvorräten überzeugt, nachdem sie in den letzten zwei Wochen gefallen sind. Laut API sind auch die Benzinbestände in den USA in der letzten Woche mit 1,1 Mio. Barrel und die Destillatevorräte mit 6,9 Mio. Barrel deutlich stärker gestiegen als erwartet. Angesichts der eher überkauften Situation am Ölmarkt kommt der Rutsch beim WTI-Ölpreis, der um fast 5% auf gut 31 USD je Barrel gefallen ist, nicht überraschend. Auch Meldungen über eine Verschärfung der Spannungen zwischen China und den USA und Sorgen um den US-Arbeitsmarkt im Vorfeld der heutigen wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe belasten die Stimmung. Von der Angebotsseite erhält der Ölpreis dagegen weiter Unterstützung, nachdem Saudi-Arabien und Russland nach einem Telefonat der Staatschefs eine weitere Kooperation angekündigt haben. Aus unserer Sicht bleibt der Ölmarkt nach dem jüngsten stark spekulativ getriebenen Preisanstieg anfällig für Gewinnmitnahmen.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CX1CallOil Brent FutureHebel: 7,1
SR8LNQPutOil Brent FutureHebel: 7,1
CL956BCallOil WTI Light FutureHebel: 5,5
CL726PPutOil WTI Light FutureHebel: 5,4
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold kurzfristig weniger gefragt, langfristig dagegen wohl umso mehr
Der Goldpreis ist gestern erstmals seit zwei Wochen zeitweise unter die Marke von 1.700 USD je Feinunze gefallen. Da die Rally an den Aktienmärkten weitergeht, ist Gold derzeit offenbar nicht mehr ganz so stark nachgefragt. Hinzu kommt die aktuell sehr schwache Goldnachfrage in Asien, über die wir in den letzten Tagen hier schon berichtet hatten. China und Indien stehen zusammen für mehr als die Hälfte der weltweiten Goldnachfrage. Die Finanzinvestoren halten Gold allerdings die Stange, denn auch gestern haben die ETFs wieder Zuflüsse verzeichnet (vier Tonnen). Die Bestände der von Blomberg erfassten Gold-ETFs sind mittlerweile auf über 3.100 Tonnen angeschwollen. Im späten Handel hat Gold im Zuge der Zuspitzung der Lage in Hongkong dann auch alle Verluste wieder aufgeholt. Heute Morgen steigt es auf 1.720 USD. Die EU-Kommission hat gestern einen Vorschlag zum Wiederaufbaufonds veröffentlicht, auf den sich die Staats- und Regierungschefs Ende April im Grundsatz verständigt hatten. Der Fonds soll demnach ein Volumen von 750 Mrd. EUR haben, also mehr als Frankreich und Deutschland letzte Woche gefordert hatten. Er beinhaltet eine direkte Aufbauhilfe von 500 Mrd. EUR, die die einzelnen Länder nicht individuell zurückzahlen müssen. Zudem sollen Kredite in Höhe von 250 Mrd. EUR an die Mitgliedsländer vergeben werden. Zur Finanzierung des Fonds will die EU-Kommission Anleihen begeben, die zwischen 2028 und 2058 zurückgezahlt werden sollen. Der Vorschlag macht deutlich, dass sich die EU weiter massiv verschuldet und es Jahrzehnte dauern wird, bis der Schuldenberg abgetragen ist. Dies spricht langfristig für Gold in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Schwache Nickelnachfrage
Der Nickelpreis hat sich zwar von seinem Tief Ende März um 12% auf über 12.000 USD je Tonne erholt, in den letzten Wochen ging es allerdings nicht mehr weiter bergauf. Seit Mitte April ist eine Seitwärtsbewegung zu beobachten. Wie bei den anderen Metallen macht sich auch hier die schwache Nachfrage bemerkbar, die schon zu einem hohen Angebotsüberschuss im ersten Quartal geführt hat. Vor allem die Edelstahlindustrie, die mit rund 70% Anteil der Hauptabnehmer von Nickel ist, fragt derzeit weniger Nickel nach. Denn das Coronavirus hat hier zu einem starken Rückgang der Produktion geführt. Das auf die Analyse der Stahlmärkte spezialisierte Research-Institut MEPS schätzte Ende April, dass die weltweite Edelstahlproduktion im ersten Quartal um rund 9% gegenüber Vorjahr gefallen ist. Den eigentlichen Produktionseinbruch wird es demnach aber erst im laufenden Quartal geben. MEPS erwartet diesen bei über 20%. Zugleich ist die Endnachfrage nach Edelstahlprodukten aktuell schwach, insbesondere in den USA und in der EU. Einer der weltweit größten Nickelproduzenten geht davon aus, dass wegen des Rückgangs der Edelstahlproduktion die Nickelnachfrage in den USA und in der EMEA-Region in diesem Jahr jeweils um 13% fallen dürfte. Auch für China setzt der Produzent ein Minus für die Nickelnachfrage an (4%). Daten der Zollbehörde zufolge hat China im April deutlich weniger Nickel importiert. So sind die Einfuhren von Nickelerz im Vergleich zum Vorjahr um zwei Drittel auf nur noch 1,34 Mio. Tonnen gefallen. Dies ist auf Indonesien und die Philippinen zurückzuführen. In Indonesien besteht seit Jahresbeginn ein Exportverbot von unbehandelten Erzen. Auf den Philippinen ist die Nickelerzproduktion im ersten Quartal um 27% zurückgegangen, da dort nur 11 von 29 Nickelminen in Betrieb waren. Chinas Importe von Nickelraffinade waren im April nur halb so hoch wie im Vorjahr. Dagegen sind die Einfuhren von Ferronickel deutlich gestiegen.