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Ägypten und Äthiopien wollen wieder direkt über Staudamm verhandeln

KAIRO/ADDIS ABEBA (dpa-AFX) - Im Streit um das Wasser für den größten Staudamm Afrikas wollen Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed nun doch wieder direkt verhandeln. Äthiopien will den Stausee am Blauen Nil zur Stromgewinnung nutzen. Der Wüstenstaat Ägypten deckt rund 90 Prozent seines Wasserbedarf aus dem Nil, eine drohende Wasserknappheit würde Landwirtschaft, Industrie und Millionen Haushalte treffen. Ein Ausschuss aus technischen Experten solle jetzt seine Arbeit umgehend auf "offenere und positivere Weise" als bisher fortsetzen, teilte das ägyptische Präsidialamt am Donnerstag mit.

Ziel sei eine "abschließende Vision" zur Befüllung und zum Betrieb des Staudamms. Beide Seiten hatten die Gespräche im Streit über den Betrieb ausgesetzt. Nach Angaben aus Kairo trafen sich Al-Sisi und Abiy am Donnerstag am Rande des Afrika-Gipfels im russischen Sotschi.

Äthiopien hatte 2010 mit den Bauarbeiten begonnen und hofft, mit dem umgerechnet 4,3 Milliarden Euro teuren Projekt zum afrikanischen Energie-Umschlagplatz zu werden. Rund zwei Drittel des Staudamms sind bereits fertiggestellt. Nach derzeitigen Plänen soll der Stausee in vier bis sieben Jahren befüllt werden. Strom erzeugen soll das dann größte Wasserkraftwerk des Kontinents schon ab Ende 2020. Fertiggestellt werden soll der Bau im Jahr 2023. Auch der Sudan, wo der Blaue und der Weiße Nil zum Nil zusammenfließen, ist von dem Projekt betroffen.

Russland und die USA haben sich in dem Streit als Vermittler angeboten. Vizeaußenminister Michail Bogdanow erklärte in Sotschi, Russland sei "immer bereit". Zugleich wollen die USA in Washington die Außenminister der drei afrikanischen Länder zusammenbringen.