Rohstoffe

Gold fällt auf 3-Monatstief

Energie: US-Tankstellenpreise trotz fallender Ölpreise auf Rekordniveau

Die Ölpreise fielen gestern um weitere 3%, womit sich die Verluste an den vergangenen beiden Handelstagen auf rund 9% summieren. WTI fiel dabei kurzzeitig unter 100 USD je Barrel. Heute legen die Preise 2,5% zu. Brent steigt auf 105 USD je Barrel, WTI auf 102 USD. Die US-Kraftstoffpreise an den Tankstellen stiegen gestern ungeachtet dessen auf ein Rekordniveau. Laut der Amerikanischen Automobilvereinigung AAA mussten für eine Gallone Benzin im US-weiten Durchschnitt 4,37 USD bezahlt werden. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem März von 4,33 USD übertroffen. Auch der Dieselpreis erreichte mit 5,50 USD ein Rekordniveau. Die Freigabe der strategischen Reserven hatte somit bislang nicht den erwünschten Effekt. Der jüngste Rückgang der Ölpreise wurde durch eine kräftige Ausweitung des Crackspreads mehr als ausgeglichen. Der 3-2-1-Crackspread ist gestern auf ein Rekordniveau von gut 54 USD je Barrel gestiegen. Dieser gibt an, wieviel die US-Raffinerien durch die Verarbeitung von 3 Barrel WTI in 2 Barrel Benzin und 1 Barrel Diesel einnehmen. Aufgrund des Krieges in der Ukraine haben die US-Raffinerien die Produktion von Destillaten wie Diesel und Kerosin maximiert, um den Wegfall der Lieferungen aus Russland zu kompensieren. Dadurch wird weniger Benzin produziert als zu dieser Jahreszeit üblich. In wenigen Wochen beginnt mit der Sommerfahrsaison die nachfragestärkste Zeit. Zudem exportieren die USA seit Wochen große Mengen an Ölprodukten. Die Folge sind kontinuierlich sinkende Kraftstoffvorräte. Die US-Benzinbestände liegen inzwischen 5% unter dem 5-Jahresdurchschnitt und auf dem niedrigsten Stand für diese Jahreszeit seit drei Jahren, die US-Destillatebestände sind sogar so niedrig wie zuletzt im April 2008. Für die heute Nachmittag anstehenden Lagerdaten wird mit einem weiteren Lagerabbau um jeweils 1,5 Mio. Barrel bei Benzin und Destillaten gerechnet. Die rekordhohen Tankstellenpreise könnten auch die Wahrscheinlichkeit für eine Zustimmung zum Anti-OPEC-Gesetz erhöhen, das aktuell im US-Kongress diskutiert wird (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 6. Mai).

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5MLongOil Brent FutureFaktor: 3
SH2HFPShortOil Brent FutureFaktor: -3
SD2S7RLongOil WTI Light Crude FutureFaktor: 3
SH1YFNShortOil WTI Light Crude FutureFaktor: -3
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Energie: Probleme beim Gastransfer über die Ukraine lassen Gaspreise wieder steigen

Am europäischen Gasmarkt nimmt die Nervosität wieder zu. Für Verunsicherung sorgt die Meldung des ukrainischen Gasnetzbetreibers, den Gastransit über den Einspeisepunkt Sochraniwka wegen „Höherer Gewalt“ einzustellen. Dieser liegt in der umkämpften Donbass-Region. Die alternativ vorgeschlagene Einspeisung über den zweiten Knotenpunkt Sudscha wird vom russischen Lieferanten Gazprom als technisch nicht möglich erachtet. Dennoch will letzterer seine Lieferverpflichtungen einhalten. Bis zu einem Drittel der über die Ukraine in die EU gelieferte Gasmenge könnte damit wegfallen. Bis gestern liefen die Gaslieferungen über die Ukraine normal. Am Montag erreichten sie mit gut 1.000 GWh pro Tag sogar das höchste Niveau seit letzten November. Ob aus der Lieferunterbrechung mehr wird als ein Muskelspiel ist noch nicht absehbar. Dennoch: Der europäische Benchmark-Preis TTF stieg heute Morgen zur Eröffnung auf 103 EUR je MWh, nachdem er in den letzten Tagen auch dank überdurchschnittlich stark steigender Vorräte deutlich zurückgekommen war. So liegt der Füllstand der EU-Gasvorräte aktuell bei 37% und damit rund fünf Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Die Speicher sind allerdings noch immer geringer gefüllt als üblich. Lieferunterbrechungen könnten die Normalisierung verlangsamen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5YLongNatural Gas FutureFaktor: 4
SH2HFCShortNatural Gas FutureFaktor: -4
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Edelmetalle: Gold erneut unter Druck, schwacher chinesischer Automarkt ohne Auswirkungen auf Platin und Palladium

Gold ist gestern erneut spürbar unter Druck geraten. Heute Morgen ist es sogar kurzzeitig auf ein 3-Monatstief von gut 1.830 USD je Feinunze gefallen. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten gestern mit 8,3 Tonnen den bislang stärksten Tagesabfluss in diesem Jahr. Gold verliert also weiter die Unterstützung der Finanzanleger. Daneben hat offenbar der etwas festere US-Dollar belastet. Die gefallenen Anleiherenditen haben wohl zwar einen noch stärkeren Preisrückgang verhindert, aber Gold diesmal keinen Auftrieb gegeben. Heute werden in den USA die Inflationsdaten für April veröffentlicht. Der Bloomberg-Konsensus erwartet wie auch unsere Volkswirte eine leicht nachlassende Inflationsdynamik, was allerdings keine Auswirkung auf die Geldpolitik der Fed haben dürfte. Der Goldpreis dürfte sich unseres Erachtens auf die Daten hin nur bewegen, wenn diese deutlich überraschen und daraufhin der US-Dollar reagiert.

Der chinesische Automarkt ist im April eingebrochen: Gemäß Daten der Passenger Car Association, einem privaten Automobilverband, sind die Autoabsätze im Vergleich zum Vorjahr um fast 36% gesunken. Dies war der stärkste Rückgang seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor über zwei Jahren. Hier haben sich laut Bloomberg die Lockdowns in China vor allem in Shanghai und der Provinz Jilin, zwei großen autoproduzierenden Orten, bemerkbar gemacht. Diese haben die Produktion deutlich fallen lassen und die Käufer vom Gang in die Autohäuser abgehalten. Der Verband der chinesischen Automobilproduzenten (CAAM) hatte letzte Woche schon vorläufige Absatzzahlen veröffentlicht, die sogar einen noch stärkeren Rückgang zeigten. Die schwachen Daten hatten keine Auswirkungen auf Platin und Palladium. Der Platinpreis ist gestern leicht gestiegen und notiert heute Morgen bei rund 980 USD je Feinunze. Der Palladiumpreis ist dagegen leicht gefallen und hat damit nicht nur seine anfänglichen Gewinne, sondern auch einen Teil seiner Gewinne des Vortages abgegeben.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T69LongGold FutureFaktor: 7
SF5DDAShortGold FutureFaktor: -7
SH3N5YLongPlatinum FutureFaktor: 7
SF2RTVShortPlatinum FutureFaktor: -7
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SD5NLUShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Preise mit neuem Erholungsversuch, LME-Aluminiumlager leeren sich

Der zarte Erholungsversuch der Metallpreise währte gestern nicht lange. Lediglich Nickel hat ein kleines Plus über den Tag gerettet. Alle anderen Industriemetalle waren erneut mehr oder weniger deutlich im Minus. Heute Morgen unternehmen die Metalle einen neuen Erholungsversuch. Der Aluminiumpreis ist gestern erstmals seit fast fünf Monaten vorübergehend unter die Marke von 2.700 USD je Tonne gefallen. Dass die frei verfügbaren LME-Aluminiumvorräte gestern stark gefallen sind und jetzt auf dem niedrigsten Stand seit über 21 Jahren liegen, hatte dem Aluminiumpreis keinen Auftrieb gegeben. Die Marktteilnehmer können nur noch auf knapp 300 Tsd. Tonnen Aluminium in den LME-Lagerhäusern zurückgreifen. Fast alles davon befindet sich in Lagerhäusern in Malaysia und Singapur. Auch die SHFE-Aluminiumbestände wurden in den letzten beiden Monaten abgebaut, was mit den hohen Exporten Chinas zusammenhängen könnte (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern). Offenbar ist unter den Marktteilnehmern die Besorgnis groß, dass es zu einem Wirtschaftsabschwung kommt. Diese Sorgen beruhen unseres Erachtens in erster Linie auf den bereits erfolgten und noch erwarteten Zinserhöhungen. Neben der US-Notenbank hat mittlerweile eine Reihe weiterer Zentralbanken die Zinsen erhöht, um die vielerorts hohe Inflation zu bekämpfen. Dies hat jedoch den Risikoappetit der Marktteilnehmer merklich geschmälert, was man auch an den zuletzt stark gefallenen Aktienmärkten sehen kann. Die Industriemetalle als zyklische Rohstoffe wurden davon in Mitleidenschaft gezogen. Mittlerweile sind bis auf Nickel und Zink alle Industriemetallpreise seit Jahresbeginn im Minus. Bei Nickel steht noch ein Plus von 37% zu Buche, was mit den Verwerfungen von Anfang März zusammenhängt. Davon zehrt der Nickelpreis quasi noch, auch wenn er im Mai bislang um gut 10% gefallen ist.

Gold glänzt als sicherer Hafen und Inflationsschutz

Gold verzeichnete einen ausgesprochen guten Start in das Jahr 2022. Der Preis stieg im ersten Quartal um 6 Prozent, was dem stärksten Zuwachs seit dem zweiten Quartal 2020 und dem besten Jahresauftakt seit fünf Jahren entspricht.

Wie die weiteren Aussichten für das gelbe Edelmetall sind, lesen Sie in der Analyse.