Rohstoffe

Gold erleidet kurzzeitigen Rückschlag

Energie: USA sind wieder Netto-Ölimporteur

Am Mittwoch hat das US-Energieministerium (DOE) einen Rückgang der Rohöllagerbestände in den USA in der letzten Woche um 5 Mio. Barrel berichtet. Die Bestände in Cushing sind dabei sogar um 5,6 Mio. Barrel gefallen, ein Rekordrückgang. Der WTI-Ölpreis konnte gestern auf über 34,5 USD, der Brentölpreis auf knapp 37 USD je Barrel steigen. Die starke Angebotsreduktion der Ölunternehmen in den USA sowie bei der OPEC und ihren Verbündeten (OPEC+) hat Hoffnungen auf eine Angebotseinengung bereits im 3. Quartal geschürt. Doch noch ist der Ölmarkt nicht über den Berg. Denn ausgerechnet die wichtigste Komponente der Angebots-Nachfrage-Relation, nämlich die Nachfrage, bleibt (außerhalb Chinas) schwach. So sind die im Vorfeld der Sommerfahrsaison in den USA viel beachteten Lagerbestände für Benzin laut DOE in der letzten Woche um 2,8 Mio. Barrel gestiegen. Erwartet wurde ein Rückgang um 2,7 Mio. Barrel. Die US-Benzinnachfrage war nach Wochen des Anstiegs erstmals wieder rückläufig. Auch anderswo bleibt die Nachfrage (nach Ölprodukten) sehr verhalten. So sind die US-Exporte von Ölprodukten zuletzt mit 3,7 Mio. Barrel täglich auf den niedrigsten Stand seit September 2017 gefallen. Deshalb sind die USA nun wieder zu einem Netto-Ölimporteur geworden, nachdem das Land ab Februar erstmals seit vielen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Netto-Ölexporteur avancierte. Wir halten die jüngste Preisrally am Ölmarkt für übertrieben.

Heute Morgen ist der WTI-Preis zeitweise um 10% eingebrochen. Den Rückgang führen wir in erster Linie auf die gestiegene Unsicherheit an den Finanzmärkten wegen der Situation rund um den wichtigsten Ölimporteur, China, zurück. Zu den jüngsten Spannungen zwischen den USA und China kommen nun politische und wirtschaftliche Sorgen (siehe Edel- und Industriemetalle unten). Die extrem positive Positionierung der Anleger insbesondere bei WTI macht den Ölmarkt anfällig für Preiskorrekturen bei eventuell aufkommenden Zweifeln und Unsicherheiten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CX1CallOil Brent FutureHebel: 6,7
CL7248PutOil Brent FutureHebel: 5,5
CL956BCallOil WTI Light FutureHebel: 5,3
CL725QPutOil WTI Light FutureHebel: 5,5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold erleidet kurzzeitigen Rückschlag, Palladium trotzt geringerem Angebotsdefizit

Der Goldpreis gab gestern um mehr als 20 USD nach und fiel zeitweise unter 1.720 USD je Feinunze. Heute zeigt sich Gold erholt. Es handelt wieder bei rund 1.735 USD. War es gestern zunehmender Konjunkturoptimismus, der auf dem Preis lastete, so hat sich über Nacht die Marktstimmung deutlich eingetrübt. Mit dazu beigetragen haben Pläne für ein neues Sicherheitsgesetz der chinesischen Regierung für Hongkong. Dies könnte zu neuen Protesten in der ehemaligen britischen Kronkolonie führen und das ohnehin schon angespannte Verhältnis zwischen China und den USA weiter verschlechtern. Die USA haben auf das Ansinnen Pekings bereits mit einer scharfen Warnung reagiert. Die gestrige Preisschwäche könnte auch mit Plänen der venezolanischen Zentralbank zu tun haben, Teile des bei der Bank von England gelagerten Goldes im Wert von 1 Mrd. USD zu verkaufen, um die Erlöse zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im eigenen Land zu verwenden. Die Bank von England weigert sich bislang, dies zu tun, da Großbritannien das Maduro-Regime nicht mehr als rechtmäßige Regierung Venezuelas erachtet. Venezuela hat deswegen nun ein Gericht in London eingeschaltet, um die Bank von England zur Herausgabe des Goldes zu zwingen.

Am Mittwoch hat das auf Edelmetalle spezialisierte Researchunternehmen Metals Focus seine Prognosen für die Platinmetalle in diesem Jahr veröffentlicht. Der Platinmarkt soll dabei einen Angebotsüberschuss von 247 Tsd. Unzen aufweisen. Im letzten Jahr bestand bei Platin noch ein deutlich höherer Überschuss von 800 Tsd. Unzen. Bei Palladium ist die Entwicklung spiegelverkehrt. Hier soll das Angebotsdefizit 2020 auf 124 Tsd. Unzen schrumpfen. 2019 lag das Defizit noch bei knapp 600 Tsd. Unzen. Metals Focus macht dafür eine deutlich schwächere Nachfrage aus der Automobilindustrie wegen der Corona-Pandemie verantwortlich. Ähnlich äußerten sich auch der Edelmetallverarbeiter Heraeus und das Beratungsunternehmen SFA Oxford, die für 2020 sogar nur ein Angebotsdefizit bei Palladium von 30 Tsd. Unzen erwarten. Umso erstaunlicher ist, dass der Palladiumpreis seit Wochenbeginn um mehr als 7% zulegen konnte und vor dem ersten nennenswerten Wochengewinn seit Ende März steht.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CJ7RMELongPlatinum FutureFaktor: 3
CJ7RL9ShortPlatinum FutureFaktor: -3
CJ7RMQLongPalladium FutureFaktor: 3
CU3TG7ShortPalladium FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Stimmungsumschwung und hohe Überschüsse an den Metallmärkten

Heute hat in Peking der Nationale Volkskongress der Kommunistischen Partei begonnen, die wichtigste politische Zusammenkunft Chinas. Dieser hätte ursprünglich Anfang März stattfinden sollen und wurde wegen des Coronavirus erstmals in der Geschichte verschoben. Für gewöhnlich werden auf diesem Treffen die Weichen für die wirtschaftliche Zukunft des Landes gestellt und die Konjunkturziele der Regierung abgesegnet. Wie bereits im Vorfeld gemutmaßt, hat die Regierung dieses Mal für 2020 wegen des Coronavirus und globaler Unsicherheiten kein numerisches BIP-Wachstumsziel bekannt gegeben. Das Hauptaugenmerk dürfte sich nun auf Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft richten. An den Finanzmärkten hat es dennoch einen abrupten Stimmungswechsel gegeben, der sich unter anderem in teilweise stark fallenden asiatischen Aktienmärkten widerspiegelt. Hierzu tragen in erster Linie die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China bei. Die Metallpreise stehen daher heute Morgen etwas unter Druck, wobei sich Kupfer mit knapp 5.300 USD je Tonne noch relativ gut hält. Einzig Nickel gibt stärker nach: Es fällt um über 5% auf 12.100 USD je Tonne.

Wie erwartet waren der globale Zink-, Blei- und Nickelmarkt schon im ersten Quartal im Angebotsüberschuss. Dies dürfte dem Coronavirus geschuldet sein, das zu dieser Zeit in China grassierte und ab März auch Europa im Griff hatte. Gemäß Daten der International Lead and Zinc Study Group belief sich der Überschuss bei Zink auf 240 Tsd. Tonnen und bei Blei auf 19 Tsd. Tonnen. In beiden Fällen war eine schwache Nachfrage hierfür verantwortlich (-4,1% bzw. -7,4% gegenüber Vorjahr). Der Überschuss bei Nickel betrug Daten der International Nickel Study Group zufolge 45,7 Tsd. Tonnen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum gab es noch ein beachtliches Defizit.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D7JLongCopper FutureFaktor: 5
CJ3D7RShortCopper FutureFaktor: -5
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