Rohstoffe

Gold aktuell auf dem Abstellgleis

Energie: OPEC+ und Spekulation sorgen für weiter steigende Ölpreise

Ungeachtet des Gegenwinds seitens des stärkeren US-Dollar und der schwächeren Wirtschaftsdaten aus China haben die Ölpreise gestern den vierten Tag in Folge zugelegt und notieren heute Morgen bei über 56 USD je Barrel (WTI) bzw. bei rund 59 USD (Brent). Auch von den DOE-Lagerdaten gab es eigentlich keinen Rückenwind. Vielmehr sind die Rohölbestände laut DOE in der letzten Woche wie vom Konsens erwartet um rund 1 Mio. Barrel zurückgegangen und damit nicht so stark wie man nach den API-Zahlen hätte erwarten können. Teilweise sind die höheren Bestände auf die hohen (Netto-)Rohölimporte zurückzuführen, die in der letzten Woche um 1,3 Mio. auf über 3 Mio. Barrel täglich gestiegen sind. Doch auch die Bestände für Ölprodukte sind höher ausgefallen als erwartet. Während die Destillatelager zuletzt nahezu unverändert waren, sind die Benzinlager um 4,5 Mio. Barrel gestiegen. Am stärksten sind die Benzinbestände an der US-Golfküste gestiegen, und zwar um 4 Mio. auf 87 Mio. Barrel, den höchsten Stand seit Mitte August. Dort befinden sich die meisten US-Raffinerien. Da die Exporte von Ölprodukten weiterhin gut laufen, könnte man dies durchaus als einen Hinweis auf eine schwächere (Produkt-)Nachfrage interpretieren. Auch über die aktuelle Lockdown-bedingte Nachfrageschwäche hinaus gibt es durchaus berechtigte Zweifel an der starken Erholung. So rechnet mittlerweile die internationale Luftverkehrs-Vereinigung IATA nicht mehr mit einem ganz so starken Anstieg des Flugverkehrs in diesem Jahr. Nachdem die Flugaktivität gemessen in Passierkilometer im letzten Jahr um zwei Drittel eingebrochen war, könnte sie sich in diesem Jahr im schlimmsten Fall um lediglich 13% statt wie noch im Dezember erwartet um 50% erholen. Den jüngsten Preisanstieg führen wir also in erster Linie auf die berechtigte Hoffnung zurück, dass es der OPEC und ihrer Alliierten (OPEC+) weiterhin gelingen wird, das Angebot freiwillig einzuschränken und damit ein (künstliches) Angebotsdefizit am Ölmarkt herbeizuführen, wie die Ölminister der Produzenten-Allianz in ihrem Kommuniqué erneut betont haben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD1CNHShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Edelmetalle: Rätselhafte Preisschwäche bei Gold, starkes Interesse an US-Goldmünzen

Gold fällt am Morgen auf 1.820 USD je Feinunze. Gegenwind kommt von einem festeren US-Dollar und steigenden Anleiherenditen. Die Debatte um eine mögliche Überhitzung der US-Wirtschaft infolge der massiven Impulse durch die Fiskalpolitik scheint nachzuhallen. Nur so ist zu erklären, warum die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen seit Tagen immer weiter nach oben tendiert und aktuell bereits wieder bei 1,15% liegt. Den Vertretern der Fed scheint dies bislang allerdings keine größeren Bauchschmerzen zu bereiten. Ein regionaler Fed-Präsident sagte, eine Inflation von 2,5% wäre willkommen, 3% würden kein Problem darstellen. Angesichts dieser Aussagen kann man sich nur wundern, warum Gold derzeit unter Druck steht und nicht deutlich steigt. Letzteres dürfte unseres Erachtens nur eine Frage der Zeit sein. Einen Impuls könnte Gold demnächst möglicherweise von einer stärkeren Nachfrage aus Indien erhalten. Anfang der Woche hat die Finanzministerin im Rahmen der Vorstellung des neuen Haushalts eine Absenkung der Steuer auf Gold- und Silberimporte verkündet. Damit soll vor allem dem blühenden Schmuggel Einhalt geboten werden und die Goldeinfuhr auf legale Kanäle umgeleitet werden. Die hohen lokalen Preise gepaart mit den hohen Importsteuern hatten die Goldnachfrage in Indien stark belastet. Die letzten Goldexportzahlen aus der Schweiz hatten bereits Hoffnung auf eine anziehende Goldnachfrage in Indien gemacht. Denn im Dezember lieferte die Schweiz 34,5 Tonnen Gold nach Indien, so viel wie seit Mai 2019 nicht mehr. Sehr stark war zuletzt die Nachfrage nach Goldmünzen in den USA. Laut US-Münzanstalt wurden im Januar 220.500 Unzen an Goldmünzen verkauft. Das war der höchste Monatswert seit Dezember 2009. Das massive Kaufinteresse beim weltgrößten Silber-ETF, iShares Silver Trust, hielt auch am Dienstag an. Dieser meldete einen Rekordzufluss von 1.766 Tonnen. Damit stiegen die Bestände innerhalb von drei Tagen um mehr als 3.400 Tonnen. Geholfen hat es dem Silberpreis zuletzt allerdings wenig: Der Preis hat sich vom zu Wochenbeginn verzeichneten 8-Jahreshoch deutlich entfernt und handelt bei rund 26,5 USD je Feinunze.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold FutureFaktor: 6
SB3T6TShortGold FutureFaktor: -6
SB3T60LongSilver FutureFaktor: 6
SD3ALYShortSilver FutureFaktor: -6
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Industriemetalle: Zinnmarkt stark angespannt, Terminkurve in ausgeprägter Backwardation

Die Metallpreise bewegen sich seit einigen Wochen zumeist seitwärts auf hohen Niveaus. Zuletzt waren auch die Preisausschläge relativ gering. Da sich China dem Neujahrsfest nähert und die Wirtschaftsaktivitäten im Land heruntergefahren werden sowie das Marktgeschehen abebbt, könnte es noch einige Zeit dauern, bis die Metallpreise neue Impulse erhalten. Deshalb dürften sie unseres Erachtens zunächst weiter seitwärts tendieren. Ein Metall, das bis Anfang dieser Woche noch stark gestiegen war, ist Zinn. Es hatte vorgestern bei 23.400 USD je Tonne ein 6½-Jahreshoch erreicht. Heute Morgen handelt es rund 600 USD tiefer. Wie wir hier schon mehrfach angeführt haben, ist der globale Zinnmarkt derzeit stark angespannt. Dies ist vor allem auf eine gute Nachfrage aus der Elektronik- bzw. Halbleiterindustrie zurückzuführen. Im Zuge derer sind die Zinnvorräte in den LME-Lagerhäusern mittlerweile auf nur noch 810 Tonnen abgeschmolzen, die geringste Menge seit Mai 2019, die selbst schon die niedrigste seit fast 30 Jahren war. Weiteres Material ist zur Auslieferung angefordert. Hinzu kamen Angebotssorgen nach dem Militärputsch in Myanmar. Obwohl es deutlich weniger produziert hat, war das Land im letzten Jahr gemäß WBMS-Daten noch der weltweit drittgrößte Zinnminenproduzent. Es exportiert das Material vor allem nach China, wo es zu Raffinade verarbeitet wird. Die Knappheit am globalen Zinnmarkt spiegelt sich auch in der Terminkurve wider, die stark in Backwardation ist. Anfang der Woche war die Prämie des Kassa-Preises gegenüber dem 3-Monats-Future so hoch wie vor drei Jahrzehnten. Im Dezember war die Situation noch komplett anders – der Kassa-Preis notierte unter dem 3-Monats-Future. Diesen schnellen Wandel führen einige Marktbeobachter daher auch auf ein gestiegenes Kaufinteresse spekulativer Finanzinvestoren zurück. Der Zinnmarkt ist relativ klein und illiquide und kann schon mit kleinen Orders stark bewegt werden.

Rohstoff-Ausblick 2021: Das sind die Aussichten für Gold, Öl und Co.

Trotz der Corona-Krise konnten die meisten Rohstoffpreise 2020 deutlich zulegen. Wie wird es im neuen Jahr weitergehen? Erfahren Sie hier, welche Rohstoffe neue Rekordhochs erreichen könnten und wer es 2021 schwer haben wird. Jetzt lesen!