Rohstoffe

Gewinnmitnahmen lasten auf Gold

Energie: Neue Konjunktursorgen und ein festerer US-Dollar setzen die Ölpreise unter Druck. Brent fällt am Morgen unter 64 USD je Barrel und handelt damit gut 1 USD unter dem gestrigen Tageshoch. Gleiches gilt für WTI mit 57,5 USD. Die anhaltenden Spannungen rund um das Thema Iran dürften einem weiteren Preisrückgang entgegenstehen. Der Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde hat gestern mitgeteilt, dass man bereits damit begonnen habe, Uran über das im internationalen Atomabkommen erlaubte Niveau hinaus anzureichern. Aktuell liegt der Anreicherungsgrad bei 4,5%. Der Iran drohte außerdem damit, die Anreicherung auf 20% zu erhöhen. US-Präsident Trump warnte den Iran mit scharfen Worten (“Sie sollten besser vorsichtig sein.”). Die Frage ist nun, wie lange die Europäer noch von der Erhebung neuer Sanktionen gegen den Iran absehen können. Eine gütliche Einigung im Konflikt scheint zunehmend unwahrscheinlich und das Atomabkommen kaum noch zu retten. Die gestern von der CFTC veröffentlichten Daten zur Marktpositionierung zeigten in der Woche zum 2. Juli einen weiteren Anstieg der spekulativen Netto-Long-Positionen bei WTI auf ein allerdings noch immer vergleichsweise niedriges Niveau. Dagegen setzte sich der Positionsabbau bei Brent die 10. Woche in Folge fort. Die gegensätzliche Tendenz kann das Zusammenlaufen der Preisdifferenz zwischen Brent und WTI auf nur noch 6 USD in der Berichtswoche zumindest teilweise erklären. Heute veröffentlicht die US-Energiebehörde ihren Monatsbericht (STEO). Im Fokus steht hier naturgemäß die Prognose für die US-Ölproduktion. Im letzten Monat hatte die EIA die Projektion für die nähere Zukunft merklich nach unten revidiert. Allerdings soll die US-Produktion in diesem Jahr immer noch so stark steigen, um den erwarteten Anstieg der globalen Ölnachfrage allein zu befriedigen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold hat seine Gewinne nicht verteidigt und ist gestern Nachmittag dann doch wieder unter die Marke von 1.400 USD je Feinunze gerutscht. Wir führen die jüngste Preisschwäche seit den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag auf Gewinnmitnahmen zurück. Unseres Erachtens bestand und besteht hierzu noch großes Potenzial. So hatten die Gold-ETFs seit Anfang Juni bis letzten Freitag Zuflüsse von rund 110 Tonnen verzeichnet und die spekulativen Finanzanleger hatten ihre Netto-Long-Positionen mehr als versechsfacht. Laut der CFTC-Statistik hat sich der Positionsaufbau in der Woche zum 2. Juli fortgesetzt. Mit gut 194 Tsd. Kontrakten gab es an diesem Stichtag die höchsten Netto-Long-Positionen seit Januar 2018. Damit wurden in fünf Wochen über den Futures-Markt über 520 Tonnen Gold gekauft. In einem Aufwärtstrend ist es natürlich bzw. schon fast „gesund“, dass es zwischendurch Gewinnmitnahmen gibt. Wegen der ultralockeren Geldpolitik vieler Zentralbanken und der zahlreichen (geo-)politischen Risiken gehen wir von einer Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme des Aufwärtstrends von Gold aus. Im Gegensatz zu Gold haben die spekulativen Finanzinvestoren ihre Netto-Long-Positionen bei Silber nicht weiter aufgestockt, sondern sogar leicht reduziert. Dies erklärt zumindest ansatzweise, warum der Silberpreis nicht mit dem Goldpreis angezogen hat und das Gold/Silber-Verhältnis zeitweise auf über 93 gestiegen war. Warum die starken Zuflüsse in die Silber-ETFs – gestern wieder gut 63 Tonnen, seit Anfang Juni über 800 Tonnen – dem Silberpreis keinen Auftrieb geben, ist für uns allerdings nicht ganz verständlich. Eine Erklärung sind die schwachen Industriemetallpreise, da Silber nach wie vor mehrheitlich in der Industrie verwendet wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10
CU0E62 Long Silver-Future Faktor: 8
CJ7RLT Short Silver-Future Faktor: -8

Industriemetalle: In einem nachrichtenarmen und eigentlich ruhigen Handel stach gestern Nickel mit einem Plus von 1,9% unter den Industriemetallen heraus. Für den Preisanstieg auf gut 12.700 USD je Tonne dürften technische Käufe verantwortlich gewesen sein. Letzte Woche hat die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie gehalten und gestern wurde die nicht weit darüber verlaufende 100-Tage-Linie überwunden. Heute Morgen gibt es hier ein paar Gewinnmitnahmen. Fundamentale Nachrichten sprechen unseres Erachtens kurzfristig eher für niedrigere Nickelpreise. Denn in Indonesien steht neues Angebot in den Startlöchern. Noch dieses Jahr sollen laut Angaben des Energie- und Rohstoffministeriums drei neue Nickelschmelzen in Betrieb genommen werden. Im August startet demnach eine Schmelze, die 13,5 Tsd. Tonnen Ferronickel pro Jahr herstellen kann. Hinzu kommen zwei Schmelzen, die zusammen knapp 3 Mio. Tonnen Nickelerz pro Jahr verarbeiten können. Bis 2022 sollen in Indonesien nach derzeitigen Planungen mindestens 22 Nickelschmelzen gebaut werden, die eine jährliche Verarbeitungskapazität von insgesamt 46,3 Mio. Tonnen Nickelerz haben. Mit dem (teilweise erzwungenen) Bau der Schmelzen will Indonesien erreichen, dass mehr Nickelerz im Land verarbeitet wird und höherwertige Produkte ausgeführt werden. Damit würde Indonesien mehr Einnahmen generieren. Mit knapp 20 Mio. Tonnen war Indonesien im letzten Jahr gemäß Daten von WBMS hinter den Philippinen der weltweit zweitgrößte Exporteur von Nickelerz und -konzentrat.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

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