Rohstoffe

Gewinnmitnahmen bei Ölpreisen nach kräftigem Anstieg im Januar

Energie: Der Brentölpreis notiert am Morgen bei knapp 61 USD je Barrel und damit ca. einen USD tiefer als gestern. Gleiches gilt für WTI, das gestern zwischenzeitlich auf 55,5 USD gestiegen war. Nach dem kräftigen Preisanstieg der letzten Wochen dürfte es zu Gewinnmitnahmen gekommen sein. So verzeichnete WTI im Januar ein Plus von gut 18%, was dem stärksten Januaranstieg aller Zeiten entspricht. Bei Brent beläuft sich das Plus zwar „nur“ auf 15%. Das ist aber noch immer der größte Monatszuwachs seit April 2016. Der starke Preisanstieg im Januar erklärt sich zum einen mit dem übertriebenen Absturz zuvor, der teilweise wieder korrigiert wurde. Eine ähnliche Entwicklung gab es auch bei Aktien. Zum anderen haben sich aber auch die Fundamentaldaten am Ölmarkt verbessert. Die Sorgen vor einem massiven Überangebot haben sich dank der erfolgten OPEC-Produktionskürzungen als unbegründet erwiesen. Laut einer Umfrage von Reuters sank die OPEC-Produktion im Januar um 890 Tsd. auf 31 Mio. Barrel pro Tag. Das entspricht genau dem von der IEA geschätzten Bedarf an OPEC-Öl für 2019, wenn man diesen um Katar bereinigt, das seit Jahresbeginn nicht mehr in der OPEC ist. Die OPEC hätte also Stand jetzt ihr Ziel erreicht und den Markt wieder ins Gleichgewicht gebracht. Saudi-Arabien hat die Produktion dabei stärker gekürzt als erforderlich. Dennoch lag die Umsetzung insgesamt nur bei 70%, weil der Irak und Nigeria deutlich hinterherhinken. Unfreiwillig zur Zielerreichung beigetragen haben dagegen die drei von den Kürzungen ausgenommenen Länder Iran, Venezuela und Libyen, deren Produktion insgesamt um 150 Tsd. Barrel pro Tag zurückging.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold setzte gestern seinen Preisanstieg nach dem Umschwenken der US-Notenbank Fed fort. Es stieg in der Spitze auf 1.326 USD je Feinunze. Auch Gold in Euro gerechnet zog mit an. Mit 1.155 EUR je Feinunze notierte es auf dem höchsten Stand seit Mai 2017. Nachdem die Fed das vorläufige Ende ihres Zinserhöhungszyklus signalisiert hat, und die Zinserhöhungserwartungen daraufhin vom Markt vollständig ausgepreist wurden, wird Gold als Anlagealternative attraktiver. Dies spiegelt sich in anhaltenden ETF-Zuflüssen wider. Im Januar wurden die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs um über 70 Tonnen aufgebaut, was fast den Zuflüssen des gesamten letzten Jahres entspricht. Heute könnte der Preisanstieg allerdings gebremst werden, sollte am Nachmittag ein guter US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht werden. Die ADP-Daten von Mittwoch lassen jedenfalls einen guten Bericht erwarten.

In den gestern vom World Gold Council veröffentlichten Bericht zur globalen Goldnachfrage lohnt sich ein zweiter Blick. Während die Goldnachfrage 2018 vor allem durch Zentralbankkäufe angeschoben wurde (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern), war die Schmucknachfrage als größte Nachfragekomponente unverändert. Die Nachfrage nach Münzen und Barren stieg um 4%, wohingegen die ETFs deutlich geringere Zuflüsse als im Vorjahr verzeichneten. Die Industrienachfrage legte marginal zu. Der höheren Nachfrage stand ein leicht gestiegenes Angebot gegenüber, wobei die Minenproduktion ein Rekordhoch erreichte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Die nächste Runde der Handelsgespräche zwischen den USA und China ist beendet. Auch wenn noch kein Abkommen ausgehandelt wurde – was wir auch nicht erwartet haben –, sprechen beide Seiten von wichtigen Fortschritten in den Gesprächen. Diese sollen nach dem chinesischen Neujahrsfest, das nächste Woche stattfindet, fortgeführt werden. Der US-Handelsbeauftragte Lighthizer und US-Finanzminister Mnuchin fliegen wahrscheinlich Mitte Februar zu weiteren Gesprächen nach Peking. Der chinesische Präsident Xi hat US-Präsident Trump eine offizielle Einladung überstellt. Das Treffen könnte relativ kurzfristig Ende Februar nach dem geplanten Treffen zwischen Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jongun stattfinden. Denn an der Deadline 1. März, nach der die US-Zölle auf chinesische Güter deutlich erhöht werden sollen, hält Trump vorerst fest. Die gestern noch gute Stimmung an den Märkten ist heute Morgen allerdings verflogen und die Metallpreise geben in der Breite nach. Denn der von Caixin erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China ist im Januar weiter und dazu überraschend deutlich gefallen. Dies hat zu Sorgen über den Zustand der chinesischen Wirtschaft geführt. Gemäß Daten des nationalen Statistikinstituts hat Chile sowohl im Dezember als auch im Gesamtjahr 2018 rekordhohe Mengen Kupfer produziert. Dabei wurde nicht nur mengenmäßig, sondern auch qualitativ höherwertiges Erz abgebaut. Das höhere Angebot wird aber auch dringend benötigt, da z.B. in der „Grasberg“-Mine in Indonesien dieses Jahr deutlich weniger Kupfer produziert wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7H Long Kupfer-Future Faktor: 4
CJ3D7Q Short Kupfer-Future Faktor: -4

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