Rohstoffe

Gewinnmitnahmen bei Öl

Energie: Gewinnmitnahmen bei Öl

Gewinnmitnahmen prägen auch heute Morgen das Bild am Ölmarkt, wobei Brentöl unter 71 USD und WTI unter 69 USD je Barrel notieren. Ein wohl vorschneller Preisanstieg zuvor gepaart mit dem stärkeren US-Dollar und einer Korrektur an den Aktienmärkten belasten die Ölpreise. Die chinesischen Rohölimporte sind im Mai mit 40,97 Mio. Tonnen bzw. umgerechnet weniger als 9,7 Mio. Barrel täglich auf den zweitniedrigsten Stand seit Juni 2019 gefallen (auf Tagesbasis). Nur letzten Dezember lagen sie mit 9,1 Mio. Barrel täglich niedriger. Als Grund wird Zurückhaltung der Raffinerien wegen Wartungsarbeiten angeführt. Außerdem verzögert sich die Bekanntgabe von Details zur zweiten Tranche der Importquoten in diesem Jahr. Wir glauben zudem, dass chinesische Händler und Raffinerien im Vorjahr wegen der niedrigen Preise Lagerbestände über Bedarf aufgebaut haben und deshalb jetzt in Ruhe auf eine Preiskorrektur warten können. Ansonsten bleibt das fundamentale Umfeld am Ölmarkt gut, wobei sich die Kraftstoffnachfrage nicht nur in den USA, sondern auch in Europa nach dem (teilweisen) Wegfall der Restriktionen stark erholt. Auf der Angebotsseite macht sich unterdessen Ernüchterung breit, dass die erwartete Rückkehr der iranischen Ölexporte wohl länger auf sich warten lässt. Der US-Außenminister hat gestern Zweifel an der Bereitschaft des Iran geäußert, die Bedingungen des Atomabkommens von 2015 wieder einzuhalten. Das Land wäre demnach in der Lage, binnen Wochen genug spaltbares Material für Atomwaffen herzustellen, wenn es weiter gegen das Abkommen verstößt. Seine Zweifel wurden von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) bestätigt, deren ohnehin recht begrenzter Zugang zu den Atomanlagen im Iran nach dem 24. Juni weiter eingeschränkt werden dürfte. Die fünfte Gesprächsrunde um das Abkommen endete am 2. Juni und die sechste soll am Donnerstag beginnen. Allerdings bleibt der jetzigen iranischen Führung nur wenig Zeit, ein Abkommen vor den Wahlen am 18. Juni zu erreichen, die wahrscheinlich einen Hardliner als neuen Präsidenten hervorbringen werden.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7ULongOil Brent FutureFaktor: 5
SD3353ShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD2S7VLongOil WTI Light FutureFaktor: 5
SD2TAPShortOil WTI Light FutureFaktor: -5

Edelmetalle: Gold-ETF-Anleger machen vor US-Inflationsdaten Kasse

Gold handelt wieder bei knapp 1.900 USD je Feinunze und hat damit die Verluste von Mitte letzter Woche nahezu wettgemacht. Der Preisanstieg gestern erfolgte trotz beträchtlicher ETF-Abflüsse, die sich laut Bloomberg auf 6,6 Tonnen beliefen. Der Großteil der Abflüsse entfiel dabei auf den SPDR Gold Trust, der überwiegend von institutionellen Anlegern als Anlagevehikel genutzt wird. Offensichtlich haben einige dieser Anleger den Preisanstieg genutzt, um Anteile zu verkaufen. Ob daraus ein Trend wird, lässt sich momentan noch nicht sagen. Falls ja, würde dies einem weiteren Preisanstieg entgegenstehen. Je länger der Goldpreis mit der Marke von 1.900 USD kämpft, umso größer könnte das Risiko dafür werden, dass eher taktisch orientierte Anleger erst einmal Kasse machen und erzielte Gewinne mitnehmen. Bei einem nachhaltigen Überwinden dieser Marke würden sie vermutlich wieder in den Markt zurückkehren und damit den Preis weiter nach oben treiben. Die derzeitige Zurückhaltung der ETF-Anleger ist verständlich, schließlich steht am Donnerstag mit den US-Inflationsdaten eine richtungsweisende Veröffentlichung an. Fallen diese erneut höher aus als erwartet, könnte die Debatte über einen früheren Ausstieg der US-Notenbank aus der ultra-lockeren Geldpolitik neu aufflammen. Dies wäre zumindest kurzfristig negativ für Gold, da dann in Reaktion auch die Anleiherenditen steigen würden und der US-Dollar aufwerten würde. Erst wenn sich der Staub legt, dürfte Gold als Inflationsschutz profitieren, da durch die höhere Inflation die Realzinsen noch stärker in den negativen Bereich gedrückt würden. Vor diesem Hintergrund ist auch die nächste Umfrage der Universität von Michigan zum Verbrauchervertrauen interessant, die am Freitag veröffentlicht wird. Diese enthält Fragen zu den Inflationserwartungen der privaten Haushalte, die zuletzt sowohl in der kurzfristigen als auch in der langfristigen Perspektive deutliche Anstiege aufwiesen. Im Schlepptau von Gold legte auch Silber in den letzten Tagen zu und erreichte am Morgen wieder 28 USD je Feinunze. Silber hat damit ebenfalls den Rückschlag von Mitte letzter Woche nahezu wettgemacht. Das Gold/Silber-Verhältnis liegt seit Tagen stabil um 68.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold FutureFaktor: 6
SD3YJSShortGold FutureFaktor: -6
SB3T60LongSilver FutureFaktor: 6
SD3ALXShortSilver FutureFaktor: -6

Industriemetalle: China hat deutlich weniger Stahl, aber viel Aluminium exportiert

Neben den Daten zu den Importen ausgewählter Rohstoffe hat die chinesische Zollbehörde gestern wie gewöhnlich auch Export-Daten von zum Beispiel Stahl und Aluminium veröffentlicht. Demnach sind die Ausfuhren von Stahlprodukten im Mai im Vergleich zum Vorjahr zwar um 20% auf 5,27 Mio. Tonnen gestiegen. Der niedrige Vorjahreswert war durch die Lockdown-Maßnahmen in zahlreichen Ländern außerhalb Chinas und der Erholung der Binnennachfrage im Reich der Mitte gekennzeichnet. Im Vergleich zum Vormonat sind die Stahlexporte aber um 34% gefallen. Dies ist unseres Erachtens in erster Linie auf eine höhere Besteuerung von Stahlausfuhren zurückzuführen. Denn unter anderem dadurch will die chinesische Regierung erreichen, dass mehr Stahl im Land verbleibt und die chinesischen Stahlhersteller ihre Produktion drosseln, um weniger Treibhausgasemissionen auszustoßen. Die Aluminiumexporte sind den Daten der Zollbehörde zufolge im Mai um 15% gegenüber Vorjahr auf 439 Tsd. Tonnen gestiegen. Sie lagen damit marginal über ihrem Vormonatswert. Dies deutet unseres Erachtens darauf hin, dass China die rekordhohe Menge Aluminium, die es Monat für Monat produziert, nicht selbst vollständig verbraucht. Zum anderen haben sich die chinesischen Händler die hohen Preise außerhalb Chinas – sie sind in diesem Jahr an der LME etwas stärker gestiegen als an der SHFE – zunutze gemacht und opportunistisch Aluminium exportiert. Gestern ist Aluminium an der LME um 1,2% gefallen und war damit der größte Verlierer unter den Industriemetallen. Heute Morgen kostet eine Tonne Aluminium rund 2.420 USD. An der SHFE gibt der Preis leicht auf gut 18.300 CNY je Tonne (umgerechnet rund 2.870 USD) nach. In beiden Fällen sind dies unseres Erachtens noch sehr hohe und für die Produzenten sehr auskömmliche Niveaus.

Sponsoren der Fußball-EM: Welche Aktien profitieren vom Megaevent?

Am 11. Juni startet die UEFA-Europameisterschaft. Grund genug, um ausgewählte Aktien von Sponsoren unter der charttechnischen Lupe zu betrachten. Erfahren Sie hier mehr dazu, welche Aktien bei der »Aufstellung« im Depot interessant sein könnten.