Rohstoffe

Gerät das Gleichgewicht am Ölmarkt ins Wanken?

Energie: Gerät das Gleichgewicht am Ölmarkt ins Wanken?

Die Ölpreise stehen heute nach belastenden Meldungen von der Angebots- und Nachfrageseite etwas unter Druck. In Indien wurde am Wochenende mit über 400 Tsd. Neuinfektionen an einem Tag ein neuer trauriger Rekord aufgestellt. Dies gefährdet nicht nur die Erholung der Nachfrage im drittgrößten Ölkonsumentenland, sondern führt den Marktteilnehmern auch die Nachfragerisiken vor Augen. Angesichts der Pandemie scheint die Erholung des internationalen Tourismus kein Selbstläufer. Die Produktion dürfte jedoch demnächst steigen. Der für April gemeldete Anstieg der OPEC-Produktion um 100 Tsd. Barrel täglich ist zwar nicht besorgniserregend. Denn dafür war vor allem der Anstieg der Ölproduktion im Iran auf ein 2-Jahreshoch von 2,5 Mio. Barrel täglich verantwortlich, der nicht an die Kürzungsvorgaben des Abkommens mit den anderen Ölexporteuren (OPEC+) gebunden ist. 2018 lag die iranische Ölproduktion noch bei fast 4 Mio. Barrel täglich, fiel jedoch im letzten Jahr wegen der US-Sanktionen unter 2 Mio. Barrel täglich, wo sie auch im gesamten Jahr verblieb. Man glaubt im Iran offenbar, sich mit der neuen US-Regierung in Kürze auf eine Aufhebung der Sanktionen einigen zu können, weshalb die Produktion und die Exporte erhöht wurden, vor allem nach China, das die US-Sanktionen nicht sonderlich scheut. Am Wochenende gab es entsprechende Berichte seitens des stellvertretenden iranischen Außenministers, die mittlerweile allerdings von den USA dementiert wurden. Sollten die iranischen Ölexporte, die der Vizepräsident des Landes auf 2,5 Mio. Barrel täglich beziffert, auf den Markt zurückkehren, dürfte das die Ölpreise unter Druck bringen. Auch Russland hat im April seine Produktion von Rohöl und Kondensaten weiter um 1,9% auf 42,81 Mio. Tonnen bzw. umgerechnet 10,46 Mio. Barrel täglich erhöht. Rechnet man die Kondensate heraus – deren Produktionsniveau wird auf ca. 900 Tsd. Barrel geschätzt -, verbleibt eine Produktionsmenge von 9,56 Mio. Barrel Rohöl täglich. Das sind 180 Tsd. Barrel täglich mehr als die von der OPEC+ erlaubte Menge, die für Russland im Gegensatz zu den anderen Ländern eine Erhöhung um 130 Tsd. Barrel täglich vorsah.

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Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD13PBLongOil Brent FutureFaktor: 5
SD3353ShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD2S7VLongOil WTI Light FutureFaktor: 5
SD3357ShortOil WTI Light FutureFaktor: -5
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Edelmetalle: Gold mit positivem Wochenauftakt, Palladium erstmals über 3.000 USD

Gold steigt am Morgen auf 1.780 USD je Feinunze, nachdem es in der letzten Woche den ersten Wochenverlust seit vier Wochen verzeichnete. Unterstützung erhält Gold durch einen leichten Rückgang der Anleiherenditen. Einige Marktteilnehmer verweisen zudem auf die weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen in Indien, wobei diese eher den gegenteiligen Effekt auf den Goldpreis haben müssten, weil dadurch die einsetzende Erholung der Goldnachfrage im zweitwichtigsten Konsumentenland abgewürgt werden könnte. Die zuletzt deutlich gestiegenen Goldimporte Indiens könnten damit schon wieder der Vergangenheit angehören. Ob dies durch eine stärkere Investmentnachfrage ausgeglichen werden kann, bleibt abzuwarten. Laut World Gold Council war diese im ersten Quartal wegen der kräftigen ETF-Verkäufe um 70% eingebrochen. Im April war zumindest eine Stabilisierung bei den Gold-ETFs zu beobachten. Im gesamten letzten Monat flossen nur noch 26 Tonnen aus den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs ab, also gut 1 Tonne pro Tag. Im März beliefen sich die Verkäufe noch auf 135 Tonnen oder knapp 6 Tonnen täglich. Der von Bloomberg für letzten Dienstag gemeldete kräftige Abfluss von 23 Tonnen hat sich im Nachhinein als Umschichtung in einen anderen von Bloomberg noch nicht erfassten ETF herausgestellt. Somit gab es in der letzten Woche „nur“ einen Rückgang der ETF-Bestände von 3,5 Tonnen, was die abnehmende Dynamik bei den ETF-Abflüssen bestätigt. Wir rechnen damit, dass die ETFs spätestens in der zweiten Jahreshälfte wieder Zuflüsse verzeichnen und der Goldpreis dadurch begünstigt bis zum Jahresende auf 2.000 USD steigt. Palladium hat mittlerweile die Marke von 3.000 USD je Feinunze erreicht. Am Freitag wurde diese erstmals kurzzeitig überwunden. Ein erneuter Anlauf ist wahrscheinlich. Allerdings sollte die Luft für Palladium allmählich dünn werden. Denn bei gegenwärtigen Preisen werden die Automobilproduzenten verstärkt darüber nachdenken, Palladium durch das wesentlich preiswertere Platin zu ersetzen, sofern dies technisch möglich ist. Letzteres handelt bei rund 1.200 USD je Feinunze.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold FutureFaktor: 6
SD3YJSShortGold FutureFaktor: -6
SB42XALongPalladium FutureFaktor: 4
SB3T8BShortPalladium FutureFaktor: -4
SB42W9LongPlatinum FutureFaktor: 4
SB3T8AShortPlatinum FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Globaler Zink- und Bleimarkt weiterhin überversorgt

Das Geschehen an den Metallmärkten wird heute von geringer Liquidität geprägt sein. Denn es wird nur an der Comex in New York gehandelt. Die LME in London hat wegen eines Bankfeiertages geschlossen und an der SHFE in Shanghai findet feiertagsbedingt sogar bis Mittwoch kein Handel statt. Der Zinkpreis war im Zuge der guten Stimmung am Donnerstag auf knapp 3.000 USD je Tonne und damit den höchsten Stand seit fast drei Jahren gestiegen. Auch der Bleipreis legte bis auf rund 2.150 USD je Tonne zu. Die fundamentalen Daten rechtfertigen diese Preisanstiege unseres Erachtens aber nicht. Denn beide Märkte bleiben laut aktualisierter Einschätzung der International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) in diesem Jahr überversorgt. Den Überschuss am globalen Zinkmarkt taxiert die ILZSG auf 353 Tsd. Tonnen (nach 493 Tsd. Tonnen im letzten Jahr). Dies ist der zweithöchste Überschuss in den letzten zehn Jahren. Dass dieser sinkt, ist auf eine erwartete Erholung der Nachfrage zurückzuführen. Nach dem Corona-bedingten Rückgang im letzten Jahr soll sie in allen wichtigen Konsumentenländern und -regionen merklich anziehen, teilweise zweistellig. Hinter dem Nachfrageanstieg steht in erster Linie die (rekord-)hohe Stahlproduktion. Für den globalen Bleimarkt ergibt sich ein ähnliches Bild. Die ILZSG erwartet, dass das Angebot in diesem Jahr die Nachfrage um 96 Tsd. Tonnen übertrifft (letztes Jahr 163 Tsd. Tonnen). Dies wäre bereits der dritte Angebotsüberschuss in Folge. Die Nachfrageaussichten sind vergleichbar denen bei Zink. Zur höheren Nachfrage trägt wohl die Automobilindustrie maßgeblich bei, die sich von ihrem Corona-bedingten Einbruch im letzten Jahr erholt und entsprechend mehr Batterien nachfragt. Die neuerlichen Angebotsüberschüsse sollten unseres Erachtens das Preispotenzial von Zink und Blei begrenzen. Die Preise werden in erster Linie von der guten Stimmung nach oben gezogen. Wir halten eine Korrektur für notwendig.

Start in die Dividendensaison

Auch in diesem Jahr ist im Frühjahr die Zeit für Hauptversammlungen und so können sich viele Aktionäre über Ausschüttungen freuen. Lesen Sie hier, was Anleger von der kommenden Dividendensaison erwarten können.