Währung

Gemischte Signale von den Zentralbanken

Gemischte Signale aus der EZB

Hat die EZB ein Kommunikationsproblem? Das ist eine Frage die jüngst öfter zu hören war. Grund sind die zunehmend gemischten Signale, die die einzelnen Ratsmitglieder zuletzt sendeten. Es fing an mit den konfliktären Äußerungen zum Euro-Wechselkurs vor wenigen Wochen. Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und Präsidentin Christine Lagarde spielten das Problem des starken Euro eher herunter. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hob dagegen die Relevanz des Wechselkurses hervor, was sogleich als verbale Intervention gegen die Währung verstanden wurde. Mittlerweile halten sich die Notenbanker bedeckt zu dem Thema.

Seit einiger Zeit bekommt man nun den Eindruck, dass sich der EZB-Rat auch bezüglich der Notwendigkeit und/oder des Timings einer weiteren geldpolitischen Lockerung uneins ist. So hat Lagarde signalisiert, dass eine Entscheidung über weitere Maßnahmen schon bald getroffen werden könnte. Dabei brachte sie neben einer Ausweitung der Anleihekäufe jüngst auch eine Senkung des Einlagensatzes auf den Tisch. Ihr Ratskollege und Vizepräsident Luis de Guindos verwies dagegen auf die ungenutzte Kapazität des aktuellen QE-Programms, weshalb er eine Entscheidung über weitere expansive Schritte kurzfristig nicht für notwendig halte.

Nun ist es natürlich nichts Ungewöhnliches, dass sich das Entscheidungsgremium einer Notenbank nicht immer einig ist. Notenbanker sind ja auch nur Menschen. Und insbesondere im Falle der EZB ist dies absolut kein Novum. Warum wird es dennoch am Markt thematisiert? Der Grund dürfte wohl darin liegen, dass viele mit einem gewissen “Kulturwandel” innerhalb des EZB-Rats gerechnet hatten, nachdem Lagarde zu Beginn ihrer Amtszeit recht klar signalisiert hatte, dass sie in Bezug auf Entscheidungen – stärker als ihr Vorgänger – den Konsens suchen wolle. Dazu gehörte auch, dass Streitereien zwischen den Notenbankern nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen und dass Entscheidungen nicht vorweggenommen würden, ohne dass diese zuvor im Gremium diskutiert wurden. Kurz gesagt: Es wurde die Erwartung einer stärkeren Einheit – zumindest in der Kommunikation nach außen hin – geschürt. Diese Erwartung hat sich in den letzten Wochen nun alles andere als bestätigt. Dies ist für den Markt insofern relevant, als es die Unsicherheit bezüglich der weiteren Vorgehensweise der EZB und damit die Volatilität allgemein erhöht – eigentlich etwas, was Notenbanken, und vermutlich insbesondere Frau Lagarde mit ihrem Versuch eines neuen Ansatzes, eben genau zu vermeiden suchen.

Fed hält sich zurück

Im Gegensatz zur EZB scheint bei der Fed Einigkeit zu bestehen: Und zwar darüber, dass die Konjunkturerholung nun vor allem von der Finanzpolitik abhänge. Die Notenbanker selber sehen ihren Teil zur Unterstützung der Wirtschaft offenbar als erfüllt an. Zumindest gab es hier in letzter Zeit keinerlei Andeutungen, dass weitere expansive Schritte in der Pipeline sein könnten. Fed-Chair Jay Powell wehrte gestern sogar Spekulationen bezüglich der Einführung von Negativzinsen ab. Die FOMC-Minutes, die heute Abend veröffentlicht werden, werden in dieser Hinsicht aller Voraussicht nach keine Neuigkeiten bringen. Entsprechend sind auch keine Impulse für die USD-Wechselkurse zu erwarten.

Was das von Powell und seinen Kollegen herbeigewünschte Fiskalpaket angeht, sieht es trotz ihrer wiederholten Aufrufe derweil schlecht aus. Gestern verpasste der US-Präsident den Verhandlungen einen Dämpfer, nachdem er verkündete, dass er seine Parteiverantwortlichen angewiesen habe, die Verhandlungen bis nach der Präsidentschaftswahl einzustellen. Ohnehin schienen die Gespräche zuletzt festgefahren zu sein. Die Verzögerung der fiskalischen Hilfen ist natürlich nicht unproblematisch. Noch ist die Pandemie schließlich nicht überstanden. Ein wichtiger Grund, weshalb sich die US-Konjunktur trotz der schwierigen Lage gut geschlagen hat, waren die großzügigen staatlichen Zuschüsse, die die Einkommen der US-Haushalte nicht nur stabilisierten, sondern sogar erhöhten und damit auch den privaten Konsum stützten. Seit dem Auslaufen einiger Hilfsprogramme befinden sich diese nun wieder im Abwärtstrend. Powell warnte gestern, dass ohne weitere Hilfen die US-Wirtschaft gar zurück in Richtung Rezession rutschen könnte. Das neue Ziel der Notenbank, ein Überschießen der Inflation, würde damit noch weiter in die Zukunft rücken. Immerhin für den US-Dollar ist das eher eine gute Nachricht.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ4VQ8CallEUR/USDHebel: 7,2
CJ4U2RPutEUR/USDHebel: 7,2
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Brexit: In kleinen Schritten vorwärts

Während die Verhandlungen in den USA stocken, scheint es zwischen der EU und dem UK in Sachen Brexit voranzugehen. Beim Themenbereich Sozialversicherung sei man einer Einigung nahe. Das heißt noch lange nicht, dass ein Durchbruch bereits in greifbarer Nähe ist. Im Bereich Fischereirechte zeigt sich Frankreich aktuell noch unnachgiebig. Aber selbst wenn es nur in kleinen Schritten vorwärts geht, dürfte dies für den Markt genug sein, um dem Pfund gegenüber vorerst freundlich gesonnen zu bleiben. Die Risiken bleiben aber natürlich hoch, weshalb die Musik auch eher am Optionsmarkt spielt. Hier sind die Risikoprämien zuletzt ebenfalls etwas zurückgegangen. Dies sollte aber für diejenigen, die kurzfristig lieber auf Nummer sicher gehen wollen, vor allem eine gute Einstiegsgelegenheit darstellen.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ4VF6CallEUR/GBPHebel: 8,3
CJ4VHUPutEUR/GBPHebel: 8,0
CJ4U39CallGBP/USDHebel: 7,2
CJ4U6KPutGBP/USDHebel: 7,5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.