Währung

Geduld ist eine Tugend: Vorsichtige Fed

USD: Geduld ist das neue Schlagwort der Fed, das auch gestern wieder die Äußerungen von Fed Chairman Jay Powell und seinen Kollegen dominierte. Mit Geduld versucht die Fed die Divergenz zwischen (zumindest in den USA) nach wie vor guten Konjunkturdaten und dem pessimistischen Ausblick der Finanzmärkte zu managen. Damit trifft sie den Nerv des Marktes, der nicht befürchten muss, dass die Fed mit voreiligen Zinserhöhungen das fragile globale Konjunkturumfeld zusätzlich belastet. Das war soweit jedoch bereits bekannt. Neuer war dagegen die Einschätzung von Vize-Chairman Richard Clarida, dass die Inflation seiner Meinung nach zuletzt auf der Unterseite überrascht habe. Damit schlägt er sich eher auf die Seite von St. Louis Fed Präsident James Bullard, der eine abwartende Haltung, anders als Powell, nicht als Zugeständnis an den Markt sondern eher fundamental begründet ansieht. Für die heutigen Inflationszahlen für Dezember bedeutet das, dass eine Überraschung auf der Unterseite die USD-Wechselkurse umso mehr belasten dürfte, zumal angesichts des anhaltenden Gouvernment Shutdown andere Datenveröffentlichungen, die Einblicke auf den Zustand der US Konjunktur geben könnten, vorerst auf sich warten lassen. Auch der Markt muss sich in Geduld üben, was dafür spricht dass er vorerst an seiner USD-skeptischen Sicht festhalten sollte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

CHF: Die Risk-On-Stimmung hält zum Ende der Woche hin an. Grundsätzlich halten wir das angesichts der beruhigenden Signale seitens der Fed für gerechtfertigt. Doch wie deutlich der Franken gestern abwertete, hat uns dann doch überrascht. Wehe dem, der Böses dabei denkt. Nein, wir haben keinerlei Hinweise, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) in irgendeiner Weise hinter der Korrektur steckt. Doch auch dem letzten Marktteilnehmer dürfte klar sein, dass die SNB Bewegungen wie die gestrige wohlwollend zur Kenntnis nehmen wird. Haben doch die Inflationszahlen für Dezember am Mittwoch belegt, dass der unterliegende Inflationsdruck in den letzten Monaten eher wieder nachgelassen hat (siehe Abbildung 2), was nicht zuletzt auch an der erneuten Aufwertung des Frankens im vergangenen Jahr liegen dürfte. Auch ohne dass die SNB direkt im Devisenmarkt aktiv wird, spricht das nahe der EUR-CHF-Tiefs bei 1,1184 zunehmend für asymmetrische Wechselkursreaktionen. Nach wie vor betont die SNB schließlich, dass sie bereit ist, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Mit diesem Wissen dürften Händlern EUR-CHF-Aufwärtsbewegungen leichter mittragen. Doch aufatmen kann die SNB damit noch lange nicht. Mit der bevorstehenden Brexit-Abstimmung steht bereits kommende Woche ein Risikoevent bevor, dass die Nachfrage nach dem Franken wieder hochtrieben könnte. Angesichts anhaltender Brexit-Unsicherheit und globaler Konjunktursorgen gehen wir davon aus, dass EUR-CHF sich vorerst nicht nachhaltig von der 1,12er-Region entfernen kann.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD91QA Long EUR/CHF Faktor: 5
CD91QB Short EUR/CHF Faktor: -5

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