Währung

GBP-Risiken bleiben bestehen

GBP: Zwei Monate nach Theresa Mays erster Niederlage im britischen Unterhaus stehen wir nun hier und sind gefühlt keinen einzigen Schritt weitergekommen. All ihre Bemühungen, ihr Austrittsabkommen doch noch irgendwie durch das Parlament zu boxen, waren umsonst. Gestern Abend stimmte die Mehrheit der Abgeordneten erneut gegen ihren Deal.

Was macht der Devisenmarkt aus diesen Ergebnissen? Immerhin: das Pfund handelt nach wie vor auf stärkerem Niveau als zu Beginn des Jahres, was in erster Linie daran liegen dürfte, dass der Markt weiterhin auf eine Verschiebung des Austrittsdatums setzt, womit ein No-Deal-Brexit in 2 Wochen abgewendet werden kann. Dies ist auch unsere Erwartung. Aber Vorsicht: Der Weg dorthin könnte sich als weitaus holpriger erweisen als die meisten denken. Denn sofern das britische Unterhaus heute Abend gegen einen No-Deal-Brexit und morgen Abend für eine Verlängerung des Brexit-Prozesses stimmt, muss die Regierung in London sich mit der EU danach noch über die Dauer der Verlängerung einig werden. Äußerungen einiger EU-Offizieller legen nahe, dass dies keinesfalls einfach wird. Denn die EU scheint eine Verlängerung um mindestens 1 Jahr zu befürworten, damit die britische Seite genügend Zeit erhält, einen alternativen Brexit-Plan aufzustellen, während Premierministerin May bisher nur von einer einmaligen und „kurzen“ Verlängerung gesprochen hat, womit sie vermutlich wenige Monate meint. Hier zeichnet sich also bereits der nächste Streit ab. Der Rückgang der am Optionsmarkt eingepreisten Wechselkursvolatilitäten auf Sicht der nächsten beiden Wochen könnte sich also als verfrüht erweisen.

Ansonsten hat sich die Lage für das Pfund wenig geändert. Nach wie vor tappen wir im Dunkeln bezüglich der Frage, ob es zum Brexit kommt, und wenn ja, wann und in welcher Form. Die Antworten auf diese Fragen, werden das Schicksal der britischen Währung entscheiden. Denn klar ist, dass das Pfund deutlich abwerten wird 1) bei einem No-Deal-Brexit und deutlich aufwerten 2) bei einem Deal-Brexit, ebenso wie 3) bei einem Verbleib in der EU. Aktuell sind alle drei Szenarien durchaus noch drin, das gilt selbst für den Deal-Brexit, auch wenn Mays Abkommen bereits zweimal abgelehnt wurde. Klar, die Wahrscheinlichkeit ist nach gestern deutlich geringer. Doch wer weiß, wie sich die Mehrheitsverhältnisse im Parlament erst einmal verschieben, wenn entweder ein No-Deal-Brexit oder Neuwahlen drohten.

Für GBP-Investoren geht das Bangen damit weiter. Denn solange sich keines dieser drei Szenarien klar herauskristallisiert, bleibt vollkommen unklar, in welche Richtung sich der Pfund-Kurs längerfristig bewegen wird. Aktuell prognostizieren wir daher im Grunde genommen eine Seitwärtsbewegung in EUR-GBP. Das täuscht allerdings über die erheblichen Risiken in die eine als auch andere Richtung hinweg.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise


Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.