Währung

Game Changer Impfmittel: Was bedeutet ein Impfmittel für die Wechselkurse?

Game Changer Impfmittel

Die Nachricht, dass ein US-Unternehmen erste Erfolge in der Suche nach einem Impfstoff gegen den Coronavirus erzielt hat, hat die Märkte beflügelt. Risikowährungen, darunter auch der Euro, konnten ordentlich zulegen. Der Franken und der Yen zählten zu den Verlierern. Die Reaktion erscheint allemal gerechtfertigt. Würde ein Impfmittel gefunden, wären die Lockdown- und Social Distancing-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht mehr notwendig, Leben und Wirtschaft könnten zur Normalität zurückkehren.

Allerdings wäre ich vorsichtig, anzunehmen, dass dann alles wie vorher wäre. Auch wenn die Ergebnisse des US-Biotech-Unternehmens vielversprechend sind, dürfte es wohl noch eine Weile dauern, bis ein Impfmittel auf breiter Basis einsetzbar wäre. Bis dahin könnte sich das Konsumverhalten der Menschen durchaus dauerhaft geändert haben. Klar, im besten Fall hätte es sich lediglich verschoben. Doch es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Konsumniveau dauerhaft auf einem niedrigeren Niveau einpendelt, weil eine gewisse Gewöhnung einsetzt. Das würde wiederum bedeuten, dass die Geldpolitik noch viel länger auf einem hohen Expansionsgrad bleiben würde, als ohnehin angenommen wird, was wiederum Implikationen für die Wechselkurse hätte (z.B. eine anhaltend niedrige Wechselkursvolatilität). Ein Impfmittel wäre klar ein Game Changer. Dennoch ist es keine Garantie dafür, dass die Krise nicht bleibende Schäden hinterlässt.

Der Merkron-Effekt

Der Euro erhielt gestern zusätzlichen Rückenwind von dem gemeinsamen Vorstoß von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Sachen europäische Hilfen zur Überwindung der Coronakrise. Zusammen stellten sie gestern einen Plan für einen Wiederaufbaufond vor, über den beim EU-Gipfel kommenden Monat entschieden werden dürfte. Die EU-Kommission ist schon länger mit der Ausgestaltung eines solchen Fonds beauftragt, scheint aber an den unterschiedlichen Meinungen der Mitgliedsländer zu scheitern. Die gemeinsame Initiative von Merkel und Macron hat aus Sicht des Marktes nun die Chancen erhöht, dass eine Einigung doch noch erzielt werden kann. Doch diese Hoffnungen könnten sich als verfrüht erweisen. Heute morgen äußerte sich der österreichische Bundeskanzler bereits kritisch zu den Plänen. Ein wenig weckt es Erinnerungen an die letzten Vorstöße “Merkrons” in Sachen Euro-Reformen, die im Jahre 2017 dem Euro Auftrieb verliehen hatten, die aber letztlich ebenfalls am Widerstand anderer Länder zum Großteil scheiterten. Auch deshalb dürfte der Markt wohl skeptisch und das Euro-Aufwertungspotenzial vorerst begrenzt bleiben.

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NOK bleibt der große Verlierer

Die norwegische Krone konnte zwar von der jüngsten Ölpreiserholung und der aufgehellten Stimmung am Markt profitieren. Unter den G10-Währungen bleibt sie jedoch der größte Verlierer in diesem Jahr. Klar, man kann dies leicht auf den – trotz Erholung – noch immer niedrigen Ölpreis zurückführen, der die norwegische Wirtschaft belasten dürfte. Andererseits: Genau für diesen Fall hat die norwegische Regierung stattliche Reserven zurückgelegt, die dazu genutzt werden können, einen entsprechenden Einnahme- und Konsumeinbruch zu verhindern. Und auf diese greift sie nun in der Tat zurück. In diesem Jahr plant sie eine Rekordsumme von fast 400 Mrd. NOK aus ihrem Pensionfond (Government Pension Fund Global, GPFG) abzuführen, um ihren Haushalt zu finanzieren. Die hohe Summe ist ein Resultat aus einbrechenden Öleinnahmen und gleichzeitig einem erhöhten Ausgabenbedarf aufgrund der Coronakrise. Auch die Norges Bank ist mittlerweile dazu angewiesen in diesem Rahmen ihre täglichen Devisenverkäufe im Auftrag der Regierung hochzufahren. Diese sind im Übrigen nicht mit Interventionen zur Stützung der NOK zu verwechseln. Dennoch könnte man argumentieren, dass sie NOK-positiv sind, da sie einen massiven fiskalischen Stimulus zur Bekämpfung der Krise reflektieren.

Warum notiert die NOK dennoch weiterhin so schwach? Meiner Ansicht nach ist dies ein Zeichen für die langfristigen Sorgen des Marktes. Klar, momentan mögen die Reserven im Pensionfond in Höhe von etwa 10 Trillionen NOK beeindruckend erscheinen. Aber auch sie sind letztlich endlich. Sollten die Öleinnahmen dauerhaft wegfallen, könnten sich die Norweger ihr bisheriges Konsumniveau auf lange Sicht nicht leisten – zumindest nicht ohne eine Diversifizierung ihrer Wirtschaft. Die schwache Krone ist für mich ein Zeichen dafür, dass der Markt seine Zweifel hat, dass ein solcher Strukturwandel ohne größeren Schmerz gelingen kann.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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CJ95Z2CallEUR/NOKHebel: 3,8
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PLN: Kerninflation überraschend hoch

Obschon die Zahlen den EUR-PLN-Wechselkurs gestern praktisch unbeeindruckt ließen, fiel die polnische Kerninflation für April höher aus als erwartet (3,6% ggü. Vorjahr vs. 3,5%). Zwar hatte sich die Gesamtteuerung im April von 4,6% auf 3,4% (jeweils ggü. Vorjahr) stark verlangsamt, doch ist dies hauptsächlich einem Energiepreiseffekt zuzuschreiben. Die Kerninflation indes gab überhaupt nicht nach. Das ist aber nicht das Gesamtbild. Interessanterweise fiel die Kerninflation unter Ausschluss regulierter Preise deutlich von 3,8% auf 2,5% (ggü. Vorjahr). Die gegenwärtigen Messungen der Verbraucherteuerung sind weltweit mit Vorsicht zu genießen, zumal große Teile des Warenkorbs, insbesondere Gastgewerbe und Dienstleistungen, lediglich künstliche Extrapolationen sind. Laut dem polnischen Entwicklungsministerium wird sich die Verbraucherteuerung im Mai aufgrund sinkender Transportkosten wieder auf 3,0% ggü. Vorjahr abschwächen (April: 3,4%). Und das ergibt Sinn, weil sich der niedrigere Ölpreis nach einem gewissen Zeitraum in den Inlandspreisen widerspiegelt. Kurz: Wir sind nicht besorgt darüber, dass sich die Kerninflation in Polen nicht gemäß unserer Projektion abgeschwächt hat. Gegenwärtig wird ein noch größerer Teil des Kern-VPI-Korbs durch Schätzungen berechnet. Und da können Änderungen eine Zeit dauern. Doch sollte sich unsere These zur Kerninflation unter Ausschluss der regulierten Preise als akkurat erweisen, entwickelt sich die unterliegende Inflationsdynamik langsam in die von uns erwartete Richtung. Das wird dem Zloty im 2. Halbjahr zu einer Aufwertung verhelfen, da der Realzins Polens aufgrund der niedrigeren Teuerung zulegen wird.

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SC5004CallEUR/PLNHebel: 5,6
SR5Y8DPutEUR/PLNHebel: 5,5
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CNY: Neuer Gegenwind

Alle chinesischen Unternehmen aus dem US-Aktienmarkt herauszunehmen – so wie von US-Präsident Trump angedroht –, ist gewiss unwahrscheinlich. Doch neue Börsennotierungen chinesischer Firmen dürften künftig schwieriger werden, insbesondere weil die Nasdaq ihre Regeln verschärfen soll, was sich auf chinesische Unternehmen auswirken wird. Für chinesische Unternehmen ist das ohne Frage ein neuer Nackenschlag, der bestätigt, dass sich die Beziehungen zwischen den USA und China weiter eintrüben. Gleichwohl prallen diese Negativschlagzeilen an der chinesischen Währung weitestgehend ab. Aus Sicht der Zahlungsbilanz wird sich das Listing und Delisting chinesischer Unternehmen am ausländischen Aktienmarkt weder direkt noch unverzüglich in den Kapitalflüssen Chinas niederschlagen. Denn diese sogenannten „chinesischen Unternehmen“ sind zwar außerhalb Chinas eingetragen, verwalten aber ihre inländischen Vermögenswerte indirekt über komplexe Strukturen. Hinzu kommt, dass die starke Hand der chinesischen Zentralbank (PBoC) die tatsächliche Währungsvolatilität begrenzen dürfte, wohingegen die implizite Volatilität aufgrund der psychologischen Wirkung kurzfristig in die Höhe schnellen könnte.

Asiatische Währungen: Währungsstabilität schafft Spielraum für Zinssenkungen

Im vergangenen Monat waren asiatische Währungen vergleichsweise stabil, nachdem sie im März im Zuge der globalen Marktverluste stark nachgegeben hatten. Dieses Bild ist durchweg gegeben – vom Renminbi (CNY) über die indonesische Rupiah (IDR) bis hin zur indischen Rupie (INR). Die beherzten und bislang einmaligen Maßnahmen der US-Notenbank haben ohne Frage dazu beigetragen, in asiatischen Schwellenländern die USD-Liquidität zu gewährleisten und die chinesische Zentralbank (PBoC) garantiert einen stabilen CNY. Die Stabilität am Währungsmarkt bietet der Politik eine willkommene Verschnaufpause. Diese steht im starken Kontrast zu den Ereignissen von 1998 während der Finanzkrise in Asien, als sich die Währungsschocks in der gesamten Region rasch verstärkten und die Rezession verschlimmerten. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten Asiens haben sich seit damals verbessert. Das zeigt sich in einer geringeren Auslandsverschuldung, einer allgemein niedrigen Inflation und höheren Devisenreserven. All diese Faktoren haben dazu beigetragen, Asien in der Covid-19-Pandemie widerstandsfähiger zu machen. Ein positiver Nebeneffekt von Währungsstabilität und niedriger Teuerung besteht darin, dass Zentralbanken dann mehr Spielraum für Zinssenkungen besitzen, um gegen die Rezession anzukämpfen. So erwarten wir, dass die indonesische Zentralbank (BI) die Zinsen heute um weitere 25 Bp. auf 4,25% senkt und die Tür für weitere Zinsschritte offenlässt. Die thailändischen Währungshüter (BoT) treten am Mittwoch zusammen und könnten ebenfalls um 25 Bp. auf 0,5% kürzen. Insgesamt betrachtet ist Währungsstabilität für die asiatischen Zentralbanken ein Geschenk. Dennoch müssen die Zentralbanken in Alarmbereitschaft bleiben. Selbstgefälligkeit ist fehl am Platze. Aufgrund der positiven Ergebnisse eines Impfstoff-Tests war die Risikostimmung über Nacht lebhaft. Doch die Verantwortungsträger in Asien wissen nur zu gut, dass die relative Ruhe auch explosionsartig verpuffen könnte.

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