Rohstoffe

Schwache Goldnachfrage im ersten Quartal

Energie: Brentöl handelt am Morgen bei 73,5 USD je Barrel weiterhin 2 USD unter dem Ende April verzeichneten und Anfang der Woche nochmals erreichten 3½-Jahreshoch. Gestern Nachmittag rutschte der Preis nach den US-Lagerdaten kurzzeitig auf 72,5 USD je Barrel. Laut US-Energieministerium kam es in der letzten Woche zu einem unerwartet kräftigen Anstieg der US-Rohölvorräte um 6,2 Mio. Barrel. Das war nochmals deutlich mehr als das API am Vortag berichtet hatte (+3,4 Mio. Barrel). Dabei entfiel der Großteil des Lageraufbaus auf die Westküste, die kaum an die übrigen Regionen angebunden und daher nicht repräsentativ für die Versorgungslage in den gesamten USA ist. So erklärt sich, dass die Ölpreise ihre Verluste am Abend wieder wettmachten. Der Lageraufbau in den übrigen Regionen war auf höhere (Netto-)Importe, eine niedrigere Verarbeitung und eine weiter steigende Rohölproduktion zurückzuführen. Letztere liegt inzwischen bei 10,62 Mio. Barrel pro Tag und damit nochmals 360 Tsd. Barrel pro Tag höher als der Anfang der Woche von der US-Energiebehörde für Februar gemeldete Rekordwert. Saudi-Arabien hat seine offiziellen Verkaufspreise (OSP) für Abnehmer in Asien im Juni überraschend deutlich erhöht, was zur Preiserholung am Abend beigetragen haben dürfte. Der Preisaufschlag für Arab Light gegenüber der Referenz Oman/Dubai beläuft sich nun auf 1,9 USD je Barrel. Höher war er zuletzt vor fast vier Jahren, also kurz vor dem Preiseinbruch. Dies deutet auf eine solide Nachfrage in Asien hin. Dagegen wurde der entsprechende OSP für Europa deutlich gesenkt, der für US-Abnehmer blieb nahezu unverändert.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold hat sich gestern erneut der Marke von 1.300 USD je Feinunze genähert, dieses Niveau aber verteidigt. Geholfen hat die US-Notenbank Fed, die in ihrem Zinserhöhungszyklus wie von uns erwartet eine Pause eingelegt und gestern die Zinsen nicht weiter erhöht hat. Sie dürfte aber angesichts des engen Arbeitsmarktes und der steigenden Inflation an ihrem Kurs festhalten, so dass wir den nächsten Zinsschritt für die kommende Sitzung Mitte Juni erwarten.
Laut Angaben des World Gold Councils (WGC) ist die globale Goldnachfrage im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 7% auf nur 973,5 Tonnen gefallen. Dies war die geringste Menge in einem ersten Quartal seit dem Jahr 2008. Grund hierfür ist eine schwache Investmentnachfrage (-27%), da die Nachfrage nach Münzen und Barren deutlich gesunken war, was auf Rückgänge in Indien und vor allem China zurückzuführen war. Zudem hatten die ETF-Anleger nicht so viel Gold gekauft wie im Jahr zuvor, auch wenn die ETFs das fünfte Quartal in Folge Zuflüsse verzeichneten. Die Schmucknachfrage blieb nahezu konstant (-1%), wobei China und die USA die Schwäche in Indien ausgeglichen haben. Positiv zeigte sich die Industrienachfrage (+4%) und die Nachfrage seitens der Zentralbanken legte sogar um 42% zu. Die wesentlichen Käufer waren dabei Russland, die Türkei und Kasachstan. Der WGC bestätigte seine bisherige Einschätzung, dass China in diesem Jahr 900-1.000 Tonnen und Indien 700-800 Tonnen Gold nachfragen werden. Die Zentralbankkäufe sieht der WGC ebenfalls unverändert bei 350-450 Tonnen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Nachdem der Nickelpreis den heftigen Ausschlag von vor zwei Wochen im Zuge von Sorgen über Sanktionen gegen russische Nickelproduzenten wieder korrigiert hat, notiert er nun bei rund 14.000 USD je Tonne. Daten des International Stainless Steel Forum zufolge ist die weltweite Edelstahlproduktion im letzten Jahr um 5,8% auf 48,1 Mio. Tonnen gestiegen. Das auf die Analyse der Stahlmärkte spezialisierte Research-Institut MEPS schätzt, dass diese 2018 um weitere 5% auf ein neues Rekordhoch von 50,5 Mio. Tonnen ausgeweitet wird. Auch wenn die Dynamik damit das zweite Jahr in Folge nachlässt, steht der Produktionsanstieg auf einer breiten Basis. So dürften laut Einschätzung von MEPS China, Südkorea und Taiwan ihre Edelstahlproduktion um jeweils rund 4% steigern. Für die USA erwartet MEPS nach dem starken Anstieg im letzten Jahr nun ein moderates Plus, während die Edelstahlproduktion in Japan und der EU geringfügig zulegen soll. Die Edelstahlindustrie bleibt noch der mit Abstand größte Nickelkonsument. Neuer Nachfragetreiber werden aber auf Sicht der nächsten Jahre Batterien sein.
Chile hat im ersten Quartal gemäß Daten des Nationalen Statistikinstituts 1,44 Mio. Tonnen Kupfer produziert, 19% mehr als im Vorjahr. Damit wurden die streikbedingten Ausfälle in der „Escondida“-Mine im Frühjahr 2017 aufgeholt, da die Produktion auch über dem 2016er Niveau lag. In etwa einem Monat beginnen die neuen Tarifverhandlungen in der „Escondida“-Mine.

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