Rohstoffe

Fester US-Dollar lastet auf Rohstoffpreisen

Energie: Ölpreise zurück in die Seitwärtstrends

Die Ölpreise setzten ihren jüngsten Höhenflug gestern zunächst fort und stiegen über 40 USD (WTI) bzw. fast 42,5 USD (Brent) pro Barrel. Der stärkere US-Dollar sorgt heute allerdings für Minuszeichen. Zum gestrigen Anstieg dürften auch die US-Lagerdaten beigetragen haben, die einen erneuten starken Rückgang der Rohölbestände um 4,4 Mio. Barrel gezeigt haben. Nach dem API-Bericht vom Vortag hätte man allerdings mit einem starken Abbau der Bestände rechnen müssen. Außerdem sind die Strategischen Lagerbestände nochmals um 2,1 Mio. Barrel zurückgegangen. Die US-Ölproduktion hat sich nach Hurrikan Laura wieder auf 10,9 Mio. Barrel täglich erholt. “Totgesagte leben länger” könnte man wie schon oft in der Vergangenheit in Bezug auf den US-Schieferölsektor meinen. Zwar ist die Anzahl der Bohrungen wegen der niedrigen Preise massiv gefallen, doch ist die Produktivität von neuen Quellen laut dem Bohrproduktivitätsbericht der EIA massiv gestiegen. In der wichtigsten Produktionsregion, Permian Basin, sollte die Produktivität im Oktober auf fast 1.200 Barrel täglich pro Bohrung ansteigen und die gesamte US-weite durchschnittliche Produktivität auf fast 1.000 Barrel täglich. Die steigende Nicht-OPEC-Ölproduktion steht mittelfristig einem stärkeren Preisanstieg im Wege.

Energie: EU-Emissionshandel – Buy the rumour, sell the fact

Mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55% (gegenüber 1990) zu senken, hat EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen gestern nach eigener Einschätzung für die einen zu viel, für die anderen zu wenig gefordert. Für die Marktteilnehmer des EU-Emissionshandels lag die Zahl offensichtlich im Rahmen der vorab eingepreisten Erwartungen: Der CO2-Preis rutschte wieder leicht unter die Marke von 30 EUR je Tonne. Zwar ist ein nachhaltiges Überschreiten dieser wichtigen charttechnischen Marke angesichts des ungünstigen wirtschaftlichen Umfelds vorerst schwierig, die Preise für die nächste Handelsperiode ab 2021 notieren aber bereits darüber und dürften längerfristig getragen vom politischen Willen weiter zulegen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
SB37KXLongICE ECX EUA FutureFaktor: 3
SB37KWShortICE ECX EUA FutureFaktor: -3
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold trotz taubenhafter Fed unter Druck

Der Goldpreis fiel in der Nacht um 20 USD auf 1.940 USD je Feinunze. Grund war der nach der Fed-Sitzung deutlich festere US-Dollar. Warum der US-Dollar aufgewertet hat, bleibt allerdings rätselhaft. So hat die Fed in ihrem Begleitkommentar die ultra-expansive Geldpolitik auf Jahre zementiert. So will die Fed die Zinsen erst erhöhen, wenn die Inflation nicht nur auf, sondern leicht über 2% gestiegen ist, und das nicht nur kurzzeitig, sondern für längere Zeit. Zudem muss gleichzeitig das Ziel der Vollbeschäftigung erfüllt sein. Wann genau dies erreicht ist, ließ die Fed offen. Vor der Corona-Krise lag die Arbeitslosenquote bei 3,5%. Selbst wenn man eine Arbeitslosenquote von 4% unterstellt, wurden beide Ziele in den letzten 20 Jahren nur zu Beginn des Jahrtausends und in den zwei Jahren vor der Corona-Krise erfüllt. Offen bleibt zudem, was die Fed bei einem möglichen Zielkonflikt macht, die Inflation bspw. auf 3% steigt, während die Arbeitslosenquote aus ihrer Sicht noch zu hoch ist. Erhöht sie dann die Zinsen, obwohl das Ziel der Vollbeschäftigung nicht erreicht ist? Aus unserer Sicht spricht die sehr hohe Latte für Zinserhöhungen eindeutig für einen höheren Goldpreis.

Die Pkw-Neuzulassungen in der EU lagen im August laut ACEA 19% niedriger als im Vorjahr. Damit hat sich das Minus verglichen mit Juli wieder vergrößert, als die Neuzulassungen “nur” 6% unter dem Vorjahresniveau lagen. Seit Jahresbeginn liegen die Neuzulassungen 32% unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Damit hinkt der Automarkt in Europa weiterhin deutlich hinter denen in den USA und China zurück. Die Preisschwäche bei Platin und Palladium heute ist allerdings eher auf den fallenden Goldpreis und den festeren US-Dollar zurückzuführen. Platin fällt zeitweise auf 940 USD je Feinunze, Palladium auf 2.360 USD je Feinunze.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Eisenerzpreise spürbar unter Druck

Seit vorgestern fallen die Eisenerzpreise spürbar. An der SGX in Singapur hat der Preis seit Dienstag um fast 7% nachgegeben. Gestern wurde hier der größte Tagesverlust seit März verzeichnet. An der DCE in Dalian ist der Preisrückgang genauso groß. Mit 117 USD (SGX) bzw. knapp 790 CNY je Tonne (DCE, umgerechnet 116 USD je Tonne) notieren die Preise aber weiterhin auf sehr hohen Niveaus. Der Rückgang wird auf einen erwarteten bevorstehenden Lageraufbau in China zurückgeführt. Vor einigen chinesischen Häfen hatten sich in den letzten Wochen Schiffe gestaut, die nicht entladen werden konnten. Dieser Stau hat sich nun aber aufgelöst und es sollte wieder mehr Eisenerz ins Land fließen. Per Ende letzter Woche lagen in den chinesischen Häfen rund 119 Mio. Tonnen Eisenerz, die größte Menge seit fünf Monaten. Die Bestände werden bereits seit Mitte Juni aufgestockt, was die Preise bislang aber nicht beeinflusst hatte. Neben dem Lageraufbau tragen offenbar auch höhere Eisenerzexporte aus Brasilien zum Preisrückgang bei. Gemäß Daten des Wirtschaftsministeriums wurden im September bislang 2,17 Mio. Tonnen Eisenerz pro Tag exportiert. Vor einem Jahr waren es demnach nur 1,52 Mio. Tonnen pro Tag. Der weltgrößte Eisenerzproduzent aus Brasilien hatte schon im Juli eine höhere Produktion und damit auch höhere Exporte in der zweiten Jahreshälfte in Aussicht gestellt. Diese werden jetzt offenbar umgesetzt. Damit sollte auch der noch bestehende Rückstand zum Vorjahr – in den ersten acht Monaten des Jahres hat Brasilien knapp 9% weniger Eisenerz ausgeführt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum – zu einem großen Teil aufgeholt werden können. Der seewärtige Eisenerzmarkt sollte unseres Erachtens u.a. deswegen wieder besser versorgt sein, so dass die Eisenerzpreise weiter fallen sollten.