Rohstoffe

Fester US-Dollar hält Rohstoffpreise in Schach

Energie: Die Ölpreise geben am Morgen nach. Gestern waren sie im Zuge der US-Lagerdaten gestiegen. Diese wiesen in der letzten Woche laut US-Energieministerium einen geringeren Lageraufbau bei Rohöl und Benzin sowie einen stärkeren Lagerabbau bei Destillaten auf. Aus Libyen könnte demnächst wieder mehr Öl an den Markt gelangen. Truppen des Militärkommandeurs Haftar haben das größte libysche Ölfeld El-Sharara übernommen. Dieses war seit Anfang Dezember von Stammeskriegern und bewaffneten Protestierenden besetzt und hatte seine Produktion seither eingestellt. Die libysche Ölproduktion war daraufhin im Januar auf ca. 900 Tsd. Barrel pro Tag gefallen. Die staatliche Ölgesellschaft NOC hatte vor kurzem verlauten lassen, die Produktion erst wieder anzufahren, wenn die Besetzung des Ölfeldes beendet ist. Bei einer wieder höheren Ölproduktion in Libyen stiege der Druck auf die anderen OPEC-Länder, die Produktionskürzungen konsequent umzusetzen. Möglicherweise wird der Anstieg in Libyen aber auch durch einen entsprechenden Rückgang in Venezuela ausgeglichen. Wie Quellen aus dem Umfeld des staatlichen Ölkonzerns PDVSA berichten, dürfte die Ölproduktion bis Ende Februar um 300 Tsd. Barrel pro Tag zurückgehen, was in etwa der Produktionskapazität von El-Sharara entspricht. Grund für den zu erwartenden Rückgang sind fehlende Verdünnungsmittel, die das dickflüssige Öl aus dem Orinoco-Gürtel transportfähig für die Pipelines machen. Diese Verdünnungsmittel, zumeist Naphtha, bezog Venezuela bislang aus den USA, was durch die US-Sanktionen fortan verhindert wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Der seit einigen Tagen aufwertende US-Dollar hält die meisten Edelmetalle in Schach. Der Goldpreis ist daher seit Monatsbeginn wieder auf dem Rückzug und fällt heute Morgen auf gut 1.300 USD je Feinunze. Dass Gold gerade nachgibt, dürfte rein der Währungsentwicklung geschuldet sein, denn Gold in Euro gerechnet hält sich relativ gut bei rund 1.150 EUR. Wir denken, dass Gold gut nachgefragt bleiben sollte. Denn die politischen Risiken nehmen offenbar wieder zu. Italienischen Medienberichten zufolge hat die EU-Kommission ihre BIP-Schätzung für Italien drastisch reduziert, womit das Defizitziel der italienischen Regierung, über das im Herbst gestritten wurde, wohl nicht mehr haltbar ist.
Wie wir vorgestern in der TagesInfo Rohstoffe bereits erwähnten, ist die chinesische Goldproduktion im letzten Jahr gemäß Daten des Verbands der chinesischen Goldproduzenten um 5,9% auf 401 Tonnen gesunken. Dies war bereits der zweite Jahresrückgang in Folge. Bis dahin hatte China seit der Jahrtausendwende die Goldproduktion Jahr für Jahr gesteigert. Mittlerweile hat die Zentralregierung in Peking aber die Umweltschutzmaßnahmen verstärkt und den Kampf gegen die Umweltverschmutzung intensiviert. Davon sind insbesondere kleinere Goldproduzenten im Land betroffen. Die rückläufige Produktion bzw. die Lücke zwischen Produktion und Nachfrage generell macht China mit Importen wett. Trotz des Produktionsrückgangs bleibt China vor Australien und Russland klar der weltweit größte Goldproduzent.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Kupfer und Zinn waren gestern die einzigen Industriemetalle, die zulegten. Kupfer näherte sich zeitweise der Marke von 6.300 USD je Tonne, wo auch die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie verläuft. Ein Test dieser erfolgte aber noch nicht. Auch wenn der Kupferpreis heute Morgen im Zuge eines festeren US-Dollar rund 50 USD tiefer notiert, könnte der Preis in den nächsten Wochen deutlich steigen. Denn sollte die 200-Tage-Linie nachhaltig überwunden werden, führt dies wohl zu technischen Anschlusskäufen. Auslöser für weitere Käufe könnten die Handelsgespräche zwischen den USA und China sein, die auf hochrangiger Ebene nächste Woche in Peking fortgeführt werden. Nach einem kurzen Ausflug vor zwei Wochen handelt Zinn heute wieder über der Marke von 21.000 USD je Tonne. Im Gegensatz zu vor einigen Tagen gab es diesmal jedoch keine außergewöhnlichen Lagerbewegungen.
Der Eisenerzpreis bleibt nach dem Dammbruch in Brasilien vor knapp zwei Wochen im Aufwind. In Singapur kostet die Tonne heute mehr als 88 USD. Dem betroffenen Produzenten wurde vor zwei Tagen die Lizenz zum Betrieb eines Auffangbeckens für die Minenrückstände einer großen Mine entzogen, so dass das Unternehmen „force majeure“ erklären musste. Je länger der Eisenerzpreis hoch bleibt, umso eher dürften andere große Eisenerzproduzenten bestrebt sein, ihre Produktion auszuweiten. Dies sollte im Jahresverlauf zu einer Korrektur der Eisenerzpreise beitragen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7H Long Kupfer-Future Faktor: 4
CJ3D7Q Short Kupfer-Future Faktor: -4

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Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.