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Fed weiter im Dreiviertel-Takt

Die US-Notenbank hat die Leitzinsen erwartungsgemäß um 3/4 Prozentpunkte erhöht, der vierte große Zinsschritt in Folge. Darüberhinaus äußerte sich die Fed sehr nuanciert. Einerseits deutete sie für die nächsten Schritte ein langsameres Tempo an. Andererseits sei eine Zinspause kein Thema und es zeichne sich ein höheres Zielniveau für die Zinsen ab als noch bei der letzten Sitzung gedacht. Insgesamt decken sich diese Aussagen mit unserer Prognose, dass die Fed die Zinsen bei März 2023 um weitere 100 Basispunkte anhebt.

Fed beschließt vierten großen Zinsschritt

Die US-Notenbank hat heute ihre Leitzinsen um 75 Basispunkte erhöht. Der Zielkorridor für die Federal Funds wurde damit auf 3,75%-4,00% angehoben. Die Entscheidung fiel einstimmig.

In dem nach der Sitzung veröffentlichten Kommuniqué präzisierte die Fed ihre Forward Guidance (bisher hatte man nur der Erwartung Ausdruck verliehen, dass weitere Zinserhöhungen angemessen seien). Danach erwartet man weitere Zinsschritte, um die Geldpolitik “ausreichend restriktiv” zu gestalten, sodass eine Rückkehr der Inflation auf das 2%-Ziel gewährleistet werden könne. Bei der Entscheidung über das Ausmaß künftiger Zinsschritte werde man die bereits erfolgte Straffung der Geldpolitik, die Wirkungsverzögerungen der Geldpolitik sowie wirtschaftliche Entwicklungen berücksichtigen. Damit signalisiert die Fed, dass zwar weitere Zinserhöhungen zu erwarten seien, diese aber kleiner sein könnten als die 75-Bp-Schritte der letzten Monate.

Pressekonferenz

In der Pressekonferenz ordnete Fed-Chef Powell die US-Geldpolitik anhand dreier Fragen ein: wie rasch die Leitzinsen erhöht werden sollten, auf welches Niveau der Leitzins schließlich gebracht werden solle und wie lange er dort bleiben solle. Anfangs – da man von einem Leitzins nahe null startete – stand die erste Frage im Mittelpunkt. Nach einer Reihe zügiger Erhöhungen sei sie jetzt nicht mehr so wichtig. Für diese Bewertung spielt eine Rolle, dass sich der Leitzins mit 4% bereits deutlich über dem langfristig neutralen Niveau ist, das die Fed-Oberen laut der jüngsten Projektion bei 2,5% ansetzen.

Dafür rückten laut Powell jetzt die Frage nach dem Zinsgipfel und die Frage, wie lange man dort bleiben wolle, in den Mittelpunkt. Und hier gebe es Hinweise, dass der Leitzins auf ein höheres Niveau engehoben werden müsse als man das noch im September annahm (die damals veröffentlichten Projektionen deuteten auf einen Zinsgipfel von 4,6% im nächsten Jahr hin). Dahinter steht wohl, dass die Fed den Arbeitsmarkt als den entscheidenden Transmissionskanal für die Geldpolitik betrachtet – und dieser sei laut Powell weiterhin nicht im Gleichgewicht.

Die Fed sieht angesichts der Wirkungsverzögerungen der Geldpolitik (deren Ausmaß allerdings äußerst unsicher seien) das Risiko, dass sie zu restriktiv wird. Allerdings hält Powell dieses Risiko für deutlich geringer als die Gefahren, die mit einem zu frühen Nachlassen bei der Inflationsbekämpfung verbunden wären. Auf jeden Fall sei es deutlich verfrüht, über eine Pause bei den Zinsschritten nachzudenken. Der Umstand, dass sich die Inflation sehr hartnäckig zeige, habe die Wahrscheinlichkeit einer weichen Landung der US-Wirtschaft verringert. Damit deutete Powell an, dass die Fed eine Rezession der Wirtschaft akzeptieren würde, wenn dies nötig sei, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Trotz der Ankündigung möglicher kleinerer Zinsschritte sollte die heutige Sitzung daher nicht als ein “Pivot” hin zu einer weicheren Haltung der Fed interpretiert werden.

Die kommunikative Anpassung der Fed bestätigt uns in unserer Prognose, dass die Fed ihre Leitzinsen im Dezember nur 50 Bp anheben wird. Anfang 2023 ist dann mit noch kleineren Schritten zu rechnen. Wir gehen weiter von einem Zinsgipfel bei 5% aus (über der Fed-Projektion vom September – eine Prognose, die wir durch den heutigen Auftritt Powells ebenfalls bestätigt sehen).

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DAX-Tief erst im März 2023?

In der Vergangenheit markierte der DAX im März 2003, März 2009 und März 2020 jeweils Tiefpunkte infolge von Rezessionen. Zurzeit gibt es gemischte Signale: Ifo-Index, DAX-Kurs-Gewinn-Verhältnis und pessimistische Profi-Investoren sprechen für den Aktienkauf. Dagegen raten die immer restriktivere US-Geldpolitik und ambitionierte Gewinnmargen-Erwartungen, weiterhin abzuwarten. Der Bärenmarkt dürfte noch anhalten. Wiederholt sich also die Geschichte und Anleger sehen das DAX-Rezessionstief erneut im März?

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