Währung

Fed-Unsicherheit nimmt zu

USD: Das war ein ganz schöner Schlag ins Kontor. Die Fed-Erwartungen des Marktes kamen gestern erheblich ins Rutschen. Bis Ende 2019 erwartet der Markt derzeit nur noch 1,7 Zinsschritte (d.h. einen recht sicher und einen weiteren mit 70% Wahrscheinlichkeit). Selbst für die Fed-Entscheidung am 19. Dezember ist sich der Markt nicht mehr sicher. Ein Zinsschritt wird nur noch mit gut 70% Wahrscheinlichkeit eingepreist. Dass für Ende 2020 kumulativ weniger Zinsschritte eingepreist sind als für Ende 2019, dass der Markt also – mit spritzer Feder gerechnet – für 2020 bereits die erste Fed-Zinssenkung einpreist, mag man noch einer gewissen Illiquidität des Marktes für lang laufende Fed-Funds-Futures in Verbindung mit hektischen Marktbewegungen zuschreiben und nicht allzu ernst nehmen. Dennoch, schwache Aktienmärkte, Sorgen um die Weltkonjunktur und besorgniserregende Details zur Festnahme einer chinesischen Managerin in Kanada (siehe unten) sind nicht ein Umfeld, das einem Fed-Optimismus förderlich sein könnte. Von vorweihnachtlichem „Fürchtet euch nicht“ kann keine Rede sein. Der Engel, der dem Markt derzeit erscheint, sieht eher wie ein Racheengel aus.

Im Gegensatz zur Fed erscheint die EZB – bei allen Zweifeln darüber, ob sie in absehbarer Zeit ihren Leitzins anheben kann – gar nicht mehr so unattraktiv. Es mag nur wundern, dass EUR-USD nicht noch höher notiert. Grund dürfte sein, dass die Risiken, die der Markt derzeit spielt, globaler Natur sind. EUR-Positionen sind keine wirklich attraktive Versicherung gegen eine Welt-Rezession. Aus lauter Not entdeckt der Markt die guten alten „sichern Häfen“ Yen und Franken wieder. Der legten gestern besonders zu. Und die konjunktursensitiven Währungen (AUD, NZD, NOK) litten besonders.

Und weil diese Angst derzeit grassiert, befürchte ich, dass ein schwacher Arbeitsmarktbericht heute die Stimmung endgültig vermiesen könnte. Andererseits würde ein moderat gutes Ergebnis wohl eher als „Blick in den Rückspiegel“ abgetan werden. Technisch gesprochen: Das Wahrscheinlichkeitsmaß für den Arbeitsmarktbericht, das aktuellen USD-Kursen zu Grunde liegt, ist halt risiko-gewichtet. Weil sich viele Marktteilnehmer aus Konjunkturangst derzeit in die Hose machen, hat es mit den tatsächlichen Chancen auf einen guten oder schlechten Bericht wenig zu tun. Ok, das war nicht wirklich „technisch“ ausgedrückt…

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

GBP: Ich bin heilfroh, dass meine Kolleginnen in den letzten Tagen das Thema „Brexit“ so intensiv abgearbeitet haben. Da kann ich mich kurz fassen. Der neueste Dreh im britische Polit-Chaos sind Spekulationen darüber, dass Premierministerin Theresa May die Abstimmung im Unterhaus, die für Dienstag geplant ist, verschieben könnte. Weil ziemlich klar ist, dass der zwischen britischer Regierung und Brüssel ausgehandelte Deal-Vorschlag im Parlament krachend scheitern dürfte, scheint das die für May beste Option zu sein. Ob da was dran ist, ist schwer zu beurteilen. Mays Sprecher dementieren bislang diese Gerüchte. Der entscheidende Punkt ist jedoch: Das Datum 11. Dezember nimmt weiterhin an Bedeutung ab. Ein Verschieben der Abstimmung kann von den GBP-Optimisten als größere Chance auf eine konstruktive Einigung (vielleicht sogar: kein Brexit?) gewertet werden, von den GBP-Pessimisten als weiterhin vertane Zeit, die das Verunfallungsrisiko erhöht und damit die No-Deal-Wahrscheinlichkeit. Da beide Interpretationen sinnvoll sind, halten sie sich die Wage und die GBP-Spot-Kurse reagieren kaum. Lediglich die Vola nimmt zu.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

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