Währung

FED-Sitzung: Viel reden und doch wenig sagen

Viel reden und doch wenig sagen

Heute wird die Fed viel liefern und zugleich doch recht wenig. Denn so einiges wird sich wohl im Kommuniqué ändern, schließlich muss die Strategieänderung der Fed ins Statement eingearbeitet werden. Erinnern wir uns: im August hatte Fed Chef Jerome Powell anlässlich der Konferenz in Jackson Hole die neue Strategie der Fed verkündet. Sie peilt in Zukunft ein “flexibles durchschnittliches Inflationsziel” an. Das bedeutet, dass sie im Durchschnitt eine Inflationsrate von 2% erreichen möchte, dass aber die Inflation über das Ziel hinausschießen kann, wenn sie zuvor längere Zeit unter 2% gelegen hat. Damit möchte die Fed verhindern, zu früh restriktiv zu werden, vor allem vor dem Hintergrund, dass im letzten Zinserhöhungszyklus seit 2015 der Zusammenhang zwischen fallender Arbeitslosigkeit und steigender Inflation (die sogenannte Phillips-Kurve) eben nicht mehr wie früher zu beobachten war und damit die Fed rückblickend wohl zu früh begonnen hatte, den Leitzins anzuheben. Dies spricht dafür, dass die Fed zukünftig länger als zuvor expansiv bleiben und in Zukunft eher später als früher den Leitzins anheben wird. Das Einarbeiten der neuen Strategie in das Kommuniqué der Fed könnte von einigen Marktteilnehmern als taubenhaftes Statement interpretiert werden und den Dollar unter Druck setzen.

Aber selbst wenn mittel- bis langfristig die Neuausrichtung der Fed tendenziell für einen schwächeren Dollar spricht, bin ich kurzfristig vorsichtig. Denn gleichzeitig veröffentlicht die Fed heute ihre neuen Projektionen. Noch im Juli waren ihre Erwartungen für Arbeitslosenquote und Inflation zu pessimistisch, sodass sie beide revidieren muss. Außerdem ändert sich bis auf den Wortlaut des Kommuniqués faktisch erst mal nichts: Die Fed wird ihre Geldpolitik unverändert beibehalten und so wenig wie möglich Konkretes über die genaue Ausgestaltung der neuen Ausrichtung preisgeben. Denn zum einen rechnet der Markt sowieso auf lange Sicht mit einer Fed Funds Rate bei fast Null, sodass Details zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirklich notwendig sind, zum anderen nähme sich die Fed zukünftigen geldpolitischen Spielraum, wenn sie jetzt schon konkrete Angaben wie beispielsweise eine Obergrenze für das Überschießen der Inflationsrate, einen definierten Zeitraum hierfür oder eine mathematische Formel zur Bestimmung des gewünschten Durchschnitts machen würde. Da die Fed heute möglicherweise viel im Statement abändern, gleichzeitig aber an der Geldpolitik nichts ändern und nur spärliche Details preisgeben wird, könnte ich mir vorstellen, dass nach der Dollarschwäche im Vorfeld der Fed-Sitzung nach einer kurzen Initialreaktion der Dollar doch wieder etwas fester tendieren und EUR-USD in Richtung 1,18 nachgeben könnte. Das ändert aber nichts an unserer Meinung, dass mittelfristig der Dollar moderat abwerten sollte.

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Skepsis bleibt angebracht

Nur ein kurzes Update zum Brexit: um eine Revolte innerhalb seiner Partei zu vermeiden, nachdem sich einige Tories in der ersten Abstimmung zur Internal Market Bill Montagabend schon enthalten hatten und der Widerstand gegen die Vorlage steigt, scheint Boris Johnson den “abtrünnigen” Parlamentsabgeordneten entgegenkommen zu wollen, um sich deren Stimmen in der nächsten Abstimmung zu sichern. Gleichzeitig sind heute Wortmeldungen seitens der EU zu erwarten, die weiterhin auf einen Deal drängen dürften. Zeichnet sich in irgendeiner Form eine Annäherung ab, wäre dies positiv fürs Pfund. Trotzdem bleibt ein gesundes Maß an Skepsis in dieser verworrenen Lage sicherlich angebracht.

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Inflation kein Thema für BoC und CAD

Wie in vielen anderen Ländern auch ist die Inflation in Kanada infolge des Corona-Schocks deutlich gefallen. Die Inflationsrate liegt nahe Null und wird, so die Bank of Canada (BoC) auf ihrer Sitzung letzte Woche, auch erst einmal deutlich unter dem Inflationsziel bleiben. Die verschiedenen Raten der Kerninflation liegen zwischen 1,3% und 1,9% und damit zumindest noch im Zielband der BoC. Die letzten Jahre war die BoC in der komfortablen Situation, dass die Inflation für sie sowieso kein Problemfall war. Die aktuelle Lage ist außergewöhnlich und Sonderfaktoren geschuldet. Außerdem liegt der Fokus in erster Linie auf den Abwärtsrisiken für die Wirtschaft, sodass die BoC erst einmal über die schwache Inflationsrate hinwegsehen wird. Zumal die Zahlen für August, die heute veröffentlicht werden, schon wieder ein klein wenig freundlicher aussehen dürften.

Ein größeres Thema sind für den CAD nach wie vor die Risiken für die wirtschaftliche Erholung, wie beispielsweise der Streit mit den USA um die Aluminiumzölle. Die USA haben die Zölle auf Aluminiumimporte aus Kanada von 10%, die sie vor wenigen Wochen eingeführt hatten, jetzt wieder aufgehoben, nachdem die kanadische Regierung Gegenmaßnahmen verkündet hatte und gleichzeitig aufgrund der hohen Nachfrage nach Getränkedosen im Sommer wegen der Corona-Krise die Aluminiumpreise in den USA kräftig angezogen hatten. Im gleichen Zug mit der Aufhebung der Zölle legen die USA aber unterschwellig Quoten fest, indem sie “erwarten”, dass im September nur 83 Tsd. und im November und Dezember nur 70 Tsd. Tonnen geliefert werden. Kanadas Regierung bleibt vorsichtig, sie ist seit der Aufkündigung der NAFTA durch die USA und dem Aluminiumstreit gebranntes Kind. Vize-Premierministerin Chrystia Freeland betonte deshalb, Kanada werde wie zuvor eins zu eins Gegenmaßnahmen ergreifen, sollten die USA doch wieder Zölle einführen. Zwar spielt die generelle Dollarschwäche eine größere Rolle, dennoch ist die Aufhebung der Zölle ein zusätzlicher positiver Faktor für den CAD.

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CNY: Das WTO-Urteil

Gemessen am Momentum dürfte diese Rally des Renminbis (CNY) die stärkste im Laufe des vergangenen Jahrzehnts sein.

Auch das WTO-Urteil, wonach die US-Zölle auf chinesische Waren internationale Handelvereinbarungen brechen würden, scheint den CNY zu beflügeln. Gleichwohl hat der Devisenmarkt noch nicht allzu sehr auf diese Nachricht reagiert. Nach einem schnellen Höhenflug könnte der Markt eine Verschnaufpause benötigen. Möglicherweise wollen einige Händler erst dann Gewinne mitnehmen, wenn diese „gute Nachricht“ wirklich offiziell ist – ein typisches „Sell-the-facts“-Verhalten. Ich kann diese Argumente nachvollziehen, möchte aber dennoch eines unterstreichen: Wenn sich Trump an das WTO-Urteil halten will, dürfte er keine Strafzölle gegen China verhängen. Tatsächlich argumentiert Trumps Regierungsapparat seit langem, dass die WTO-Handelspolitik bestimmten Ländern hilft, Wohlstand und Jobs der Amerikaner zu stehlen. China zählt zu den größten Nutznießern seines Beitritts zum Welthandelssystem. Da scheint es offensichtlich, dass US-Präsident Trump auf dieses Land abzielt. Demgemäß neige ich dazu, die Auswirkungen der WTO-Schlagzeilen auf den CNY als neutral zu betrachten. Für die Märkte stellt sich erneut die Frage, ob der CNY weiter aufwerten wird. Auch wenn niemand hellsehen kann, möchte ich anmerken, dass der CNY seit Mai um beinahe 6% zugelegt hat. Das ergibt auf das Jahr hochgerechnet 15% Zuwachs. Gemessen am Momentum dürfte diese Rally des Renminbis die stärkste im Laufe des vergangenen Jahrzehnts sein. Das hat die politischen Entscheidungsträger ohne Frage auf den Plan gerufen. Sollten die Behörden nach wie vor eine stabile Währung bevorzugen (was wahrscheinlich ist), könnte die chinesische Zentralbank eingreifen, um den Markt auf absehbare Zeit etwas zu stabilisieren.

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