Währung

EZB-Sitzung: Wenn das Wörtchen “wenn” nicht wär

EUR: EZB-Sitzung

Es scheint, als wäre die Spannung raus aus der heutigen EZB-Sitzung. Eine Nachrichtenagentur hat gestern kolportiert, die EZB würde heute eine recht optimistische Konjunktursicht verbreiten. Gestern hab’ ich noch mit Hinblick auf die EZB-Äußerungen zu EUR-USD geschrieben: “Würde diese Woche allgemeine Jubelstimmung herrschen, wäre die Wahrscheinlichkeit wohl höher, dass EZB-Chefin Christine Lagarde ihren Chefvolkswirt Philip Lane zurückpfeift […].” Dafür kommt’s aber nicht darauf an, ob Jubelstimmung an den Märkten herrscht, sondern auf die Stimmung im EZB-Rat. Die beiden Stimmungslagen sind nicht unkorreliert, aber das gestrige Gerücht legt nahe, dass diesmal die Währungshüter nicht die jüngste düstere Marktstimmung teilen.

Mehr noch: Es wurde weiterhin kolportiert, dass “einige” Ratsmitglieder daraus schließen, dass weiterer geldpolitischer Stimulus überflüssig sei. Würde diese Sicht im EZB-Rat mehrheitsfähig und von EZB-Chefin Lagarde heute angedeutet, wäre der Eindruck der EZB-Geldpolitik sicherlich aus Sicht vieler Marktteilnehmer attraktiver als der der Fed. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich will nicht sagen, die EZB-Geldpolitik sei “besser”. Normative Urteile überlasse ich unserem Chefvolkswirt. Und der würde das sicherlich nicht unterschreiben. Mir geht es darum, was der Devisenmarkt draus macht. Und ich glaube, dass aus dessen Sicht die EZB in solch einem Fall als attraktivere Währungshüterin erscheinen mag – wenn sie so handelt wie die Gerüchte zu implizieren scheinen.

Wenn das Wörtchen “wenn” nicht wär! Gerüchte haben es an sich, dass man ihnen nicht voll vertrauen kann. Sonst wären es Tatsachen. Es ist keine Überraschung, dass die EZB optimistischer bezüglich der 2020-BIP-Wachstumsrate wird. Alle Welt hebt derzeit ihre BIP-Prognose für dieses Jahr an (auch die Volkswirte der Commerzbank). Daraus kann man aber eben nicht einen größeren Optimismus ableiten. Denn es geht nicht darum, wie schnell der Einbruch von Q2/2020 wettgemacht wird, sondern darum, wie vollständig die Erholung sein wird. Und das ist aus der 2020-Prognose nicht unbedingt ableitbar. Hat der Überbringer der Gerüchte diesen diffizilen Unterschied verstanden? Wir wissen es nicht.

Daher ist einerseits folgerichtig, dass EUR-USD jetzt wieder über 1,18 handelt. Aber genauso richtig ist, dass der Markt bis zur EZB-Pressekonferenz eine abwartende Haltung einnimmt und nicht wieder jüngste EUR-USD-Höchststände anpeilt. Lagardes Aussagen über Wechselkurse, die Konjunkturaussicht der EZB und die Frage, ob weitere geldpolitische Maßnahmen angedeutet werden: An potenziellen Quellen für Wechselkursvolatilität mangelt es in der heutigen EZB-Pressekonferenz nicht, selbst wenn heute alle geldpolitischen Instrumente unverändert bleiben.

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GBP: Jetzt ist’s richtig hässlich

Der Vergleich drängt sich auf: mittlerweile ist die Scheidung zwischen Großbritannien und der EU richtig hässlich geworden. Das Vertrauen zwischen den Verhandlungspartnern scheint nach der Ankündigung des Vertragsbruchs durch Boris Johnsons Regierung dahin. Anstatt kurz vor Toreschluss Wille zum Kompromiss zu zeigen, fährt Johnson immer schärfere Geschütze auf und gräbt sich noch tiefer in seine Position ein. Heute will man sich noch einmal in einer Notsitzung zusammensetzen, um zu retten, was vielleicht noch zu retten ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es viel hilft – was soll denn jetzt noch an substanziellen Einigungen rauskommen? Zumal die große Geduld der EU irgendwann einmal zu Ende sein dürfte. Der Markt scheint angesichts schlechter Nachrichten vom Brexit schon abgestumpft zu sein. Meines Erachtens ist im Pfund das wahre Ausmaß des aktuellen Streits und seiner möglichen Folgen noch lange nicht ausreichend eingepreist.

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CAD: Der kleine, aber feine Unterschied

Die Bank of Canada (BoC) bleibt vorsichtig, was die weitere Entwicklung anbelangt. Kanada ist bislang von einer zweiten Infektionswelle verschont geblieben, doch ob das so bleibt, ist unsicher. Die wirtschaftliche Erholung wird laut BoC langsam verlaufen. Sie bekräftigte ihre Forward Guidance, dass der Leitzins so lange an der Untergrenze (aktuell 0,25%) gehalten wird, bis die Wirtschaftsflaute überstanden ist, sodass das Inflationsziel nachhaltig erreicht werden kann. Um dies zu erreichen, behält sie ihr Anleihekaufprogramm bei. Kein Anzeichen von flexibler Inflationssteuerung wie bei der Fed oder ähnlichen Strategieänderungen. Allerdings gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied im Statement. Noch auf der Sitzung im Juli sprach die BoC davon, bereitzustehen, falls nötig weiteren Stimulus zu liefern. Hier setzte sie gestern den Radiergummi an, denn diesmal liest man im Protokoll nur etwas von “Anpassung des QE Programms, um den notwendigen geldpolitischen Stimulus zu geben, um die Erholung zu unterstützen und das Inflationsziel zu erreichen”. Nach den ersten drastischen Maßnahmen während der Krise scheint sich die Geldpolitik nach und nach in ruhigere Fahrwasser zu begeben. Die Märkte haben sich stabilisiert und weitere Unterstützung muss nun von der Fiskalpolitik kommen. Zumindest aus heutiger Sicht sind weitere expansive Maßnahmen der BoC unwahrscheinlich, sondern sie hat sich im Gegenteil die Tür geöffnet, um eventuell sogar ihr Anleihenkaufprogramm in absehbarer Zeit bei zunehmender Stabilisierung der Wirtschaft etwas zurückfahren zu können. Vielleicht geben die neuen Projektionen der BoC im Oktober hierüber schon mehr Aufschluss. Ich sehe in dem kleinen Unterschied zumindest ein positives Zeichen für den CAD.

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Inflation könnte in Norwegen wieder zum Thema werden

Vollkommen ignorieren sollte man die norwegischen Inflationszahlen heute nicht. Denn die Kerninflation ist in den letzten Monaten deutlich über das Inflationsziel der Norges Bank gestiegen, in erster Linie aufgrund der schwachen Krone im Herbst und Winter letzten Jahres. Die Norges Bank hat auf ihrer letzten Sitzung im Juni zwar schon geäußert, dass der Leitzins früher als zuvor erwartet beginnen könnte zu steigen. Sie zeigte sich etwas optimistischer, dass sich die Wirtschaft bis Ende 2022 stabilisiert haben wird, weshalb sie im Juni ihre Leitzinsprognose auf die lange Sicht nach oben angepasst hat. Sie hob ebenfalls ihre Prognose für die Kerninflation auf 3% für 2020 an. Da die Krone aber trotz der Erholung nach der Corona-Krise schwächer als zu Jahresanfang handelt, dürfte der Aufwärtsdruck auf die Inflation in den kommenden Monaten sogar noch zunehmen. Der Ausblick für die Kerninflation bleibt folglich unschön. Angesichts der weiterhin bestehenden Abwärtsrisiken für die Wirtschaft wird die Norges Bank zwar erst einmal darüber hinwegsehen. Sollten die Inflationsraten in den kommenden Monaten aber weiterhin steigen, darf die Norges Bank den Zeitpunkt nicht verpassen, dem Markt zu signalisieren, dass sie adäquat dagegen vorgehen wird. Ansonsten riskiert sie den Verlust ihrer Glaubwürdigkeit, was die Krone unter Abwärtsdruck setzen und die Inflationsrisiken weiter steigen lassen würde. Dies gilt es mittelfristig zu vermeiden.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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CJ4VMKCallEUR/NOKHebel: 7,9
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