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EZB-Sitzung – Einknicken vor der Rezession?

Nach der allgemein erwarteten Zinserhöhung um 75 Basispunkte hat EZB-Präsidentin Lagarde die Rezessionsrisiken auf der heutigen Pressekonferenz stärker betont. Aber wegen anhaltend hoher Inflationsdaten sowie entankerter Inflationserwartungen bleibt ein weiterer großer Zinsschritt im Dezember auf dem Tisch.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Es war klar, dass die EZB ihre Leitzinsen um jeweils 75 Basispunkte erhöhen würde, und der Einlagensatz damit jetzt bei 1,5% liegt. Deshalb konzentrierten sich die Beobachter auf mögliche Hinweise, wie es mit den Leitzinsen weitergehen könnte. Zwar betonte die EZB in ihrem Kommuniqué, dass sie bereits “beträchtliche Fortschritte” bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik gemacht habe. Aber nach Zinserhöhungen von insgesamt 200 Basispunkten überrascht eine solche Aussage nicht. Ansonsten bestätgte die EZB-Präsidentin, dass die EZB ihre Zinsen auf den kommenden Sitzungen weiter anheben werde, wobei sie mit Blick auf die Daten von Sitzung zu Sitzung entscheiden werde. Außerdem sagte sie wie zahlreiche andere Ratsmitglieder zuvor, dass die EZB über das sogenannte neutrale Niveau hinausgehen könne, falls das notwendig sei, um das Inflationsziel von 2% mittelfristig wieder zu erreichen.

Lagarde klang heute täubisch

Trotzdem ist es nach der Pressekonferenz weniger klar als vorher, ob die EZB ihre Leitzinsen auf der nächsten Sitzung im Dezember noch einmal um 75 Basispunkte anheben wird. Denn die EZB-Präsidentin sieht wohl mit Blick auf die schwachen Frühindikatoren bereits Abwärtsrisiken für die EZB-Konjunkturprognosen. Sie sagte, dass sich der EZB-Rat auf der nächsten Sitzung mit den steigenden Rezessionsrisiken beschäftigen werde. Aber es sprechen nach wie vor gewichtige Argumente dafür, dass die EZB ihre Leitzinsen im Dezember am Ende noch einmal um 75 Basispunkte anhebt:

  • Die Inflation sollte in den kommenden Monaten mit rund 10% viel zu hoch bleiben. Außerdem erwarten wir wegen des noch gewaltigen Inflationsdrucks in der Pipeline einen weiteren Anstieg der Kerninflation, die bereits bei 4,8% liegt.
  • Umfragen der EZB zeigen, dass die Bürger im Euroraum gemessen am Median mittlerweile für in drei Jahren nicht mehr mit einer Inflation von 2%, sondern von 3% rechnen (Chart 1). Immer mehr Inflations-Optimisten werden von der ursprünglich kleinen Gruppe der Inflations-Pessimisten in ihr Lager herübergezogen – wie im Vorfeld der großen Inflation in den siebziger Jahren. Wir haben es mit einer gefährlichen Entankerung der Inflationserwartungen zu tun.

Alles in allem erwarten wir weiter, dass die EZB ihre Leitzinsen im Dezember wohl noch einmal um 75 Basispunkte anhebt. Wenn die Rezession nach der Jahreswende schrittweise in den harten Daten sichtbar wird, sollte sie das Tempo drosseln und ihre Leitzinsen Anfang Februar um 50 und im März um 25 anheben. Der Zinserhöhungsprozess würde dann bei einem Einlagensatz von 3% enden.

Wann beginnt die EZB-Bilanz zu schrumpfen?

Was den Anleihebestand in den Händen der EZB anbelangt, so sagte Lagarde, dass der Rat wichtige grundsätzliche Kriterien für einen Abbau im Dezember beraten werde. Es könnte also sein, dass die EZB bereits etwas vor der Jahresmitte beginnt, den Anleihebestand durch eine Reduktion der Wiederanlage fällig werdender Anleihen zu senken. Wir bleiben aber dabei, dass dieser Abschmelzprozess in homöopathischen Dosen vonstatten gehen wird. Denn die EZB dürfte sich der ungelösten Probleme von hoch verschuldeten Ländern wie Italien bewusst sein. Sie dürfte viele Jahre weiter hohe Anteile an den ausstehenden Staatsanleihen halten wollen.

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