Währung

EZB-Ratsmitglied Rehn plädiert für massives Maßnahmenpaket im September

EUR: Bereits auf der letzten EZB-Pressekonferenz hatte EZB-Präsident Mario Draghi signalisiert, dass die EZB auf ihrer September-Sitzung weitere expansive Maßnahmen beschließen wird. EZB-Ratsmitglied Olli Rehn setzte am Donnerstag noch einen drauf. Was er vorschlug, heißt bei der US Army “Shock-and-Awe”-Taktik: “Es ist oft besser, über das Ziel hinauszuschießen als es zu unterschreiten, und besser, ein sehr starkes Paket von politischen Maßnahmen zu haben, als herumzufummlen” sagte Rehn gestern in einem Interview. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass die EZB ihr QE-Programm neu starten könnte, zeigt sich sogar für Aktienkäufe offen.

Im Großen und Ganzen stimmt die Aussage von Rehn mit der EZB-Prognose der Commerzbank überein. Für die Märkte kam dies jedoch überraschend, so dass die 10Y-Bund-Renditen unter -0,70%, EUR-USD unter 1,11 und EUR-CHF unter 1,0840 fielen. Wir fühlen uns in unserer Einschätzung bestätigt, dass die EZB – unter Anwendung des von Rehn angedeuteten Taktik – die EUR-Wechselkurse belasten wird und dass die 1,10-Prognose für EUR-USD per Ende September (die wir in unserer letzten Prognoserunde festgelegt haben) nicht zu pessimistisch war.

Gleichzeitig gilt aber auch: Die Reaktion des Devisenmarktes auf Rehn war relativ verhalten. Bisher hat EUR-USD die Tiefststände von Ende Juli noch nicht einmal annähernd erreicht. Daher halte ich es weiterhin für richtig, nur relativ geringe EUR-Schwäche anzunehmen – eine viel geringere Dimension als der EUR-Kollaps, den wir im zweiten Halbjahr 2014 erlebt haben, als die erste Runde des EZB-QE eingepreist wurde.

Der Markt traut den Zentralbanken nichts mehr zu, aber auch gar nichts. Wie anders wäre zu erklären, dass mit dem jüngsten Fed-Zinsschritt auch die Markterwartungen für die künftige Fed-Politik 1-zu-1 fielen? Und dass jetzt, nachdem die EZB einen expansiven Schritt für September angekündigt hat, die Markterwartungen für den EZB-Einlagensatz ins Bodenlose gefallen sind? Zinsschritte sind aus Marktsicht nur noch ein Zeichen dafür, dass die Zentralbanken in noch schnellerem Rythmus mit dem Kopf vor die Wand rennen.

Für uns heißt das: Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass der Fed-Schritt nicht doch der Beginn eines längeren Zinssenkungs-Zyklus war – auch wenn Fed-Chair Jay Powell das noch bestreitet, weil er’s noch nicht weiß. Anders gesagt: Gute US-Daten haben nicht mehr das Potenzial, Fed-Erwartungen nach oben zu schieben. Und andererseits bleibt meine Skepsis, dass die EZB wirklich die Markterwartungen erfüllen kann. Zumindest ökonomisch relevante Negativzinsen (d.h. als relevanter Marginalzins, der an Nichtbanken weitergereicht wird) im Bereich, den der Markt jetzt für den Einlagensatz einpreist, halte ich für unmöglich. Aber zugegeben: In den letzten Jahren ist viel passiert, was ich für unmöglich hielt.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CD910E Short EUR/USD Faktor: -10
CU2XL1 Long EUR/CHF Faktor: 10
CD91QD Short EUR/CHF Faktor: -10
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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NOK: Kurz und knapp war das Statement der Norges Bank gestern, aber dennoch sehr aussagekräftig. “Verschärfte Handelsspannungen und erhöhte Unsicherheit über die Beziehungen des Vereinigten Königreichs zur EU könnten das Wachstum im Ausland und in Norwegen belasten”, so die Norges Bank. Zwar sei alles in allem der Ausblick für den Leitzins im Vergleich zum Juni nahezu unverändert, aber abschließend stellte sie fest, dass der globale Risikoausblick zu einer “größeren Unsicherheit über die zukünftigen Leitzinsen” führt. Die Norges Bank blieb folglich erst einmal restriktiv, legte aber damit den Grundstein für eine schwächere Wachstumsprognose im neuen Geldpolitischen Bericht im September und damit auch für einen Schwenk zu einer neutralen Haltung. Die NOK kam gestern infolge der Zinsentscheidung unter Druck. Allerdings ist zu beachten, dass die Norges Bank auch bei einem Schwenk auf eine neutrale Haltung im Vergleich zur EZB, die im September noch einmal kräftig nachlegen dürfte, weniger expansiv ist, was mittelfristig für eine moderate Aufwertung der NOK gegenüber dem Euro spricht. Außer natürlich, eine steigende Risikoaversion setzt die Krone immer wieder unter Druck.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XMJ Long EUR/NOK Faktor: 10
CE9MCU Short EUR/NOK Faktor: -10
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