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EZB-Protokoll – Weitere Zinserhöhungen, aber Tempo bleibt offen

Das Protokoll der EZB-Ratssitzung im Oktober bestätigt, dass weitere Zinserhöhungen wahrscheinlich sind, wahrscheinlich bis in den restriktiven Bereich, aber gleichzeitig liefert das Protokoll keine konkreten Hinweise auf das Tempo der Zinserhöhungen.

Das Protokoll der EZB-Ratssitzung im Oktober bestätigte, dass der EZB-Rat die Zinssätze wahrscheinlich weiter anheben wird, um dem Risiko entgegenzuwirken, dass die langfristigen Inflationserwartungen nicht mehr verankert sind oder es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommt.

Besonders besorgt über die Kerninflation

Dem Protokoll zufolge betonten die Ratsmitglieder, dass die jüngsten Daten zur Inflation keineswegs beruhigend seien. Die Daten lagen weiterhin über den Erwartungen. Bedenken wurden insbesondere im Hinblick auf die Kerninflation und das breitere Spektrum an Messgrößen für die zugrunde liegende Inflation geäußert, die offenbar allmählich weiter ansteigen und – mit wenigen Ausnahmen – nicht auf die vom EZB-Rat erhoffte Stabilisierung hindeuten.

Darüber hinaus, so das Protokoll, brauche die Transmission von den Erzeuger- auf die Verbraucherpreise seine Zeit und sorge noch immer für weiteren Aufwärtsdruck. Es wurde daran erinnert, dass der Pass-Through in letzter Zeit schneller und stärker erwartet war, als es die Standardmodelle signalisierten.

In Bezug auf die Löhne waren die Ansichten etwas ausgewogener. Einerseits dürften die anhaltend starken Arbeitsmärkte höhere Löhne unterstützen, und ein gewisser Aufholbedarf bei den Löhnen zum Ausgleich der höheren Inflation sei wahrscheinlich. Die eingehenden Lohndaten und die jüngsten Lohnabschlüsse deuteten darauf hin, dass sich das Lohnwachstum beschleunigen könnte. Dies konnte auch aus den Äußerungen von Gewerkschaftsvertretern, Arbeitgebern und Politikern abgeleitet werden. Die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt und die lang anhaltende hohe Inflation wirkten sich allmählich auf das Lohnwachstum aus. In der telefonischen Unternehmensbefragung hatte eine große Mehrheit der Befragten erwartet, dass die Lohnerhöhungen im Jahr 2023 über 4 % liegen würden. Andererseits argumentierten die Ratsmitglieder, dass das Wachstum der Tariflöhne und des Arbeitnehmerentgelts je Arbeitnehmer zwar dynamischer sein könnte, aber im Vergleich zur Inflation immer noch moderat sei und es keine eindeutigen Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale gebe.

Was die Inflationserwartungen betrifft, so wiesen die Ratsmitglieder darauf hin, dass sich die Erwartungen für die Gesamt- und die Kerninflation im Jahr 2024 erheblich nach oben verschoben haben, wie aus dem Survey of Professional Forecasters hervorgeht, was auf ein erhöhtes Risiko einer Entankerung hinweist. Eine Aufwärtsverschiebung der mittelfristigen Inflationserwartungen wurde auch in der EZB-Umfrage zu den Verbrauchererwartungen festgestellt.

Inflationsrisiken trotz moderater Rezession

Ein zentrales Thema war dem Protokoll zufolge die Frage, inwieweit eine mögliche Rezession die Aufwärtsrisiken für die Inflation begrenzen würde. Obwohl sich die Wirtschaftsaussichten erheblich verschlechtert hätten, wurde weithin die Auffassung vertreten, dass die erwartete Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit nicht ausreichen würde, um die Inflation in nennenswertem Umfang zu dämpfen, und dass sie die projizierte Inflation nicht per se auf das 2%-Ziel zurückführen würde. Es wurde argumentiert, dass der Rat im Falle einer moderaten Rezession die Normalisierung und Straffung der Geldpolitik fortsetzen sollte, während er im Falle einer längeren und tiefen Rezession, die die Inflation wahrscheinlich stärker dämpfen würde, eine Pause einlegen sollte.

Weitere Erhöhungen, aber Tempo bleibt offen

Alles in allem bestätigte das Protokoll der letzten Ratssitzung im Oktober, dass weitere Zinserhöhungen der EZB wahrscheinlich sind. Genauer gesagt wurde die Ansicht geäußert, dass die geldpolitische Straffung wahrscheinlich fortgesetzt werden muss, nachdem der geldpolitische Kurs normalisiert wurde, also der Leitzins sein neutrales Niveau erreicht hat. Im Hinblick auf die geldpolitische Sitzung im Dezember wurde festgestellt, dass dem Rat mehr Informationen zur Verfügung stehen würden, was angesichts der hohen Marktvolatilität und Unsicherheit, die das derzeitige Umfeld kennzeichnen, als besonders wichtig angesehen wurde. Darüber hinaus würden die Projektionen der Experten im Dezember mehr Informationen über einen Zeithorizont bis 2025 liefern, einschließlich einer Bewertung, wie sich die gestiegenen Rezessionsrisiken, die Entwicklung der Rohstoffpreise und die Verschärfung der finanziellen Bedingungen seit der September-Sitzung auf die mittelfristigen Inflationsaussichten auswirken würden.

Über das mögliche Tempo weiterer Zinserhöhungen verriet das Protokoll allerdings nicht viel. Insgesamt gab es angesichts der vorherrschenden Unsicherheiten breite Unterstützung für einen datenabhängigen Ansatz für geldpolitische Entscheidungen, der von Sitzung zu Sitzung getroffen wird. Angaben zum Umfang künftiger Zinserhöhungen würde eine erneute Forward Guidance zu den Zinssätzen bedeuten, die der EZB-Rat nicht mehr für gerechtfertigt hält.

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DAX-Tief erst im März 2023?

In der Vergangenheit markierte der DAX im März 2003, März 2009 und März 2020 jeweils Tiefpunkte infolge von Rezessionen. Zurzeit gibt es gemischte Signale: Ifo-Index, DAX-Kurs-Gewinn-Verhältnis und pessimistische Profi-Investoren sprechen für den Aktienkauf. Dagegen raten die immer restriktivere US-Geldpolitik und ambitionierte Gewinnmargen-Erwartungen, weiterhin abzuwarten. Der Bärenmarkt dürfte noch anhalten. Wiederholt sich also die Geschichte und Anleger sehen das DAX-Rezessionstief erneut im März?

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