Währung

EZB oder Fed, wer ist aktiver?

EZB versus Fed

Die heutige EZB-Sitzung wird vor allem viele Worte, aber keine Taten bringen. Einerseits besteht kein akuter Handlungsbedarf. Im Großen und Ganzen entwickelt sich die Wirtschaft im Euroraum positiv, teilweise sogar besser als erwartet, nachdem die Corona-Beschränkungen deutlich gelockert wurden. Klar, die Angst vor einer zweiten Viruswelle besteht fort, jedoch gibt es noch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass eine in Europa im Anmarsch ist. Andererseits hat die EZB schlicht und ergreifend keinen – zumindest für den Euro relevanten – Spielraum, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. Die aktuelle Krise hat gezeigt: Die Zinsen waren schon vor Corona am absoluten Minimum, weshalb die EZB auf weitere Zinssenkungen verzichtet hat. Tatsächlich dürften eher die Sorgen unter den Notenbankern zunehmen, dass die Belastung für den Bankensektor durch den Negativzins aufgrund der gestiegenen Überschussliquidität zu groß wird, so dass eine Erhöhung der Freibeträge auf den Tisch gebracht werden könnte. Und auch ihre Anleihekäufe wird sie nach der jüngsten Auseinandersetzung mit dem Bundesverfassungsgericht wohl kaum mit einem guten Gefühl ausweiten können.

All das sind Sorgen, die die Notenbanker auf der anderen Seite des Atlantiks nicht teilen. Dort gibt es gar rege Diskussionen darüber, inwieweit auch die langfristigen Zinsen mittels im Zweifelsfall unbegrenzter Anleihekäufe auf einem niedrigen Niveau verankert werden könnten – etwas, bei dem sich, wenn die EZB dies in Erwägung ziehen würde, bei manchem Nordeuropäer vermutlich die Nackenhaare aufstellen würden. Die Fed muss dagegen nicht nur keinen Gegenwind fürchten, sondern dürfte von politischer Seite sogar eher Zuspruch für weitere expansive Maßnahmen erfahren. So gab es selbst von US-Präsident Donald Trump, der zuvor bekanntlich kein Fan von Fed-Chair Jay Powell war, kürzlich Lob für die Arbeit der Notenbanker. All dies verstärkt den Eindruck am Markt, dass die Fed im Vergleich zur EZB die aktivere und expansivere Notenbank ist, was wiederum EUR-USD tendenziell Auftrieb verleihen sollte.

US-Daten sind bereits Schnee von gestern

Die besser als erwarteten chinesischen BIP-Daten konnten heute früh nicht zu einer Verbesserung der Stimmung beitragen (siehe unten). Eine ähnliche Reaktion ist für die US-Daten heute Nachmittag zu erwarten. Zwar wird sich die Erholung im Einzelhandel im Juni – wenn auch mit einem moderaterem Tempo – fortgesetzt haben. Doch mittlerweile sind diese Daten schon wieder Schnee von gestern angesichts der Tatsache, dass in den USA eine zweite Viruswelle ausgebrochen ist und Lockerungen der Corona-Beschränkungen in einigen Regionen jüngst wieder rückgängig gemacht werden mussten. Der Erholung dürfte damit bereits wieder der Wind aus den Segeln genommen werden. Selbst wenn die Daten also heute positiv überraschen, dürfte dies kaum den Risikoappetit der Investoren nennenswert stützen.

Genausowenig sollte der Dollar von besseren Daten profitieren. Bislang dürften viele Marktteilnehmer darauf gebaut haben, dass sich die US-Wirtschaft aufgrund einer höheren Grunddynamik schneller erholen würde als die europäische, was sicherlich zu der Stärke des US-Dollars in der Hochphase der Krise beigetragen hat. Abgesehen davon, dass sich über diese Grundannahme streiten lässt, ist sie natürlich nicht relevant, solange die USA es nicht schaffen, den Virus unter Kontrolle zu bekommen und den Lockdown zu beenden. Und solange sieht es dementsprechend auch wirtschaftlich für den Euro rosiger aus als für den Dollar.

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Es bleibt ungemütlich für den Aussie

Der australische Dollar kann heute früh weder von den guten chinesischen Daten profitieren, noch von den heimischen Arbeitsmarktdaten, die insgesamt gemischt ausfielen. Der Stellenaufbau fiel im Juni zwar doppelt so hoch aus wie erwartet, doch auf der anderen Seite wurden die Daten vom Vormonat nach unten revidiert, womit im Mai mehr Stellen als gedacht verloren gegangen waren. Auch die Arbeitslosenquote stieg einen Tick stärker an als erwartet. Dies in Kombination mit einem steigenden Infektionsgeschehen auch in Australien ergeben ein eher ungemütliches Umfeld für den Aussie, der insbesondere angesichts der Angst vor einer zweiten Viruswelle vorerst unter Druck bleiben sollte.

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CNY: Q2-Daten können Währung nicht stützen

Mit 3,2% zum Vorjahr lag das chinesische BIP-Wachstum im 2. Quartal deutlich über der Markterwartung von 2,4%. Die Gesamtzahl macht einen ordentlichen Eindruck, die Aktivitätsindikatoren entwickelten sich jedoch uneinheitlich. Während sich die Industrieproduktion weiter verbesserte und eine Erholung auf der Angebotsseite widerspiegelte, verfehlten sowohl die Einzelhandelsumsätze als auch die Anlageinvestitionen die Markterwartungen. Das bedeutet, dass die Nachfrage etwas hinterherhinkt. Unterdessen bleibt die Arbeitslosenquote erhöht. Der CNY wertete daher nach dem Bericht über das 2. Quartal ab, was meiner Meinung nach durchaus nachvollziehbar ist.

In diesem Zusammenhang berichteten die Medien, dass US-Präsident Trump gegenüber Beratern angedeutet hat, er wolle die Spannungen mit Peking nicht weiter eskalieren lassen. Aus diesem Grund schloss er im Moment zusätzliche Sanktionen gegen Spitzenbeamte aus. Dies mag zwar zu einer Stimmungsverbesserung beitragen, insgesamt bleiben die Spannungen zwischen den USA und China aber hoch.

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