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EZB – Lagarde signalisiert Zinswende

Heute Morgen hat EZB-Präsidentin Lagarde eine Erhöhung des Einlagezinses auf 0% bis zum Ende des dritten Quartals avisiert – sowie danach weitere Anhebungen der Leitzinsen in Richtung des neutralen Zinses (aus Sicht der EZB vermutlich 1%-1½%). Wir erwarten, dass die EZB bis April 2023 den Einlagesatz von derzeit -0,5% auf dann 1¼% anheben wird.

Nachdem die EZB sehr lange zögerte, hat EZB-Präsidentin Lagarde in einem heute Morgen veröffentlichten Blog-Beitrag eine Zinswende sehr klar signalisiert.

Lagarde geht davon aus, dass die Nettoanleihekäufe “sehr früh im dritten Quartal enden werden” und dies eine Anhebung der Zinssätze auf der Ratssitzung im Juli ermöglichen wird. Die EZB werde den negativen Einlagezins wahrscheinlich “bis zum Ende des dritten Quartals” beenden. Für die Zeit danach avisiert Lagarde “eine schrittweise weitere Normalisierung der Zinssätze in Richtung des neutralen Zinssatzes”. Beim Tempo und dem Gesamtumfang der Anpassung will sich Lagarde nicht festlegen. Sie betont lediglich, dass es sinnvoll ist, schrittweise vorzugehen und die Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Inflationsaussichten bei steigenden Zinsen zu beobachten.

Wir hatten eine erste Erhöhung des EZB-Einlagezinses um 25 Basispunkte auf der Sitzung im Juli sowie weitere Anhebungen in den kommenden Quartalen erwartet. Aufgrund der heutigen Äußerungen Lagardes und vieler ähnlicher Signale von EZB-Ratsmitgliedern in den letzten Tagen sowie aufgrund unserer Einschätzung, dass bei der Inflationsprognose für die kommenden Quartale die Aufwärtsrisiken erkennbar überwiegen, gehen wir nunmehr davon aus, dass die EZB den Einlagezins bis kommendes Frühjahr auf das aus Sicht der Notenbank neutrale Niveau anheben dürfte. Konkrete Aussagen von EZB-Ratsmitgliedern (Holzmann, Kazaks) legen ebenso wie unsere eigenen empirischen Analysen nahe, dass die EZB das (nominale) neutrale Niveau bei 1% bis 1½ sieht.

Konkret erwarten wir, dass die EZB den Einlagezins auf jeder ihrer sieben Sitzungen zwischen Juli und April um jeweils 25 Basispunkte von derzeit -0,5% auf dann 1,25% anheben wird. Danach rechnen wir mit einer Pause bei den Zinserhöhungen, weil sich die Inflationsrate im kommenden Frühjahr vorübergehend wieder in der Nähe des 2%-Inflationsziels der Bank einpendeln dürfte.

Allerdings gehen wir davon aus, dass der neutrale Zins tatsächlich höher liegt als von der EZB erwartet, sodass die EZB auch bei einem Einlagezins von 1¼ eine akkommodierende Geldpolitik betreiben wird. Dies dürfte dazu führen, dass die Inflationsrate auf längere Sicht (nach 2023) wieder erkennbar über das 2%-Ziel steigen dürfte, und die EZB dann wohl den Zinserhöhungsprozess – zu spät – wieder aufnehmen dürfte.

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