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EZB bleibt auf Kurs

EZB-Sitzung liefert keine Überraschungen

Die EZB-Sitzung verlief gestern recht unspektakulär. Wie mehrheitlich erwartet, verkündete die EZB, dass sie auch im dritten Quartal im Rahmen ihres Notfall-Kaufprogrammes (PEPP) deutlich mehr Anleihen kaufen wird als zu Beginn des Jahres.

Was die neuen Projektionen und die Pressekonferenz angeht, war im Prinzip für jeden etwas dabei. In Bezug auf den Konjunkturausblick zeigte sich die EZB optimistischer. Sie hob sowohl ihre Wachstums- als auch ihre Inflationsprognosen an. Die Risiken für die Konjunktur sieht sie nun nicht mehr abwärtsgerichtet, sondern ausgeglichen. Diejenigen, die einen früheren Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik erwarten, dürften ihren Fokus auf diesen Aspekt legen.

Andererseits sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass Diskussionen über eine Beendigung von PEPP verfrüht seien und dass dies im EZB-Rat gestern kein Thema war. Damit dürften sich diejenigen bestätigt fühlen, die auf absehbare Zeit keine nennenswerte Änderung in der EZB-Geldpolitik erwarten.

Wir würden die gestrige Sitzung als taubenhaft bewerten. Die Tatsache, dass der EZB-Rat noch nicht einmal über das Thema Ausstieg aus dem Notfallkaufprogramm diskutiert hat und dass weiterhin hohe Volumina an Anleihenkäufe getätigt werden sollen, trotz der sich deutlich aufhellenden Pandemie-Lage, spricht Bände. Während eine Reihe anderer Notenbanken sich aus dem Krisenmodus schrittweise verabschieden, scheint die EZB noch lange nicht bereit dazu zu sein.

Der Devisenmarkt scheint es ähnlich zu sehen. EUR-USD reagierte zwar kaum auf die EZB-Sitzung, gegenüber anderen Währungen wie NOK, SEK oder GBP gab die Gemeinschaftswährung aber nach. Solange sich an der Kommunikation der EZB nichts ändert, dürfte der EUR angeschlagen bleiben.

Nach der EZB ist vor der Fed

Ein Grund, warum EUR-USD nicht auf die EZB-Sitzung reagierte, dürfte wohl die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten gewesen sein, welche auf den USD belastend wirkte. Die Verbraucherpreise lagen mit 5% über den ohnehin schon hohen Erwartungen von 4,7%.

Wie an dieser Stelle bereits mehrfach erläutert, sind hohe Inflationszahlenschlecht für den USD, solange die US-Notenbank nicht signalisiert, dass sie angemessen (mit einer Straffung der Geldpolitik) darauf reagieren wird. Die spannende Frage ist, wie die Fed die jüngste Inflationsentwicklung bewertet. Wird sie die hohe Inflation weiterhin als vorübergehendes Phänomen abtun oder zeigen sich doch erste Sorgenfalten?

Etwas mehr Klarheit dürfte sich der Markt von der Fed-Sitzung nächste Woche erhoffen. Ob bei der Fed allerdings ein Umdenken stattfindet, darf wohl bezweifelt werden, denn schließlich waren die Arbeitsmarktdaten zuletzt eher mäßig.

Für klare Signale dürfte es daher zu früh sein. Und ohne solche Signale dürfte sich der Seitwärtshandel in EUR-USD fürs Erste wohl fortsetzen.

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NOK: Preist der Markt zu viel ein?

Die norwegischen Inflationsdaten für Mai lagen gestern etwas unter den Erwartungen. Statt um 2,9% sind die Preise zum Vorjahr um 2,7% gestiegen. Die Kerninflation (CPI-ATE) lag sogar mit 1,5% noch deutlicher unter den Erwartungen und erstmals seit geraumer Zeit unterhalb des Inflationsziels der Norges Bank.

Die norwegische Krone wertete nach der Veröffentlichung zum Euro ab. Die Norges Bank hat deutlich signalisiert, dass in der zweiten Jahreshälfte eine Zinserhöhung ansteht. Die gestrige Reaktion der Krone verdeutlicht, dass der Markt offenbar auf einen früheren als späteren Zinsschritt setzt. Das heißt aber auch, dass das Risiko einer Enttäuschung, sollte sich herauskristallisieren, dass sich die Norges Bank doch ein Tick länger Zeit lassen wird, hoch ist.

Die gestrige Überraschung dürfte nichts daran ändern, dass die Norges Bank als erste G10-Notenbank ihren Leitzins in diesem Jahr anheben wird. Die Wirtschaft wird sich in der zweiten Jahreshälfte deutlich erholen und der Lohndruck dürfte im Jahresverlauf steigen. Insofern wird die Norges Bank auf ihrer Sitzung nächste Woche auf Kurs bleiben. Zu dieser Erkenntnis scheint auch der Markt im gestrigen Handelsverlauf gelangt zu sein, denn die Krone konnte die anfänglichen Verluste zum EUR wieder ausgleichen (die EUR-Schwäche nach der EZB-Sitzung dürfte allerdings auch dazu beigetragen haben).

Aber wie gesagt, es ist schon viel eingepreist und es dürfte schwer werden, den Markt positiv zu überraschen. Ein nachhaltiger Sprung unter die 10,0 dürfte in EUR-NOK daher erstmal schwer bleiben.

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