Rohstoffe

Exodus der Großanleger aus dem Ölmarkt

Energie: Exodus der Großanleger aus dem Ölmarkt

Der jüngste Ölpreisrückgang ging mit einem starken Abbau der spekulativen Positionen einher. Die Netto-Long-Positionen der Großanleger bei Brent sind in der Woche zum 4. Februar um rund 55 Tsd. Kontrakte bzw. 14% auf den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember gefallen. Doch absolut betrachtet bleibt der spekulative “Überhang” mit knapp 343 Tsd. Kontrakten recht hoch, was die Gefahr weiterer Liquidationen birgt. Und es gibt noch einige Belastungsfaktoren auf der Angebotsseite, zusätzlich zum massiven Nachfragerückgang wegen des Coronavirus. Die Reaktionen auf den Vorschlag des Technischen Komittees der OPEC, das sich letzte Woche für eine zusätzliche freiwillige Produktionskürzung um 600 Tsd. Barrel täglich ausgesprochen hat, fielen gemischt aus. So wird wohl ein OPEC-Ministertreffen, auf dem diese beschlossen werden könnten, diese Woche nicht stattfinden bzw. bleibt es bei dem ordentlichen Treffen im März. Zugleich könnte sich die libysche Ölproduktion bald wieder erholen, wenn nach dem jetzigen Treffen der Konfliktparteien in Kairo nächste Woche in Genf eine Einigung erzielt wird. Die zusätzlichen über 1 Mio. Barrel täglich aus Libyen könnten kurzfristig den Brentölpreis womöglich in Richtung 50 USD je Barrel drücken. Mittelfristig rechnen wir jedoch mit einer Stabilisierung des Ölpreises, wenn die OPEC+ zusätzliche Produktionskürzungen beschließt.

CO2-Preis fällt erneut auf 23 EUR je Tonne

Der CO2-Emissionspreis (Dez. 2020-Kontrakt) ist zuletzt erstmals seit Oktober unter 23 EUR je Tonne gefallen. Ausschlaggebend sind das hohe Angebot (auch wegen des Brexit und zurückgehaltener Zertifikate aus dem Vorjahr), das anämische Wirtschaftswachstum und die niedrigen Gaspreise in Europa, die eine Stromerzeugung zugunsten von Erdgas verschieben. Die niedrigen Gaspreise wiederum sind den sehr milden Wintertemperaturen, den entsprechend hohen Lagerbeständen und einer guten Versorgung geschuldet. Für Letztere ist nicht zuletzt die Umleitung der LNG-Lieferungen von Asien nach Europa geschuldet, nachdem die LNG-Preise in Asien zuletzt erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010 unter 3 USD je MMBtu gefallen sind. Aus unserer Sicht werden sich die CO2-Preise im Jahresverlauf jedoch wieder erholen, wenngleich die Belastungsfaktoren bleiben sollten. Als ausschlaggebender Faktor für die Preisentwicklung bleibt langfristig der politische Wille der EU und ihr Bekenntnis zum “Green Deal”, einem Plan zur massiven Reduktion der (CO2-)Emissionen in den kommenden Jahren.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU3THV Long Brent Oil Future Faktor: 5
CU54XX Short Brent Oil Future Faktor: -5
CU3THU Long WTI Oil Future Faktor: 5
CU54X3 Short WTI Oil Future Faktor: -5
CJ3F6N Long ICE ECX EUA Future Faktor: 2
CJ3F6R Short ICE ECX EUA Future Faktor: -2
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold zum Wochenauftakt gut behauptet

Gold ist am Freitag leicht gestiegen, obwohl der US-Dollar im Zuge eines positiven US-Arbeitsmarktberichtes weiter aufgewertet hat. In den USA wurden im Januar 225 Tsd. neue Stellen geschaffen, mehr als erwartet, womit sich der Arbeitsmarkt weiterhin robust zeigt. Da der Lohndruck aber nach wie vor niedrig ist, ist ein Inflationsschub von dieser Seite nicht abzusehen. Wir erwarten weiterhin, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen nochmals senken wird, wahrscheinlich im zweiten Quartal. Einen entscheidenden Hinweis darauf oder gar auf das Timing dürfte der Fed-Vorsitzende Powell morgen während seiner Anhörung vor dem US-Kongress aber nicht geben. Gold handelt heute Morgen nahezu unverändert bei gut 1.570 USD je Feinunze. Während an den Industriemetallmärkten vorsichtiger Optimismus hinsichtlich des Coronavirus herrscht (siehe Industriemetalle unten), picken sich die Händler am Goldmarkt eher die negativen Schlagzeilen heraus. So ist die Zahl der Toten auf über 900 gestiegen. Somit sind mittlerweile mehr Menschen am Coronavirus gestorben als an SARS vor 17 Jahren. Auch hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation vor einer weiteren Ausbreitung des Virus gewarnt, insbesondere außerhalb Chinas. Seinen Aussagen zufolge könnte man bis jetzt möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs gesehen haben. Während die ETF-Anleger weiter Gold kaufen – zuletzt 13 Handelstage in Folge –, haben sich die spekulativen Finanzinvestoren bei Gold zurückgezogen. Laut CFTC-Statistik haben sie ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 4. Februar um 17% auf 181,6 Tsd. Kontrakte und damit den tiefsten Stand seit fast drei Monaten abgebaut.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CU3THG Short Gold Future Faktor: -10
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Industriemetalle: Massive Einlieferungen in SHFE-Lagerhäuser

Die Wahrnehmung an den Rohstoffmärkten ist derzeit sehr unterschiedlich. Während sich die Händler am Goldmarkt auf die negativen Nachrichten rund um das Coronavirus konzentrieren (siehe Edelmetalle oben), herrscht an den Industriemetallmärkten vorsichtiger Optimismus. Hier spielen wohl Meldungen eine Rolle, wonach die chinesische Regierung mindestens 10 Mrd. USD zur Bekämpfung des Virus zur Verfügung stellt. Zudem nimmt die Anzahl der Neuerkrankungen ab. Außerdem wurde der Produktionsstopp der Fabriken nicht weiter verlängert, sie gehen nach und nach wieder in Betrieb. Offenbar hat der Produktionsstopp die chinesische Wirtschaft ins Mark getroffen und einen weiteren Stillstand kann sich die chinesische Regierung anscheinend nicht leisten. Sollte das Virus allerdings nicht unter Kontrolle sein, ist dies eine fatale Entscheidung. Kupfer steigt heute Morgen um knapp 1% auf über 5.700 USD je Tonne, Zink und Nickel legen noch stärker zu. Wie wir schon letzte Woche hier geschrieben haben, liefern einige Metallproduzenten in China Material in die Lagerhäuser ein, da sie Auftragsrückgänge verzeichnen und selbst an ihre Lagergrenzen stoßen. Dies ist am Freitag in der SHFE-Lagerstatistik sichtbar geworden. Die Kupfer- und Aluminiumbestände sind zum Beispiel in einem Schwung um jeweils fast ein Drittel auf über 200 Tsd. bzw. gut 300 Tsd. Tonnen gestiegen, die Zinkvorräte haben sich auf rund 100 Tsd. Tonnen verdoppelt. Laut der Einschätzung einiger Marktbeobachter dürfte dies erst der Anfang sein, das heißt die Bestände in den SHFE-Lagerhäusern werden wohl weiter anschwellen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7J Long Copper Future Faktor: 5
CJ3D7R Short Copper Future Faktor: -5
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Agrar: Thailands Produktionseinbruch lässt Defizitprognosen am Zuckermarkt steigen

Weißzucker in London notiert aktuell bei 428 USD je Tonne auf dem höchsten Stand seit Mai 2017. Auch der Rohzuckerpreis in New York, dem Anfang des Monats kurzzeitig der Sprung über die Marke von 15 US-Cent je Pfund und damit auf ein 2-Jahreshoch gelungen war, hält sich unweit dieses Niveaus. Die bereits seit langem vorherrschende Einschätzung, dass die aktuelle Saison 2019/20 mit einem Defizit am globalen Zuckermarkt enden wird, erhält immer neue Nahrung. Aktuell ist es vor allem die Sorge um die thailändische Produktion, die die Defizitschätzungen weiter in die Höhe treibt. Es mehren sich die Prognosen eines globalen Defizits von über 7 Mio. Tonnen. Thailand leidet unter der schwersten Dürre seit Jahrzehnten und die Zuckerproduktion soll um rund 30% auf unter 10 Mio. Tonnen fallen. Da Thailand, nach Brasilien weltweit zweitgrößter Zuckerexporteur, viele asiatische Länder mit Weißzucker beliefert, werden diese nun ihren Bedarf zum Teil aus anderen Quellen decken müssen. Diese Erwartung hat zuletzt die Prämie für Weißzucker gegenüber Rohzucker auf den höchsten Stand seit Herbst 2018 steigen lassen. Dazu beigetragen haben dürfte auch der zuletzt gemeldete weitere Anstieg der bereits in den Vorwochen rekordhohen Netto-Long-Positionen der kurzfristigen Marktteilnehmer an der Börse in London, der Leitbörse für Weißzucker. Die höheren Zuckerpreise dürften aber nach Einschätzung vieler Beobachter die Zuckerproduktion in der nächsten Saison steigen lassen, nicht zuletzt durch einen höheren Anteil an Zuckerrohr, der in Brasilien der Zucker- statt der Ethanolproduktion zugeführt wird. Auch in Indien und in Thailand soll dann wieder mehr Zucker hergestellt werden. Entsprechend wird für die nächste Saison von einem allenfalls kleinen Defizit ausgegangen, manche Beobachter weisen bereits auf die Möglichkeit hin, dass sich diese Erwartung in einen Überschuss drehen kann, wenn die Produktion sichtbar anzieht. Der weitere Spielraum nach oben für die Zuckerpreise ist daher wohl begrenzt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU54EQ Long Sugar Future Faktor: 4
CJ3D7C Short Sugar Future Faktor: -4
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