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EURO STOXX 50: Vier oder fünf Wechsel

Die nächste reguläre, jährliche Indexüberprüfung des EURO STOXX 50 findet Anfang September 2020 statt. Die zuletzt hohe Volatilität an den europäischen Aktienmärkten hat in Kombination mit dem Listing neuer Schwergewichte seit 2018 die Platzierungen (nach Free Float-Marktkapitalisierung) auf der EURO STOXX 50-Selektionsliste deutlich verändert. Daher überrascht es nicht, dass diesmal bis zu fünf Wechsel im EURO STOXX 50 anstehen könnten. Eine fast sichere Aufnahme sollten dabei Prosus NV und Adyen NV haben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen zusätzlich Pernod Ricard oder Vonovia auf, während Telefonica, Fresenius SE und BMW Stammaktien abstiegsgefährdet sind. Zusätzlich hat Kone Oyj eine gute Aufnahmewahrscheinlichkeit. Sollte der Titel den Indexaufstieg schaffen, würde aktuell auch BBVA ihre Index-Mitgliedschaft verlieren. Da die absoluten Abstände bei der Free Float-Marktkapitalisierung aber zurzeit sehr gering sind, sollte einkalkuliert werden, dass auch noch Amadeus IT, Eni, Vivendi oder Orange zu den möglichen Index-Entnahmetiteln gehören können. Hier entscheidet erst die Kursentwicklung bis Ende August 2020 bzw. am Stichtag (Montag: 31.08.2020; Schlusskurse) über die genaue Veränderung der Index-Neuzusammensetzung. Alle Änderungen der Index-Zusammensetzung sowie bei Aktienzahlen und Free Float-Faktoren werden am Freitag, den 18.09.2020 (zum Schlusskurs) in den EURO STOXX 50 eingearbeitet.

Euro STOXX 50: Aktuelle Regular Entry Schwelle

Die EURO STOXX 50-Zusammensetzung wird regulär einmal jährlich zum Quartalsverfall im September angepasst. Hierbei werden die “Regular-Entry bzw. Regular-Exit”-Regeln angewendet. Auf der dann relevanten September-Selektionsliste (basiert auf Schlusskursdaten vom 31.08.2020) qualifiziert sich ein Titel für eine automatische Aufnahme, falls er Rang 40 oder besser erreicht (weiter Details zu den Regeln: siehe Abschnitte unten). Auf Basis aktueller Daten ist dafür eine Free Float-Marktkapitalisierung von ca. €28,0 Mrd. erforderlich.

Aufnahmekandidaten: Prosus NV, Adyen NV, Pernod Ricard, Vonovia, Kone

Die weltweit tätige niederländisch/südafrikanische Technologie-Holding Prosus NV ist seit dem 11. September 2019 mit einem Doppellisting an der Euronext Amsterdam und der JSE (Johannesburg Stock Exchange) gelistet. Einen Fast-Entry im Juni 2020 hatte der Titel zuletzt knapp verfehlt. Prosus NV ist im September 2020 diesmal jedoch ein sehr sicherer Aufnahmekandidat. Das Gleiche gilt für den niederländischen Fintech Adyen NV. Der Zahlungsdienstleister dürfte ebenfalls mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit den Regular Entry schaffen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürften zusätzlich der französische Food & Beverages-Titel Pernod Ricard und der deutsche Real Estate-Titel Vonovia einen automatischen Aufnahmerang erreichen. Zuletzt befindet sich der finnische Aufzugshersteller Kone OYJ im direkten Umfeld des automatischen Aufnahmerangs 40. Auf Basis aktueller Daten dürfte der Aufstieg knapp gelingen.

Entnahmekanidaten: Die zurzeit kleinsten EURO STOXX 50-Titel

Bei einer Aufnahme von bis zu fünf Titeln sind aus index-technischer Sicht aktuell die fünf kleinsten EURO STOXX 50-Titel besonders von einer Entnahme bedroht. Auf Basis aktueller Daten ist der spanische Telekommunikationsanbieter Telefónica (Index-Gewicht: 0,73%) mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einem Indexabstieg bedroht. Der deutsche Health Care-Titel Fresenius SE (0,77%; Position 48), der deutsche Automobil-Produzent BMW (Stämme) (0,77%, Position 47) und die spanische Bank BBVA (0,78%, Position 46) werden auch nur schwer ihre Index-Mitgliedschaft verteidigen können. Um die Status des fünften Entnahmetitels gibt es aus index-technischer Sicht aber noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Hierbei liegt der spanische Software-Hersteller Amadeus IT (0,84%; Pos. 45) knapp hinter dem italienischen Öl & Gas Eni (0,85%; Pos. 44), dem französischen Medientitel Vivendi (0,85%; Pos. 43). Auch der französische Telco Orange (0,87%, Position 42) ist aus index-technischer Sicht noch nicht auf einer sichere Index-Positionierung.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB0AUSCallProsus NVHebel: 2,5
SB9SLBPutProsus NVHebel: 2,5
CL9ZTFCallAdyen NVHebel: 2,5
SB1XRQCallAdyen NVHebel: 6,2
CJ479DCallVonovia SEHebel: 2,6
SB9Z99PutVonovia SEHebel: 2,8
CL99CFCallTelefonicaHebel: 3,1
CL4M75PutTelefonicaHebel: 2,5
CL9PFVCallBBVAHebel: 3,0
CL4M56PutBBVAHebel: 2,0
CL9DXPCallBMWHebel: 2,9
CL2UW8PutBMWHebel: 2,9
CU97E3CallFresenius Medical CareHebel: 2,5
CL3Q05PutFresenius Medical CareHebel: 2,8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Erwartete Index-Gewichte

Prosus dürfte mit einem Indexgewicht von ca. 1,54% an Position 25, Adyen mit 1,49% an Pos. 27, Pernod Ricard mit 1,22% an Pos. 36, Vonovia mit 1,14% an Pos. 38 und Kone OYJ mit 1,12% an Pos. 40 in in den EURO STOXX 50 einsteigen.

Abschlussbewertung

Mit Blick auf die reguläre, jährliche Euro STOXX 50-Anpassung wird es zu einer umfangreichen Anzahl von Indexwechsel kommen. Da fünf Titel eine gute Aufnahmechance haben, müssen auch fünf aktuelle Werte den Index verlassen. Dabei zeigt sich unter den Aufnahmekandidaten mit Prosus NV und Adyen ein Trend zur Aufnahme von Technologie-Aktien. Die dann deutlich höhere Gewichtung des Technologie-Sektors sollte den EURO STOXX 50 etwas stärker ins Fahrwasser der Kursentwicklung an der US-Technologie-Börse Nasdaq bringen.

Informationen zum nächsten regulären Stoxx Auswahlverfahren im September

Der STOXX TMI stellt das Auswahluniversum für die beiden STOXX-Blue-Chip-Indizes dar. Der STOXX Europe 600 und der EURO STOXX sind jeweils eine Teilmenge daraus, wobei der EURO STOXX alle Titel des STOXX Europe 600 umfasst, welche dem Euroraum angehören. Demzufolge ist die Titelanzahl des EURO STOXX variabel.

Die beiden Blue-Chip-Indizes STOXX Europe 50 und EURO STOXX 50 beinhalten jeweils die 50 größten Titel aus den oben genannten breiten Indizes. Die Schnitt­menge umfasst diejenigen Titel, die in beiden Blue-Chip-Indizes vertreten sind. Theoretisch ist es möglich, das ein Titel aufgrund des Selektionsvverfahrens zwar in den Stoxx Europe 50 aber nicht in den EURO STOXX 50 aufrückt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Das Stoxx Auswahlverfahren

Zur Bestimmung der Veränderungen in einem der Blue Chip Indizes, d.h. im STOXX Europe 50 oder im EURO STOXX 50 wird monatlich jeweils eine Selektionsliste erstellt. Auf diese Selektionsliste gelangen die Werte, die in den entspre­chenden 19 STOXX- oder EURO STOXX-TMI-Sektoren – nach Free-Float-Marktkapitalisierung in absteigender Form ausgewählt – möglichst genau 60% der Sektor-Free-Float-Marktkapitalisierung abdecken. Alle bereits im STOXX Europe 50 oder EURO STOXX 50 enthaltenen Titel werden auf Basis der „Automatic Qualification Rule“ gegebenenfalls zusätzlich auf die Selektionsliste aufgenommen.

Schritt 2: 40/60-Regel

Anschließend wird die Selektionsliste absteigend nach der Free-Float-Marktkapitalisierung sortiert. Ein Titel wird automatisch in den STOXX Europe 50 oder den EURO STOXX 50 aufgenommen, wenn er auf der Selektionsliste mindestens Rang 40 (oder besser) einnimmt. Er ersetzt den nach Free-Float-Marktkapitalisierung kleinsten Indextitel. Ein Wert wird automatisch aus dem Index entnommen, wenn er nicht mehr zu den 60 größten Werten auf der Selektionsliste gehört (d.h. Rang 61 oder schlechter belegt). Der größte Nicht-Indextitel der Selektionsliste rückt dann nach.