Rohstoffe

Brentölpreis steigt auf 3-Monatshoch, Korrekturpotenzial nimmt zu

Energie: Der Brentölpreis setzt seinen Höhenflug zu Beginn der neuen Handelswoche fort und steigt am Morgen auf ein 3-Monatshoch von knapp 67 USD je Barrel. Rückenwind gibt eine allgemein positive Marktstimmung, was mit Optimismus über den weiteren Fortgang der Handelsgespräche zwischen den USA und China begründet wird. Wirkliche Fortschritte gab es letzte Woche bei den Gesprächen in Peking allerdings nicht. In dieser Woche werden sie in Washington fortgesetzt. Ein Faktor, der die Ölpreise letzte Woche um 6% nach oben geschoben hat, war die angekündigte stärkere Produktionskürzung Saudi-Arabiens. Ende der Woche gab es dann noch Meldungen, dass ein großes saudi-arabisches Offshore-Ölfeld wegen eines durchtrennten Stromkabels teilweise geschlossen ist. Dieser Vorfall ereignete sich schon vor zwei Wochen. Laut Saudi Aramco werden die daraus resultierenden Ausfälle anderweitig ausgeglichen. Die notwendigen Reparaturarbeiten sollen Anfang März abgeschlossen sein. Wir erachten den aktuellen Preisanstieg als übertrieben und sehen ein wachsendes Korrekturpotenzial. Vollkommen außer Acht gelassen wird aktuell, dass die Ölproduktion in den USA deutlich stärker steigt als bislang erwartet. Die US-Energiebehörde und die IEA revidierten ihre Prognosen in der letzten Woche deutlich nach oben. Die US-Energiebehörde gibt aktuelle Schätzungen zur Schieferölproduktion morgen bekannt. Heute veröffentlicht JODI Daten zu Produktion, Exporten und Lagerbeständen der OPEC-Länder im Dezember. Diese stellen somit die Ausgangslage für die zu Jahresbeginn in Kraft getretenen Produktionskürzungen dar.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold steigt auf 1.325 USD je Feinunze und nähert sich damit dem Ende Januar verzeichneten 9-Monatshoch. Auch freundliche Aktienmärkte und neuerliche ETF-Abflüsse stellen aufgrund der weiterhin vorhandenen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit kein Hindernis dar. So hat US-Präsident Trump am Freitag den nationalen Notstand ausgerufen, was zu langwierigen juristischen Streitigkeiten mit den Demokraten und einigen US-Bundesstaaten führen dürfte. Auch zwischen der US-Regierung und den westlichen Verbündeten gibt es tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten, wie die Münchner Sicherheitskonferenz am Wochenende eindrucksvoll zeigte.
Palladium steigt auf ein Rekordniveau von fast 1.460 USD je Feinunze. Einen offensichtlichen Auslöser für den neuerlichen Preissprung gab es nicht. Im Gegenteil: Der deutliche Rückgang der chinesischen Fahrzeugabsätze im Januar wird vollkommen ignoriert. Laut Verband der chinesischen Automobilproduzenten wurden im Januar 16% weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Das war bereits der siebte Monat mit einer negativen Vorjahresveränderung in Folge. Zugleich hat sich der Rückgang im Vergleich zu den bereits schwachen Vormonaten nochmals beschleunigt. Dies spricht nicht unbedingt für eine steigende Palladiumnachfrage aus der Automobilindustrie. Ein weiterer potenzieller Belastungsfaktor für Palladium sind die drohenden US-Zölle auf importierte Autos (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 15.2.). Wir erachten die anhaltende Preisrallye bei Palladium und das aktuelle Preisniveau als kaum noch durch die Fundamentaldaten gedeckt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4
CJ7RMR Long Palladium-Future Faktor: 4
CJ7RMJ Short Palladium-Future Faktor: -4

Industriemetalle: „Wenn mich jemand einmal täuscht, soll er sich schämen; wenn mich jemand ein zweites Mal täuscht, muss ich mich schämen.“ Im Gegensatz zu den Aktienmärkten in Asien, die sich von den Aussichten auf eine baldige Einigung in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China „täuschen“ lassen, reagieren die Metallpreise nicht mehr darauf. Denn nach Einschätzung unserer Experten ist man von einer Einigung noch weit entfernt und ob die Frist am 1. März noch einmal um 60 Tage verlängert wird, ist auch unklar. Einzig Kupfer legt heute gegen einen schwächeren Trend bei anderen Metallen zu. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man die Konjunktursorgen weltweit – Dr Copper reagiert häufig sensibel auf die Änderung der Konjunkturerwartungen – oder den massiven Lageraufbau bei Kupfer in Shanghai betrachtet. In nur einem Monat seit dem Tief Mitte Januar haben sich die SHFE-Kupferbestände auf über 200 Tsd. Tonnen verdoppelt. Doch der Lageraufbau im 1. Quartal ist saisonal bedingt und wird meist von einem ebenso starken Abbau im 2. Quartal gefolgt. Auch dürfte die Regierung in China Feuer mit Feuer bekämpfen, d.h. als Reaktion auf die Konjunkturflaute Infrastrukturmaßnahmen weiter beschleunigen. Die starken Januar-Importe der Kupferprodukte seitens Chinas könnten also nur einen Vorgeschmack auf deutlich höhere Kupferimporte in diesem Jahr geben, zumal die Kupferproduktion in China im Januar im Monatsvergleich gefallen war und nach Einschätzung von SMM auch im Gesamtjahr nur unwesentlich ggü. dem Vorjahr steigen wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7H Long Kupfer-Future Faktor: 4
CJ3D7Q Short Kupfer-Future Faktor: -4

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