Währung

Euro: Krise, welche Krise?

Es ist ein Fingerzeig dafür, wie nervös die Märkte sind. Die Tatsache, dass am Sonntag in Argentinien in der Vorabwahl für die Präsidentschaftswahlen die Opposition mit Alberto Fernandez mehr Stimmen als der amtierende, marktfreundliche Präsident Mauricio Macri erhalten hat, löste Panik an den argentinischen Märkten aus. Diese Vorabwahl ist eine aussagekräftige landesweite Umfrage, die die Unterstützung der Bevölkerung für die jeweils aufgestellten Kandidaten im Vorfeld der Wahl zeigt. Die Märkte in Argentinien befürchten nun, dass bei einem Wahlsieg der Opposition im Oktober das Land in alte Zeiten der Kirchner-Ära mit Verstaatlichungen, Devisenkontrollen und staatlichen Eingriffen zurückfallen könnte. Zwar sorgte die Meldung gestern Vormittag neben den Ereignissen in Hong-Kong nur kurz für erhöhte Risikoaversion an den europäischen Märkten. Aber allein diese Reaktion zeigt, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings in Argentinien oder anderswo auf der Welt – beispielsweise auch in Hong-Kong – in Zeiten erhöhter Risikoaversion schnell eine Welle auslösen kann, die auf andere Märkte überschwappen könnte. Das ist ein Zeichen dafür, dass die FX-Volatilität generell erst einmal erhöht bleiben wird.

EUR: Es dürfte viele verwundern, dass der Euro im Zuge der erneuten Regierungskrise in Italien nicht stärker unter Druck gerät. Meiner Ansicht nach spielen zwei Faktoren eine Rolle: Zum einen dürfte eine gewisse Gewöhnung des Marktes an die politischen Dramen in Rom eingesetzt haben, zumal bisher jedes Mal – abgesehen von zwischenzeitlichen Marktturbulenzen – keine weitreichenden marktrelevanten Konsequenzen gezogen wurden. Auch in der jüngsten Haushaltsstreitepisode verzichtete die EU-Kommission letztlich darauf, ein Defizitverfahren einzuleiten. Zum anderen kommt dem Euro das aktuelle Marktumfeld zugute. Die globalen Rezessionsängste haben eine Flucht in sichere Häfen ausgelöst, darunter fällt auch der Euro – auch wenn er zu einem geringeren Maße profitieren mag als die beliebteren sicheren Häfen Schweizer Franken, japanischer Yen oder US-Dollar. Tendenziell wertet die Gemeinschaftswährung dennoch auf wie ein Blick auf den handelsgewichteten Euro-Wechselkurs beweist. Darüber über hinaus sind die BTP-Spreads zwar gestiegen, angesichts der Rallye an den Anleihemärkten befinden sich aber auch die italienischen Renditen auf so niedrigen Niveaus, dass fiskalische Sorgen aus Sicht des Marktes kaum angebracht sind. Glück im Unglück kann ich da nur sagen.

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CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CD910E Short EUR/USD Faktor: -10
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

GBP: Pfund-Bullen scheinen sich derzeit an jeden noch so kleinen Strohhalm klammern zu wollen. So konnte die britische Währung gestern kurzzeitig sowohl gegen Euro als auch US-Dollar zulegen. Grund sollen Berichte gewesen sein, laut welchen einige britische Parlamentarier Pläne zirkulieren, die verhindern sollen, dass Großbritannien Ende Oktober ohne ein Abkommen aus der EU austritt. Erst am Wochenende hatte ein Think-Tank jedoch darauf hingewiesen, dass er kaum noch Wege für das Parlament sehe, den No-Deal Brexit in der verbleibenden Zeit zu verhindern. Selbst die für einige zuletzt noch aussichtsreichste Option, und zwar die Regierung mittels eines Misstrauensvotum zu stürzen, wurde mittlerweile disqualifiziert. So plane Premierminister Boris Johnson in diesem Fall den Termin für Neuwahlen einfach nach den Brexit-Termin am 31.Oktober zu legen.

Angesichts eines nach wie vor fehlenden Plans, einen No-Deal Brexit zu verhindern, hält sich das Pfund meiner Ansicht nach erstaunlich gut. Zugegeben, die britische Währung hat seit Mai bereits rund 10% gegenüber dem Euro abgewertet. Das ist ordentlich. Aber ist ein No-Deal Brexit damit bereits voll eingepreist? Ich habe meine Zweifel. Ich denke vielmehr, dass sich immer noch Viele an die Hoffnung klammern, dass Johnson doch nur blufft. Allerdings kann ich auch nicht vollkommen ausschließen, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer die realwirtschaftlichen Schäden eines ungeordneten Brexits gar nicht so hoch einschätzt und der Abwertungstrend deshalb so langsam ausläuft. Dennoch: Die Risiken für das Pfund sind weiterhin klar nach unten gerichtet, da kaum ein Beobachter davon ausgeht, dass sich die britische Wirtschaft unmittelbar nach dem EU-Austritt positiv entwickelt. Aus diesem Grund würde ich weiter davon ausgehen, dass das Pfund auf eine offizielle Ankündigung des No-Deal Brexits negativ reagieren würde. Ob und wann sich die Währung erholen kann, hängt davon ab, wie groß der negative wirtschaftliche Schock dann tatsächlich ausfällt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
CV0V4A Short EUR/GBP Faktor: -10
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