Währung

Euro – Ein Hort der Stabilität?

Ist der Euro bald ein Hort der Stabilität?

Neulich schrieb ich, dass es derzeit keine Game Changer gibt, die EUR-USD aus der 1,1150-1,1420-Spanne tragen könnten, selbst wenn es innerhalb der Spanne regelmäßig zu erratischen Schwankungen kommt. Dazu müsste die Risikoaversion ähnlich wie im März ungewöhnlich stark nach oben schießen (beispielsweise durch eine zweite weltweite, große und unkontrollierbare Pandemiewelle), sodass der Dollar vom Markt wieder als ultimativer sicherer Hafen gefragt ist – ob zu Unrecht oder nicht, wäre in so einem Krisenszenario zweitrangig. Oder aber es müssten alle Sorgen des Markts auf einmal weggewischt werden und plötzlich grenzenloser Optimismus vorherrschen, der den Markt ausgesprochen risikofreudig machen würde. Beides ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich.

Wenn wir aber einen Schritt zurücktreten und die Großwetterlage betrachten, macht es meines Erachtens Sinn, in den kommenden Monaten eine gewisse Stabilisierung und Stärkung des Euro zu erwarten, so wie wir es in unserer EUR-USD-Prognose tun. Zwar kann es immer wieder vorkommen, dass die Risikoaversion anspringt und die altbekannten Reaktionsmuster am Markt auftreten. Krisenherde gibt es weltweit wahrlich genug. Aber es ist wahrscheinlich, dass in den kommenden Monaten unter der EU Ratspräsidentschaft Deutschlands ein Kompromiss zum EU-Wiederaufbauplan gefunden wird. Dann wäre die “innere Zerrissenheit” in der EU für den Markt kein Thema mehr und damit auch kein Belastungsfaktor für den Euro. Die vielen Unterstützungsmaßnahmen der Regierungen in Europa für ihre Volkswirtschaften sollten zudem nach und nach greifen und das Vertrauen der Investoren in den Euro festigen. Natürlich kann keine Rede davon sein, dass schnell alle Probleme überwunden sein werden. Die Folgen der Krise werden noch lange zu spüren sein. Aber die Wirtschaften werden sich nach und nach aus der scharfen Rezession herausarbeiten – auch dank der unzähligen Maßnahmen der Fiskalpolitiken und der expansiven Geldpolitik der EZB. Eine zweite Pandemie-Welle in Europa scheint wenig wahrscheinlich. Wenn sie aber käme, wären Politik, Wirtschaft, Bevölkerung und Gesundheitssysteme mittlerweile besser damit vertraut und vorbereitet, sodass sie vermutlich bei weitem nicht so starke Konsequenzen hätte wie die erste Welle, die die Welt unvorbereitet traf.

Demgegenüber dürften in den kommenden Wochen und Monaten die Vereinigten Staaten stehen, die im Präsidentschaftswahlkampf innerlich immer zerrissener erscheinen, während der amtierende Präsident in der Hoffnung auf Wählerstimmen gleichzeitig außenpolitisch aller Voraussicht nach weiter verbal um sich schlagen wird. Dazu gesellt sich ein (augenscheinlich unkontrollierbarer) Verlauf der Pandemie in den USA, der das Vertrauen in die Reaktionsfähigkeit der Verantwortlichen und in das Gesundheitssystem zusehends erschüttert und die Gesellschaft weiter spalten dürfte. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind auch in den USA gravierend und es wird sich erst noch zeigen müssen, wer diesmal wirklich besser aus der Krise kommt, die USA oder Europa. Und schlussendlich ist der Zinsvorteil des US Dollar gegenüber dem Euro nur noch marginal und damit kein großes Argument mehr zugunsten des Greenback.

Ich mag falsch liegen, aber es könnte sein, dass sich im weiteren Jahresverlauf der Euro als Hort der Stabilität mausert.

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CU54YQShortEUR/USDFaktor: -5
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Wird die Rechnung der kanadischen Regierung aufgehen?

Am Mittwoch hat die kanadische Regierung aktualisierte Zahlen für den Haushalt des laufenden Fiskaljahres 2020/2021 vorgelegt. Im Vergleich zu den letzten Projektionen im Dezember erwartet die Regierung wegen der zusätzlichen Ausgaben und der schweren Rezession mit knapp 16% des BIP ein deutlich höheres Defizit. Der Schuldenstand dürfte laut Regierung am Ende des laufenden Fiskaljahres auf 50% des BIP anschwellen. Finanzminister Bill Morneau verteidigte die Notwendigkeit dieses Rekorddefizits. Der Preis der Untätigkeit wäre weitaus höher gewesen. Würde die Regierung weniger ausgeben, würden Millionen Jobs verloren gehen. Die Regierung spekuliert darauf, dass durch die fiskalpolitische Unterstützung die Langzeitfolgen für den Arbeitsmarkt und für Unternehmen möglichst gering gehalten werden können. Kann sich die Konjunktur zügig von der Corona-Krise erholen, sollte dies der Regierung die Möglichkeit eröffnen, das Budgetdefizit schnell wieder zu reduzieren und die Schulden wieder abzubauen, so die Rechnung der Regierung. Die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten heute könnte der Regierung vorerst Recht geben. Es wird erwartet, dass im Juni den zweiten Monat in Folge ein deutlicher Stellenaufbau verzeichnet wurde. Man kann nur hoffen, dass sich die Regierung nicht verspekuliert. Eine erneute Beschleunigung der Neuinfektionen mit möglicherweise neuen Beschränkungen könnte der Regierung einen Strich durch die Rechnung machen. Kurzfristig dürfte der CAD aber erstmal von positiven Wirtschaftsdaten profitieren, auch wenn das Aufwertungspotenzial aufgrund des nach wie vor schwelenden Risikos einer zweiten Ausbruchswelle begrenzt sein dürfte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU2XLVLongEUR/CADFaktor: 5
CU54YVShortEUR/CADFaktor: 5
CU2XLLLongUSD/CADFaktor: 5
CU54YBShortUSD/CADFaktor: 5
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