Währung

EUR/USD – Neue Forward Guidance verheißt nichts Gutes für den Dollar

Neue Forward Guidance verheißt nichts Gutes für den Dollar

Auf den ersten Blick verlief die gestrige Zinsentscheidung der Fed wie erwartet: Zins und QE-Programm blieben unverändert, aber das Kommuniqué wurde angepasst, um die neue geldpolitische Strategie widerzuspiegeln.

Auf den zweiten Blick scheint die Fed falkenhaft überrascht zu haben, denn der US Dollar hat (zumindest gegenüber den G10-Währungen) merklich aufgewertet.

Auf den dritten Blick erscheint die USD-Stärke vollkommen ungerechtfertigt, denn das neue Statement hätte meiner Meinung nach kaum taubenhafter sein können. Grund dafür ist die neue Forward Guidance. Denn die besagt, dass das FOMC erwartet, dass unveränderte Zinsen angemessen seien, bis das Arbeitsmarktumfeld Bedingungen erreicht habe, die mit den Erwartungen des FOMC’s für Vollbeschäftigung im Einklang stehen und bis die Inflation auf 2% gestiegen und auf dem Weg ist, dieses Niveau für einige Zeit moderat zu übertreffen.

Das kritische Wort hier ist “und”. Denn laut der neuen Forward Guidance müssen beide Ziele klar erreicht sein, damit die Fed Zinserhöhungen überhaupt in Erwägung zieht. Nimmt man an, dass Vollbeschäftigung erreicht ist, wenn die Arbeitslosenquote auf oder unter der von der Fed langfristig erwarteten Arbeitslosenquote von 4,1% liegt, waren diese Bedingungen zuletzt von März bis Oktober 2018 erfüllt. Davor jedoch zuletzt im Jahr 2000! Sprich: die Fed stellt Bedingungen an Zinserhöhungen, die in der Vergangenheit nur äußerst selten erfüllt wurden. Die Schlagzeilen konzentrieren sich vor allem darauf, dass die Fed laut ihren aktualisierten Erwartungen bis Ende des Jahres 2023 keine Zinserhöhungen signalisiert, doch wenn man die Forward Guidance beim Wort nimmt, könnte es noch deutlich länger dauern, bis Zinserhöhungen ein Thema werden. Offensichtlich ist man sich im FOMC durchsaus bewusst, wie kritisch die Änderungen der Forward Guidance sind. So haben zwei Ausschussmitglieder gegen die neue Formulierung gestimmt, obwohl die neue Strategie Ende August einstimmig angenommen wurde. Wobei jedoch zu beachten ist, dass Robert Kaplan sich zwar eine größere Flexibilität gewünscht hätte, Neel Kashkari die gewählte Formulierung jedoch sogar noch nicht weit genug ging.

Alles in allem bestätigt die gestrige Sitzung unseren pessimistischen USD-Ausblick. Zumal Powell gestern auch die Grenzen der Geldpolitik betonte, und Abwärtsrisiken für den Fall sah, dass weitere Unterstützung seitens der Fiskalpolitik ausbleibt. Die Fed wird ihre Zinsen nicht nur lange unverändert lassen, sondern wahrscheinlich sogar noch ein bisschen länger als das. Ein derartig deutlicher, langfristiger Wandel der Geldpolitik ist in unseren Augen noch nicht vollständig eingepreist und spricht in den kommenden Monaten für weitere USD-Schwäche.

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BoE-Sitzung: Geldpolitik im Schatten des Brexit

Die Bank of England kann eigentlich durchaus zufrieden auf die bisherige Erholung der Wirtschaft nach dem Corona-Schock blicken. Leider rechnet eigentlich niemand damit, dass dieses positive Momentum aufrechterhalten werden kann. Und Schuld daran ist nicht nur das Brexit-Chaos. Auch steigende Infektionszahlen und erhebliche Abwärtsrisiken am Arbeitsmarkt trüben den Ausblick. Dennoch erwarten wir, dass die BoE darauf erst auf ihrer Sitzung im November mit einer Anpassung ihrer Geldpolitik reagieren wird. Denn dann ist bekannt, wie stark die Arbeitslosenquote wirklich steigt und in welchem Umfang die im Oktober auslaufenden Maßnahmen zur Stützung des Arbeitsmarktes verlängert werden. Zudem wird dann auch der neue Inflationsbericht mit neuen Prognosen veröffentlicht.

Der Fokus auf der heutigen Sitzung dürfte daher vor allem darauf liegen, was für weitere Maßnahmen, die Bank of England für den Fall ins Auge fasst, dass die wirtschaftliche Erholung stockt. Wir rechnen mit einer Verlängerung des im Dezember auslaufenden QE-Programms. Doch einen größeren Einfluss auf die GBP-Wechselkurse haben natürlich Spekulationen über mögliche weitere Zinssenkungen. Auf Jahressicht ist eine Zinssenkung um 15 Basispunkte eingepreist, was den Leitzins unter die Nulllinie drücken würde. Auch wenn BoE-Governor Andrew Bailey Negativzinsen explizit nicht ausschließt, gehen wir davon aus, dass die BoE ihr Zinspulver noch trocken halten möchte. Denn zuletzt ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass sich die EU und Großbritannien nicht auf ein Handelsabkommen einigen können und nach dem Ende der Übergangsperiode im Januar doch noch der harte de-facto-Brexit droht. Die GBP-Dynamik der letzten Tage hat schon einmal einen kleinen Vorgeschmack dessen geboten, was drohen könnte, wenn eine Einigung ausbleibt. Aufgrund der Brexit-Unsicherheit ist die BoE gezwungen, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Dazu gehört auch, sich die Möglichkeit für Zinssenkungen noch offenzuhalten.

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BoJ auch unter Suga unverändert

Die erste Zinsentscheidung der Bank of Japan unter dem neuen Premierminister Yoshihide Suga war so unspektakulär wie dessen gestrige Wahl. Die BoJ ließ ihre Geldpolitik unverändert. Nun sollte ein Wechsel an der Regierungsspitze grundsätzlich keinen Einfluss auf die Geldpolitik haben. Aber die Neuausrichtung der Geldpolitik unter BoJ-Governor Haruhiko Kuroda war nun einmal eine der deutlichsten Konsequenzen der Abenomics: Lockere Geld- und Fiskalpolitik und Strukturwandel zu dauerhaften Belebung der japanischen Wirtschaft. Der Erfolg bleibt nach wie vor aus. Und es ist unwahrscheinlich, dass sich daran etwas ändern dürfte, wenn Suga, wie angekündigt, den Kurs seines Vorgängers weitestgehend unverändert fortsetzen dürfte. Zudem drohen neue Probleme: Die Corona-Krise droht Japan zurück in die Deflation zu stürzen was zusammen mit der Neuausrichtung der US-Geldpolitik und der damit verbundene USD-Schwäche eine nachhaltige JPY-Aufwertung befördert. USD-JPY kratzt bereits wieder an der 105er-Marke, ein Niveau, das seit der Einführung der Zinskurvenkontrolle im September 2016 nicht mehr längerfristig unterschritten wurde. Schon bald könnte die JPY-Aufwertung Rufe nach weiteren Lockerungsmaßnahmen der BoJ wieder lauter werden lassen. Wenn die BoJ dann nicht, wie schon so oft zuvor, eine geldpolitische Innovation aus dem Hut zaubert, kann sie der JPY-Aufwertung jedoch kaum mehr etwas entgegensetzen.

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