Währung

EUR und USD driften auseinander

USD: Der jüngste Rutsch in EUR-USD von Niveaus um 1,12 auf unter 1,11 ist sowohl USD-Stärke als auch EUR-Schwäche zuzurechnen. Diese Divergenz ist tatsächlich ein neueres Phänomen. Während der jüngst durch globale Rezessionsängste ausgelösten Flucht in sichere Häfen hatten noch beide Währungen profitieren können. Ihr neuerliches Auseinanderdriften dürfte damit zu tun haben, dass die EZB aufgrund der konjunkturellen Entwicklungen mittlerweile unter deutlich stärkerem Druck gesehen wird, ihre Geldpolitik zu lockern. Zuletzt mehrten sich dann auch noch die Signale, dass sie gedenkt, diesem Druck nachzugeben. Dagegen schien die Fed zuletzt, obwohl sie bereits aktiv ihre Geldpolitk gelockert hat, eher die Zinssenkungserwartungen am Markt dämpfen zu wollen. Dazu waren die Konjunktursignale aus den USA gemischt: Robuster Arbeitsmarkt und etwas höhere Inflationsraten standen durchwachsenen Stimmungsindikatoren entgegen. Das anhaltenden Gewettere des US-Präsidenten gegen die Fed (siehe unten) scheint derweil zum White Noise für den Markt geworden zu sein.

Auf kurze Sicht kann dieser Trend durchaus noch ein Weilchen weiterlaufen – insbesondere mit Blick auf die September-Sitzung der EZB rückt, bei der sie die angedeuteten expansiven Maßnahmen dann endlich verkündet. Es sollte aber auch klar sein: Je länger der Trend anhält, desto höher wird der Druck auf die Fed, gegenzuhalten. Denn neben Trump hat eigentlich auch sie ein Interesse daran, dass der Dollar nicht allzu stark aufwertet und ihre jüngsten expansiven Bemühungen wieder zunichte macht. Noch sehr lange sehe ich die Freude der US-Dollar-Bullen daher nicht anhalten.

Der Markt tat US-Präsident Donald Trumps gestrige Tweets erneut ab als das übliche Gemeckere über die Fed und den starken Dollar. Der initiale Schock über seine Äußerungen ist lange abgeklungen. Solange keine Taten auf seine Worte folgen, dürfte der US-Dollar kaum noch auf seine Attacken auf die US-Notenbank reagieren. Doch Trump’s gestrige Erklärung zeigt auf, wie groß die Hürde zu direkten Maßnahmen zur Schwächung des Dollars doch zu sein scheint. Denn interessanterweise versuchte sich der US-Präsident an einer neuen Strategie: Anstatt sich nur darüber zu beschweren, dass der starke Dollar der US-Wirtschaft schaden würde, stellte er ihn auch als ein Problem für die Weltwirtschaft dar. Demnach hätte also auch der Rest der Welt ein Interesse daran, den Dollar zu schwächen. Schwebt Trump etwa ein Plaza Accord 2.0 vor – d.h. eine mit anderen Staaten koordinierte Schwächung des US-Dollars? In der Tat gibt es Situationen, in welchen ein solcher Zusammenschluss durchaus Sinn machen kann, genau genommen im Falle von exzessiven Marktbewegungen. Problem ist: Aktuell kann hiervon nicht die Rede sein. Ja, der US-Dollar notiert auf starken Niveaus und hat jüngst deutlich zugelegt. Aber bei Betrachtung des längeren Kursverlaufs wird schnell klar: Die Aufwertung war weder ungewöhnlich schnell, noch besonders ausgeprägt. Ich befürchte also, dass Trump’s Idee aktuell wenig Zuspruch erhalten wird.

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