Währung

EUR- oder USD-Schwäche, was dominiert?

EUR-USD: Wir haben unsere mittelfristige EUR-USD-Prognose nach der EZB-Sitzung gestern gesenkt. Auf den ersten Blick mag das verwirren, da die europäische Gemeinschaftswährung profitieren konnte. Das lag in erster Linie daran, dass die EZB zwar expansivere Maßnahmen ergriff, diese jedoch schwächer ausfielen als vom Markt erwartet. EZB-Präsident Mario Draghi signalisierte allerdings in der Pressekonferenz, dass noch weitere Maßnahmen – sollten die Notenbanker es für nötig erachten – folgen würden, was für unsere Euroraum-Experten ausschlaggebend dafür war, nun eine Zinssenkung noch in diesem Jahr zu prognostizieren. Wir sehen EUR-USD zum Jahresende nun bei 1,16 statt bei 1,20, was noch immer einem Anstieg von aktuellen Niveaus entspricht, da wir an der Prognose eines schwachen US-Dollars festhalten, was für uns der dominierende Faktor bleibt.

USD: Auf kurze Sicht dürfte weiter die USD-Schwäche an den Devisenmärkten dominieren. Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht dürfte zwar keine große Überraschung mehr darstellen, nachdem der ADP-Bericht wenige Tage zuvor bereits massiv enttäuscht hatte. Dennoch: Das realwirtschaftliche Umfeld wird zunehmend ungemütlicher für den Greenback. Das liegt natürlich an der hohen Unsicherheit in Bezug auf die Handelsdispute, die die Regierung in Washington anzettelt. Heute dürfte sich der Blick in diesem Zusammenhang auf die Gespräche zwischen Regierungsvertretern der USA und Mexiko richten. Sollten diese scheitern werden die USA schon in wenigen Tagen Strafzölle in Höhe von 5% auf alle Importe aus Mexiko einführen. Es sieht nicht danach aus, als würde der US-Währung eine Verschnaufpause vergönnt sein.

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CU2XLQ Long EUR/USD Faktor: 3
CD910A Short EUR/USD Faktor: -3

HUF: Das verarbeitende Gewerbe in Ungarn entwickelte sich im letzten Jahr fabelhaft. Der ungarische Einkaufsmanagerindex ist der Einzige in der Region, der noch steigt. Er liegt bei fast 60 (der Einkaufsmanagerindex in Polen liegt zum Beispiel bei unter 50). Haupttreiber waren große Kapazitätserweiterungsprojekte der Autokonzerne. Es war ein wenig rätselhaft, wie sich die Autoindustrie vom deutschen Konjunkturzyklus abkoppeln konnte. Das Bild änderte sich dann schließlich im April. Die Industrieproduktion ohne Bau sank um 1,4% gegenüber Vormonat; dies kehrte einen starken Wert vom März um, und das Produktionsniveau ist seit Februar nun praktisch unverändert. Wenn sich der jüngste Anstieg des PMI als zuverlässig erweist, wäre dies noch nicht beunruhigend – aber da ich die Produktionsindikatoren an anderer Stelle in der Region abschwächen, sollte die Entwicklung im Auge behalten werden. Für den Forint ist die Veröffentlichung negativ, da sie die expansive Haltung der ungarischen Notenbank weiter stärken dürfte.

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CJ6PS4 Call EUR/HUF Hebel: 5,1
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G10: Gleichermaßen mag nun verwirren, dass wir trotz der EUR-Prognoseänderung kaum Änderungen an unseren anderen Wechselkursprognosen vorgenommen haben. Der Grund hierfür ist, dass wir glauben, dass die EUR-Schwäche in den meisten Fällen aufgewogen wird. Im speziellen Falle des britischen Pfundes belastet der Brexit. Derweil dürften die anderen Notenbanken dem Trend der EZB und Fed folgen und ihre Geldpolitik ebenfalls tendenziell lockerer gestalten als wir zuvor angenommen hatten. Die einzige Ausnahme bildet der Schweizer Franken. Denn dieser dürfte von der aktuell erhöhten Unsicherheit an den Märkten aufgrund seiner Rolle als sicherer Hafen profitieren. Gleichermaßen hat die SNB keinen Spielraum mehr ihre Zinsen zu senken und wird daher hinnehmen müssen, dass sich der Zinsvorteil des EUR zum CHF verringern wird. Aus diesem Grund haben wir unsere EUR-CHF-Prognose deutlich gesenkt und rechnen nun damit, dass der Kurs auf absehbare Zeit um das Niveau von 1,12 pendeln wird. So dürften einerseits die EUR-Schwäche und die Unsicherheit an den Märkten nach oben deckeln, andererseits wird die Schweizerische Nationalbank eingreifen, sollte der Kurs deutlich nach unten ausbrechen, und damit die Unterseite in EUR-CHF begrenzen.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CD91QC Long EUR/CHF Faktor: 10
CD91QD Short EUR/CHF Faktor: -10

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